{"id":13357,"date":"2017-12-10T15:48:51","date_gmt":"2017-12-10T14:48:51","guid":{"rendered":"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=13357"},"modified":"2018-01-12T12:10:00","modified_gmt":"2018-01-12T11:10:00","slug":"wohnen-in-zuerich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2017\/12\/10\/wohnen-in-zuerich\/","title":{"rendered":"So wohnen Z\u00fcrichs Wohngemeinschaften"},"content":{"rendered":"<h1><strong>So wohnen Z\u00fcrichs Wohngemeinschaften<\/strong><\/h1>\n<h2>\u201eGleich und\u00a0Gleich gesellt sich gern\u201c \u2013 trifft dies auch auf die Bewohner der Stadtz\u00fcrcher Wohngemeinschaften zu, oder sind sie so divers wie die Stadt selbst?<\/h2><p>Das mediale Interesse am Wohnen in der Stadt ist gross. Viele Artikel besch\u00e4ftigen sich mit der Gentrifizierung und der Aufwertung von Stadtquartieren. Dabei gehen typische\u00a0Wohnformen vergessen \u2013 beispielsweise die Wohngemeinschaft (WG). Immer mehr Menschen k\u00f6nnen von sich sagen, dass sie selbst in einer WG gewohnt haben. Was fr\u00fcher haupts\u00e4chlich eine Wohnform von Studierenden gewesen ist, wird heute vermehrt auch von Berufst\u00e4tigen und \u00e4lteren Personen als Haushaltsform gew\u00e4hlt. Eine Wohnform also mit Zukunftspotential. Nun ist es m\u00f6glich mit den Daten von <a href=\"https:\/\/www.stadt-zuerich.ch\/prd\/de\/index\/statistik.html\">Statistik Stadt Z\u00fcrich<\/a> einen Einblick in die WGs der Stadt Z\u00fcrich zu werfen. <span style=\"color: #ff0000\"><span style=\"color: #333333\">Alle Darstellungen in diesem Artikel sind mit\u00a0den Daten der Statistik Stadt Z\u00fcrich\u00a0durch eigene\u00a0Berechnungen erstellt<\/span> <span style=\"color: #333333\">worden.<\/span><\/span><span style=\"color: #333333\"> Die<\/span>s erlaubt es nun Fragen zu beantworten, welche sich mit der Zusammensetzung der Wohngemeinschaften befassen, ob beispielsweise Frauen lieber nur mit Frauen wohnen.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong>Die Stadt und die WGs<\/strong><\/p><p>W\u00e4hrend in der Stadt Z\u00fcrich in den Jahren 2013 bis 2016 zwischen 12,4 und 13,5 Prozent der st\u00e4ndigen Wohnbev\u00f6lkerung in einer WG lebten, so unterscheiden sich diese Werte deutlich, wenn die Quartiere der Stadt betrachtet werden. Dies ist in den\u00a0Kartendarstellungen, in denen\u00a0der Anteil der Wohngemeinschaften eingetragen ist, ersichtlich (<a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Anteil_WG_2013.html\">2013<\/a>, <a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Anteil_WG_2014.html\">2014<\/a>, <a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Anteil_WG_2015.html\">2015<\/a>, <a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Anteil_WG_2016.html\">2016<\/a>). Es zeigt sich, dass die Quartiere der Innenstadt einen h\u00f6heren Anteil an Wohngemeinschaften beherbergen als beispielsweise die Aussenquartiere. <span style=\"color: #ff0000\"><span style=\"color: #333333\">Jedoch unterscheiden sich die Quartiere nicht nur hinsichtlich des relativen Anteils der WGs, sondern auch bez\u00fcglich der Zusammensetzung anderer Wohnformen (folgende\u00a0<a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Anteil_Wohnformen_Quartier-2.html\">Grafik<\/a> betrachtet dies genauer).<\/span><\/span> Insgesamt ist es wichtig, dass hier ausschliesslich WGs betrachtet werden &#8211; davon ausgenommen sind Zweipersonenhaushalte.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong>Gleich zu Gleich?<\/strong><\/p><p>Wie aus der Darstellung zu entnehmen ist, wohnen mehr als 75 Prozent aller Personen die in WGs leben, mit 2 oder 3 MitbewohnerInnen zusammen. Aber wer sind diese Personen? Sind sie gleichen Alters, gleichen Geschlechts und besitzen sie die gleiche Herkunft? Diese Fragen k\u00f6nnen mit dem neuen Datensatz beantwortet werden.<\/p>\n<div><a href='https:\/\/plot.ly\/~toacke\/4' target='_blank'><img src='https:\/\/plot.ly\/~toacke\/4.png' onerror='this.onerror=null;this.src=\"https:\/\/plot.ly\/404.png\"' \/><\/a><script data-plotly='toacke:4' src='https:\/\/plot.ly\/embed.js' async><\/script><\/div>\n<p style=\"text-align: right\">Daten : Statistik Stadt Z\u00fcrich; Darstellung: Tobias Ackermann<\/p><p>Klassische \u2013 unter anderem soziologische Theorien \u2013 unterstellen dem Menschen einen Hang zur Homogenit\u00e4t. Das heisst, Menschen selektieren sich in Gruppen oder Zweierbeziehungen anhand von Merkmalen, welche sie selbst besitzen. Klassische Beispiele f\u00fcr solche Merkmale sind Bildungsstand, Religion, Nationalit\u00e4t, Alter oder Geschlecht. Von diesen klassischen Merkmalen kommen Nationalit\u00e4t, Alter und Geschlecht in den Daten vor und k\u00f6nnen analysiert werden.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong>Das Geschlecht<\/strong><\/p><p>Wohnen Frauen lieber mit Frauen und M\u00e4nner mit M\u00e4nnern? Folgende Grafik zeigt, dass 19,28% der M\u00e4nner und 11,13% der Frauen in geschlechterhomogenen Wohngemeinschaften leben. Der Unterschied in der relativen H\u00e4ufigkeit zwischen den Geschlechtern ist deutlich.\u00a0Dies gilt auch f\u00fcr die durchschnittliche WG-Gr\u00f6sse aufgeteilt nach dem Geschlecht. Hier die Verteilung der Geschlechter auf die Gr\u00f6ssen der WGs, hier beschr\u00e4nkt bis zu 10 Mitbewohnern:<\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Anz_Pers_WG_gr_Gender-1.html\" width=\"100%\" height=\"500\" scrolling=\"yes\" class=\"iframe-class\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Daten : Statistik Stadt Z\u00fcrich; Darstellung: Tobias Ackermann<\/p><p><strong>Nationalit\u00e4t<\/strong><\/p><p><span style=\"color: #333333\">Wie beim Geschlecht kann auch die Frage danach gestellt werden, \u00a0wie homogen Wohngemeinschaften bez\u00fcglich ihrer Nationalit\u00e4t sind. Es zeigt sich, dass SchweizerInnen deutlich h\u00e4ufiger\u00a0in national-homogenen WGs leben (50,56%)\u00a0als Personen einer anderen Herkunft (18,06%). Dies zeigt sich auch an der Verteilung der Herkunft von Personen\u00a0in Bezug auf die\u00a0Anzahl Nationen in einer WG. So leben SchweizerInnen im Durchschnitt mit 1,62 anderen Nationen zusammen, w\u00e4hrend Personen anderer Herkunft mit durchschnittlich 2,19 anderen Nationen zusammenwohnen:<\/span><\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Anz_Pers_nach_Anz_Nat-1.html\" width=\"100%\" height=\"500\" scrolling=\"yes\" class=\"iframe-class\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Daten : Statistik Stadt Z\u00fcrich; Darstellung: Tobias Ackermann<\/p><p>Das Ergebnis muss nicht grunds\u00e4tzlich heissen, dass SchweizerInnen vermehrt mit ihresgleichen zusammenwohnen wollen. Viel mehr kann dies als Ausdruck der allgemeinen Bev\u00f6lkerungsstruktur verstanden werden: SchweizerInnen haben eine viel gr\u00f6ssere Auswahl, mit einem\/einer anderen SchweizerIn zusammen zu ziehen, als dies beispielsweise f\u00fcr Personen mit einer anderen Herkunft \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist.<\/p><p><strong>Das Alter<\/strong><\/p><p>Auch ist das Alter von Interesse. Wer behauptet, WGs seien nur etwas f\u00fcr junge Leute im Studium oder in der Ausbildung t\u00e4uscht sich: der gr\u00f6sste Anteil an Personen in WGs machen die 25-29-J\u00e4hrigen aus, gefolgt von den 20-15-J\u00e4hrigen. Allerdings machen die 30 bis 50-J\u00e4hrigen gemeinsam immer noch gut einen Viertel der Personen aus, die in Wohngemeinschaften leben.<\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Reltiver_Anteil_Altersgruppen.html\" width=\"100%\" height=\"500\" scrolling=\"yes\" class=\"iframe-class\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Daten : Statistik Stadt Z\u00fcrich; Darstellung: Tobias Ackermann<\/p><p>Durchschnittlich leben Kinder unter 20 mit \u00fcber f<span style=\"color: #333333\">\u00fcnf\u00a0w<\/span>eiteren Personen im selben Haushalt. Erstaunlich ist, dass gerade die am st\u00e4rksten vertretene Altersklasse \u2013 die 25-30-J\u00e4hrigen mit im Vergleich wenigen Personen zusammenwohnen, w\u00e4hrend die 30 bis 50-J\u00e4hrigen wieder mit eher mehr Personen zusammenleben:<\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Durch_NWG_Alter.html\" width=\"100%\" height=\"500\" scrolling=\"yes\" class=\"iframe-class\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Daten : Statistik Stadt Z\u00fcrich; Darstellung: Tobias Ackermann<\/p><p>Wie sieht es nun aber mit der Homogenit\u00e4t der WGs bez\u00fcglich Alter aus? Es zeigen sich deutliche Unterschiede: <span style=\"color: #333333\">w\u00e4hrend\u00a0Personen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren relativ h\u00e4ufig (\u00fcber ein F\u00fcnftel) in altershomogenen Wohngemeinschaften leben, gilt<\/span> dies f\u00fcr die anderen Alterskategorien nicht mehr. Selbstverst\u00e4ndlich ist dies f\u00fcr Kinder, da sie nicht ohne Erwachsene Personen in einem Haushalt leben k\u00f6nnen. Dies wirkt\u00a0sich auch darauf aus,\u00a0dass Personen \u00fcber 35 Jahre selten in altershomogenen Wohngemeinschaften leben, da sie eventuell Eltern sind.<\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Ant_alter_homogen.html\" width=\"100%\" height=\"500\" scrolling=\"yes\" class=\"iframe-class\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Daten : Statistik Stadt Z\u00fcrich; Darstellung: Tobias Ackermann<\/p><p><strong>Schweizer M\u00e4nner zwischen 20 und 30<\/strong><\/p><p>Die Analyse der Daten\u00a0kann\u00a0das Sprichwort in der Einleitung nur bedingt best\u00e4tigen. Altershomogenit\u00e4t zeigt sich\u00a0nur in\u00a0zwei <span style=\"color: #ff0000\"><span style=\"color: #333333\">der zw\u00f6lf<\/span>\u00a0<\/span>Altersklassen, wenn auch nur bedingt. Die Homogenit\u00e4t bez\u00fcglich\u00a0Herkunft in einer WG h\u00e4ngt stark von der Nationalit\u00e4t selbst ab. So stimmt die Homog\u00e4nit\u00e4tsannahme f\u00fcr SchweizerInnen, allerdings deutlich weniger f\u00fcr andere Nationen. Und auch bez\u00fcglich Geschlechterhomogenit\u00e4t ist die Annahme abh\u00e4ngig vom \u201eGeschlecht der WG\u201c. So ist die Wahrscheinlichkeit eine homogenen Wohngemeinschaft anzutreffen am gr\u00f6ssten unter Schweizer M\u00e4nner im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.<\/p><p>Auch wenn es nur bedingt zutrifft, dass &#8222;Gleich und Gleich&#8220; \u00a0in einer Wohngemeinschaft anzutreffen ist, so zeigt sich, dass die Wohngemeinschaft eine Wohnform mit vielen Facetten ist, in der sich die Diversit\u00e4t\u00a0der Stadt Z\u00fcrich widerspiegelt.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong>Informationen zum Blogbeitrag<\/strong><\/p><p>Verfasser: Tobias Ackermann<\/p><p>Daten: Statistik Stadt Z\u00fcrich<\/p><p>Abgabe: 17.12.2017 im Rahmen des Forschungsseminars Politischer Datenjournalismus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So wohnen Z\u00fcrichs Wohngemeinschaften \u201eGleich und\u00a0Gleich gesellt sich gern\u201c \u2013 trifft dies auch auf die Bewohner der Stadtz\u00fcrcher Wohngemeinschaften zu, oder sind sie so divers wie die Stadt selbst?Das mediale Interesse am Wohnen in der Stadt ist gross. Viele Artikel besch\u00e4ftigen sich mit der Gentrifizierung und der Aufwertung von Stadtquartieren. Dabei gehen typische\u00a0Wohnformen vergessen \u2013 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":69,"featured_media":14532,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[309,332],"class_list":["post-13357","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-stadt-zuerich","tag-wohnen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/69"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13357"}],"version-history":[{"count":40,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13357\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14684,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13357\/revisions\/14684"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14532"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}