{"id":13515,"date":"2017-12-16T13:26:32","date_gmt":"2017-12-16T12:26:32","guid":{"rendered":"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=13515"},"modified":"2018-01-12T12:32:16","modified_gmt":"2018-01-12T11:32:16","slug":"nicht-alle-quartiere-koennen-bei-den-jungen-punkten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2017\/12\/16\/nicht-alle-quartiere-koennen-bei-den-jungen-punkten\/","title":{"rendered":"Nicht alle Z\u00fcrcher Quartiere k\u00f6nnen bei den Jungen punkten"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Es sind haupts\u00e4chlich junge Leute, die es in die Stadt Z\u00fcrich zieht. Doch nicht alle Quartiere sind f\u00fcr Junge gleich attraktiv.<\/em><\/strong><\/p><p>Im vergangenen Jahr zogen 23\u2019773 Leute im Alter von 20 bis 35 in die Stadt Z\u00fcrich. Keine andere Altersgruppe verzeichnete \u00e4hnlich hohe Zahlen. Dies ergab eine Analyse der Daten von Statistik Stadt Z\u00fcrich zur Bev\u00f6lkerungszusammensetzung und Wohnsituation der Z\u00fcrcher Stadtb\u00fcrger.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13824\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-Zuz\u00fcge-nach-Alter-2016-1.png\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"735\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-Zuz\u00fcge-nach-Alter-2016-1.png 750w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-Zuz\u00fcge-nach-Alter-2016-1-300x294.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-Zuz\u00fcge-nach-Alter-2016-1-60x60.png 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p><p>Unter den jungen Neuzuz\u00fcgern ist auch Corina Wiher. Die 22-j\u00e4hrige Studentin, die im Bezirk Horgen aufgewachsen ist, zog vor etwas mehr als einem Jahr in die Stadt. Gemeinsam mit einer Studienkollegin hat sie eine Wohngemeinschaft im Stadtquartier Werd im Kreis 4 gegr\u00fcndet. \u201eIch bin vor allem wegen des Studentenlebens nach Z\u00fcrich gezogen\u201c, sagt sie. F\u00fcr das Werd-Quartier w\u00fcrden einerseits die guten Anbindungen an den \u00f6ffentlichen Verkehr, die zentrale Lage und das grosse Angebot an Bars und sonstigen Lokalen im n\u00e4heren Umkreis sprechen.<\/p><p><strong><em>Grosse Unterschiede zwischen den Quartieren<\/em><\/strong><\/p><p>Das Quartier Werd ist \u00e4usserst beliebt bei jungen Leuten, wie die Daten zeigen. Neben den Quartieren Escher Wyss, Hard, Hochschulen, Langstrasse und Oerlikon geh\u00f6rt es zu den Stadtquartieren, die im Jahr 2016 einen \u00fcberdurchschnittlich hohen Anteil an jungen Bewohnern aufweisen. \u00dcber 33 Prozent der Einwohner je Quartier sind zwischen 20 und 35 Jahre alt.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13834\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-Altersverteilung-alle-Quartiere-Small-Multiples.png\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"765\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-Altersverteilung-alle-Quartiere-Small-Multiples.png 720w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-Altersverteilung-alle-Quartiere-Small-Multiples-282x300.png 282w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/p><p>Doch nicht alle Quartiere sind gleich beliebt bei den jungen Leuten. So verzeichnen etwa die Quartiere Fluntern, Friesenberg, Hirslanden, Leimbach und Witikon mit Anteilen unter 23 Prozent \u2013 also rund 5 Prozentpunkte unter dem Gesamtz\u00fcrcher Durchschnitt \u2013 die tiefsten Anteile junger Leute im Jahr 2016.<\/p><p><strong><em>Witikon hatte bisher das Nachsehen<\/em><\/strong><\/p><p>Mit Ausnahme von Leimbach (+0.08%), haben die Anteile der Jungen in den bei Jungen weniger beliebten Quartieren Friesenberg, Hirslanden, Leimbach und Witikon \u00fcber die Jahre hinweg abgenommen. Besonders frappant ist die Entwicklung im Quartier Fluntern, wo der Anteil Junger von 1993 bis 2016 um 4.5 Prozent abgenommen hat.<\/p><p>Ein Grund f\u00fcr die sinkende Attraktivit\u00e4t des Quartiers Fluntern bei jungen Leuten k\u00f6nnten die hohen Mietpreise im Z\u00fcrichberg sein. Auch die etwas abgeschiedene Lage, die fehlenden Beizen und die relativ schlechte Versorgungslage k\u00f6nnten Gr\u00fcnde daf\u00fcr sein, dass seit einigen Jahren nur noch wenige Junge in den Fluntern wohnen. Immer wieder gibt es <a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/zuerich\/stadt\/Der-Zuerichberg-istvolldiePampa\/story\/31175676\">Versuche, das Gebiet zu beleben<\/a>.\u00a0Das pulsierende Leben findet jedoch meist noch immer ausserhalb des Villenquartiers statt.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14647\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-verbessert-2.png\" alt=\"\" width=\"658\" height=\"765\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-verbessert-2.png 658w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-verbessert-2-258x300.png 258w\" sizes=\"auto, (max-width: 658px) 100vw, 658px\" \/><\/p><p>Mit einem Anteil von gerade mal 16 Prozent wohnen 2016 anteilsm\u00e4ssig am wenigsten Junge in Witikon. Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr k\u00f6nnte die schlechte Verbindung des \u00f6ffentlichen Verkehrs in die Innenstadt sein. Witikon ist das einzige Stadtquartier ohne direkte Verbindung ins Stadtzentrum: Die Reise bedingt stets ein Umsteigen am Klusplatz. Seit den1980er Jahren k\u00e4mpft die Quartierbev\u00f6lkerung f\u00fcr eine <a href=\"https:\/\/vbzonline.ch\/2017\/11\/30\/der-witiker-bus-krimi\/\">bessere Anbindung an den \u00f6ffentlichen Verkehr<\/a>, lange erfolglos. Erst 2013 konnten sich die kantonalen Beh\u00f6rden mit den Witikern einigen und eine L\u00f6sung erarbeiten. Seit dem Fahrplanwechsel vom 10. Dezember f\u00e4hrt die Buslinie 31 neu bis nach Witikon. Was dies f\u00fcr die Entwicklung des Quartiers und die Anziehungskraft auf junge Leute bedeutet, wird sich zeigen.<\/p><p><strong><em>Langstrasse bleibt attraktiv<\/em><\/strong><\/p><p>Auch in den Quartieren, in denen \u00fcberdurchschnittlich viele Junge wohnen, gibt es grosse Unterschiede. So wohnen im Quartier Hochschulen mittlerweile rund neun Prozent weniger Junge als noch vor 20 Jahren. Auch die Anteile im Werd-Quartier haben um rund sieben Prozent abgenommen. Diese Entwicklung k\u00f6nnte damit zusammenh\u00e4ngen, dass andere Quartiere f\u00fcr die jungen Leute massiv an Attraktivit\u00e4t gewonnen haben.<\/p><p>Denn in die entgegengesetzte Richtung geht der Trend in den Quartieren Escher Wyss, Hard und Oerlikon, die immer mehr Junge beheimaten. Wenig \u00fcberraschend ist die Zunahme im Escher Wyss, wo seit den 1990er\u00a0Jahren viel in die Wiederbelebung des Quartiers investiert wurde, mit fast acht Prozent zwischen 1993 und 2016 am Gr\u00f6ssten, gefolgt von den Quartieren Hard (+6.6%) und Oerlikon (+5.3%). Einzig rund um die Langstrasse bleibt der Anteil Junger \u00fcber die Jahre hinweg konstant bei rund 40 Prozent.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14646\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-verbessert-1.png\" alt=\"\" width=\"658\" height=\"765\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-verbessert-1.png 658w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/PNG-verbessert-1-258x300.png 258w\" sizes=\"auto, (max-width: 658px) 100vw, 658px\" \/><\/p><p>Wie Corina Wiher entscheiden sich laut den Ergebnissen also viele junge Erwachsene f\u00fcr Quartiere, die gut an den \u00f6ffentlichen Verkehr angebunden und voller Leben sind. Der hohe Anteil Junger in Oerlikon und im Quartier Hochschulen k\u00f6nnte mit der N\u00e4he zur Universit\u00e4t im Zentrum und zu den Universit\u00e4tsgeb\u00e4uden in Oerlikon zusammenh\u00e4ngen.<\/p><p>Die restlichen Gebiete, die hohe Anteile an Jungen aufweisen, liegen alle in den Kreisen 4 und 5. Hier befindet sich mit der Langstrasse das Zentrum der Z\u00fcrcher Ausgangskultur. Kein Viertel weist laut <a href=\"https:\/\/www.stadt-zuerich.ch\/prd\/de\/index\/statistik\/publikationen-angebote\/publikationen\/Quartierspiegel.html\">Quartierspiegel der Stadt Z\u00fcrich<\/a>\u00a0mehr Gastronomiebetriebe auf als die Langstrasse, die ihr Image als Multikulti-Quartier seit Jahren aufrechterhalten kann.<\/p><p>Auch Corina Wiher war es wichtig, so nahe wie m\u00f6glich an der Langstrasse und somit den bei Studenten beliebten Ausgangsgebieten zu wohnen. Da sie ihre WG jedoch im Rahmen der Juwo gr\u00fcndete, also des Jugendwohnnetzes Z\u00fcrich, welches Wohnungen an junge Erwachsene in der Ausbildung vermietet, war sie nicht g\u00e4nzlich frei in der Wahl des Wohnviertels. \u201eWir hatten Gl\u00fcck, dass wir eine Wohnung im Kreis 4 erhielten\u201c, sagt Wiher.<\/p><p>L\u00e4ngerfristig in der Stadt zu leben, kann sie sich jedoch trotzdem nur schwer vorstellen. \u201eIch habe immer gesagt, dass ich wieder an den Z\u00fcrichsee zur\u00fcckziehe, sollte ich irgendwann eine Familie gr\u00fcnden\u201c, sagt Corina Wiher. \u201eDas Famili\u00e4re, Nachbarschaftliche, das ich von meiner Heimat her kenne, sucht man in Z\u00fcrich leider meistens vergeblich.\u201c<\/p><p><em>Natalie Wenger<\/em><\/p><p>&nbsp;<\/p><p>&nbsp;<\/p><p><b>Informationen zum Blogbeitrag<\/b><\/p>\n<h4>Verfasser: Natalie Wenger, Matrikel Nr:\u00a014-705-206 | natalie.wenger@uzh.ch<\/h4>\n<h4>Abgabe: 17.12.2017<\/h4>\n<h4>Forschungsseminar Politischer Datenjournalismus (Herbstsemester 2017)<\/h4>\n<h4>Dozierende: Prof. Dr. Fabrizio Gilardi, Dr.\u00a0 Bruno W\u00fcest und Alexandra Kohler<\/h4>\n<h4>Wort-Anzahl:<span style=\"color: #ff6600\">\u00a0<span style=\"color: #000000\">814<\/span><\/span><\/h4><p>&nbsp;<\/p><p><b>Hinweise zu den Daten und zur Literatur<\/b><\/p>\n<h4>Die Daten, auf denen der Beitrag basiert, stammen vom Statistischen Amt der Stadt Z\u00fcrich.\u00a0Die Daten wurden dem Institut f\u00fcr Politikwissenschaften Z\u00fcrich der Universit\u00e4t Z\u00fcrich im Rahmen des Forschungsseminars Politischer Datenjournalismus zur Verf\u00fcgung gestellt. Der Datensatz beinhaltet Individualdaten zu sozidemographischen Merkmalen der Z\u00fcrcher Bev\u00f6lkerung, zu Wohnort und Wohnsituation, sowie zu Zuz\u00fcgen, Wegz\u00fcgen und Umz\u00fcgen. Zus\u00e4tzlich ist auch die Wohngr\u00f6sse im Datensatz enthalten. Die Daten decken den Zeitraum von 1993 bis 2016 ab, wobei jedoch beachtet werden muss, dass nicht alle Variablen w\u00e4hrend des gesamten Zeitraumes erhoben wurden. Die Daten entsprechen einer Vollerhebung der Einwohner der Stadt Z\u00fcrich. Die Daten wurden anonymisiert. R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Personen sind daher nicht m\u00f6glich.<\/h4><p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Der Beitrag st\u00fctzt sich auf folgende Quellen:<\/h4>\n<h4><\/h4>\n<h4>&#8211; Stadt Z\u00fcrich (2015): Quartierspiegel \u2013 \u00dcber 1000 Seiten Information zu Z\u00fcrichs Quartieren. (<a href=\"https:\/\/www.stadt-zuerich.ch\/prd\/de\/index\/statistik\/publikationen-angebote\/publikationen\/Quartierspiegel.html\">https:\/\/www.stadt-zuerich.ch\/prd\/de\/index\/statistik\/publikationen-angebote\/publikationen\/Quartierspiegel.html<\/a>\u00a0[Stand 14.12.2017]).<\/h4>\n<h4>&#8211; Natascha Klinger (2017): Der Witiker Bus-Krimi. (https:\/\/vbzonline.ch\/2017\/11\/30\/der-witiker-bus-krimi\/ [Stand 14.12.2017]).<\/h4>\n<h4>&#8211; Monica M\u00fcller (2014): &#8222;Der Z\u00fcrichberg ist voll die Pampa&#8220;. (https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/zuerich\/stadt\/Der-Zuerichberg-istvolldiePampa\/story\/31175676 [Stand 14.12.2017]).<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind haupts\u00e4chlich junge Leute, die es in die Stadt Z\u00fcrich zieht. Doch nicht alle Quartiere sind f\u00fcr Junge gleich attraktiv.Im vergangenen Jahr zogen 23\u2019773 Leute im Alter von 20 bis 35 in die Stadt Z\u00fcrich. 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