{"id":14921,"date":"2018-05-27T15:16:27","date_gmt":"2018-05-27T13:16:27","guid":{"rendered":"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=14921"},"modified":"2018-06-22T15:11:13","modified_gmt":"2018-06-22T13:11:13","slug":"ueli-maurer-haelt-die-einfachsten-und-hans-rudolf-merz-die-schwierigsten-reden-alain-berset-glaenzt-mit-dem-groessten-vokabular","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2018\/05\/27\/ueli-maurer-haelt-die-einfachsten-und-hans-rudolf-merz-die-schwierigsten-reden-alain-berset-glaenzt-mit-dem-groessten-vokabular\/","title":{"rendered":"Nur die wenigsten Bundesr\u00e4te dr\u00fccken sich auch so volksnah aus, wie sie sich geben"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Damit das Gesagte beim Publikum ankommt, hilft gute Rhetorik, die richtige Wortwahl und ein nicht zu gehobenes Sprachniveau. Eine Analyse von 949 Bundesratsreden zeigt, welche Ratsmitglieder besonders einfache Reden halten und wer das gr\u00f6sste Vokabular braucht.<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_14972\" style=\"width: 790px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14972\" class=\"wp-image-14972 size-large\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Blog_bild-1024x640.png\" alt=\"\" width=\"780\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Blog_bild-1024x640.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Blog_bild-300x188.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Blog_bild-768x480.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Blog_bild.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px\" \/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-14972\" class=\"wp-caption-text\">Auch die beste Rede bringt nur wenig, wenn sie nicht verstanden wird. (Bild: Alessandro Feller)<\/p>\n<\/div><p>Bundesr\u00e4te sind an Volksfesten, Messen, Vereinsversammlungen oder Bundesfeiern gefragte G\u00e4ste. Gross ist die Ehre, wenn sich ein Regierungsmitglied dann noch die Zeit nimmt, um pers\u00f6nlich eine Ansprache zu halten. Gemeinhin wird diesen \u00f6ffentlichen Auftritten grosse Beachtung geschenkt, und dies obwohl die Bundesr\u00e4te nur selten einmal f\u00fcr rhetorische Sternstunden sorgen. Unvergessen bleibt beispielsweise <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LnTD10l7Ky4\">Adolf Ogis Neujahresansprache 2000<\/a> vor dem L\u00f6tschbergtunnel in Kandersteg. Im Schneegest\u00f6ber liest der damalige Bundespr\u00e4sident neben einem Tannenb\u00e4umchen mit grosser M\u00fche seine franz\u00f6sische Rede vom Teleprompter ab und w\u00fcnscht der Bev\u00f6lkerung ein frohes neues Jahr. Ebenfalls in das kollektive Ged\u00e4chtnis d\u00fcrfte sich die <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=cErlcvfjyZU\">\u00abB\u00fcndnerfleisch-Rede\u00bb von Hans-Rudolf Merz<\/a> gebrannt haben. Bei einem seiner letzten Auftritte im Ratsplenum stolperte er in einer in Beamtendeutsch verfassten Stellungnahme zur Verzollung von gew\u00fcrztem Fleisch \u00fcber das Wort \u00abB\u00fcndnerfleisch\u00bb. Prustend begann der ehemalige Finanzminister loszulachen, was ihm spontanen Applaus und Medienaufmerksamkeit bis weit \u00fcber die Landesgrenzen hinaus bescherte.<\/p><p>Auch Johann Schneider-Ammann sorgt immer wieder f\u00fcr Schmunzler. Der abtretende Wirtschaftsminister ist bekannt f\u00fcr seinen monotonen Vortragsstil, seine sperrige Ausdrucksweise und f\u00fcr die rhetorische Distanz zu seinem Publikum. Er gilt bei vielen deshalb <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZvkeNKdqWv4\">nicht als der beste Redner<\/a>. Tragisch ist das nat\u00fcrlich nicht. An Anl\u00e4ssen, bei denen man haupts\u00e4chlich eine Repr\u00e4sentativaufgabe wahrnimmt, gelingen einem in aller Regel keine Worte f\u00fcr die Ewigkeit. Trotzdem d\u00fcrfte man von einem Regierungsmitglied ein gewisses Mass an Redegewandtheit erwarten, schliesslich besteht eine der Hauptaufgaben der Bundesr\u00e4te darin, die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Ratsgesch\u00e4fte aufzukl\u00e4ren und den Staat gegen Aussen zu repr\u00e4sentieren.<\/p><p>Eloquenz umfasst neben einem sicheren Auftreten, guter Artikulation und der Metaphorisierung der Sprache auch die Wortwahl und das Sprachniveau. An den letzten beiden Punkten kn\u00fcpft der vorliegende Beitrag an. Mittels einer quantitativen Textanalyse wurden 949 deutschsprachige Bundesratsreden auf ihre Textkomplexit\u00e4t und Wortwahl hin analysiert.<\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"510\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" src=\"\/\/plot.ly\/~alfell\/4.embed\" class=\"iframe-class\"><\/iframe><\/p><p>Die obenstehende Grafik zeigt die Textkomplexit\u00e4t der untersuchten Bundesratsreden. Gemessen wurde sie anhand eines Lesbarkeitsindexes (siehe Infobox), wobei h\u00f6here Werte eine schwierigere Textkomplexit\u00e4t darstellen und tiefe Werte f\u00fcr gut verst\u00e4ndliche Texte stehen. Vergleicht man die Regierungsparteien, scheinen die FDP- und CVP-Bundesr\u00e4te vermehrt schwierige Reden zu halten. Dies im Unterschied zu ihren KollegInnen aus der SP oder der SVP. Des Weiteren ist ein leicht abnehmender Trend \u00fcber die Jahre hinweg zu verzeichnen \u2013 die \u00f6ffentlichen Ansprachen scheinen mit der Zeit einfacher verst\u00e4ndlich geworden zu sein. Diese Vermutung kann mit Zahlen belegt werden: Die Textkomplexit\u00e4t nimmt pro Jahr durchschnittlich um 0.28 Indexpunkte ab, wobei der Unterschied statistisch signifikant ist.<\/p>\n<table style=\"height: 604px\" width=\"843\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 50px;background-color: #f0f0f0;padding-left: 25px;padding-right: 25px\">\n<h3><strong>Flesch-Reading-Ease <\/strong><\/h3>\n<h6>Der Lesbarkeitsindex <em>Flesch-Reading-Ease<\/em>, auch <em>Flesch-Grad<\/em> genannt, ist ein numerischer Wert f\u00fcr die Lesbarkeit eines Textes. Urspr\u00fcnglich wurde er f\u00fcr die englische Sprache entwickelt. Wird jedoch die Berechnungsformel angepasst, kann er auch auf deutsche Textquellen angewendet werden. F\u00fcr die deutsche Sprache berechnet er sich aus folgender Formel:<\/h6>\n<h3 style=\"text-align: center\">FRE = 180 &#8211; dSL &#8211; (58.8 \u22c5 dSpW)<\/h3><p><strong>dSL<\/strong> = Die durchschnittliche Satzl\u00e4nge ergibt sich, indem die Anzahl der W\u00f6rter im Text durch die Anzahl der S\u00e4tze des Textes dividert wird.<\/p><p><strong>dSpW<\/strong> = Die durchschnittliche Silbenanzahl pro Wort ergibt sich, indem die Silbenzahl des gesamten Textes durch die Anzahl der W\u00f6rter im Text dividiert wird.<\/p><p>Der besseren Verst\u00e4ndlichkeit halber wurde der Index f\u00fcr diese Analysen invertiert, sodass Texte mit Werten von 0-10 f\u00fcr 11-j\u00e4hrige Sch\u00fcler (leicht), solche mit Werten von 30-40 f\u00fcr 13-15-j\u00e4hrige Sch\u00fcler (mittel) und Texte mit Werten von 70-100 f\u00fcr Akademiker (schwer) verst\u00e4ndlich sein sollten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2><strong>CVP und FDP mit sehr komplexen Reden<br \/>\n<\/strong><\/h2><p>Obwohl sich die meisten Bundesratsreden jeweils an ein spezifisches Publikum richten, ist ihr Inhalt aufgrund des \u00d6ffentlichkeitsprinzips an die gesamte Bev\u00f6lkerung adressiert. Aus diesem Grund sollte eine Rede nicht zu schwer verst\u00e4ndlich sein. Ein Blick auf die n\u00e4chste Grafik best\u00e4rkt die vorg\u00e4ngig ge\u00e4usserte Vermutung, wonach die Vertreter der b\u00fcrgerlichen Mitteparteien schwierige Reden halten. Rund 84 Prozent der Ansprachen der FDP-Bundesr\u00e4te sind in schwieriger Sprache verfasst. Lediglich circa 14,5 Prozent sind mittelschwerer Natur und f\u00fcr eine breite Masse gut verst\u00e4ndlich. Mit einer durchschnittlichen Textkomplexit\u00e4t von 56,27 rangiert die FDP zudem auf dem zweiten Platz. Im Parteivergleich sind nur die Reden der CVP \u2013 also diejenigen von Doris Leuthard \u2013 noch komplizierter (durchschnittliche Textkomplexit\u00e4t: 56,76). Die Verkehrsministerin h\u00e4lt gut 83 Prozent ihrer Reden auf einem hohen Sprachniveau.<\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/LFk6u\/3\/\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allowtransparency=\"true\" width=\"600\" height=\"328\" class=\"iframe-class\"><\/iframe><\/p><p>Die Vertreter der SVP stechen mit einem unterdurchschnittlich tiefen Anteil mittelschwerer Reden heraus. Rund 47 Prozent ihrer Ansprachen sind so verfasst, dass sie f\u00fcr die Allgemeinheit gut verst\u00e4ndlich sind. Bezogen auf die Textkomplexit\u00e4t scheint die Volkspartei ihrem Namen also treu zu bleiben. Unabh\u00e4ngig von der Parteizugeh\u00f6rigkeit f\u00e4llt aber auf, dass ein Grossteil der analysierten Ansprachen sehr komplex ist. 691 der 961 Bundesratsreden k\u00f6nnen als schwierig qualifiziert werden, bloss deren 19 sind in mittlerer Sprachschwierigkeit verfasst. Leichte Reden fehlen im Textkorpus g\u00e4nzlich.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Maurer und Berset halten die einfachsten Ansprachen<\/strong><\/h2><p>Auf Ebene der Verfasser sind es vor allem der Fribourger Alain Berset und der jetzige Vorsteher des eidgen\u00f6ssischen Finanzdepartements Ueli Maurer, die sich mit den gr\u00f6ssten Anteilen an mittelschweren Reden von ihren Kollegen abgrenzen. 13 der 32 Ansprachen Bersets sind mittelschwer und der als volksnah geltende Ueli Maurer hielt die H\u00e4lfte seiner Reden und Referate auf dieser Schwierigkeitsstufe. Hans-Rudolf Merz hingegen h\u00e4lt die schwierigsten Reden. 113 seiner insgesamt 124 untersuchten Reden sind von schwieriger Textkomplexit\u00e4t, das entspricht einem Anteil von rund 91 Prozent. Auff\u00e4llig sind zudem die Reden von Eveline Widmer-Schlumpf. Sie ist die einzige der MagistratInnen, die gleichzeitig den gr\u00f6ssten Anteil an mittelleichten sowie sehr schweren Texten aufweist.<\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/XbBD7\/3\/\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allowtransparency=\"true\" width=\"600\" height=\"556\" class=\"iframe-class\"><\/iframe><\/p><p>Betrachtet man den durchschnittlichen <em>Reading-Ease<\/em>-Index der einzelnen Bundesratsreden, wird erkennbar, dass es wieder Ueli Maurer und Alain Berset sind, die mit Werten rund um 49 Indexpunkten die simpelsten Reden halten. Die Ansprachen des ehemaligen Energieministers Moritz Leuenberger, welcher als ausgezeichneter Redner gilt, weisen mit 51,73 ebenfalls einen unterdurchschnittlichen Lesbarkeitsindex auf. Leuenberger rangiert an dritter Stelle und bedient sich einer deutlich einfacheren Sprache als zum Beispiel Doris Leuthard, die ebenfalls als gute Rednerin bekannt ist. Im Vergleich der Bundesr\u00e4te h\u00e4lt die Aargauerin durchschnittlich die zweitschwierigsten Ansprachen.<\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/sswTc\/3\/\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allowtransparency=\"true\" width=\"600\" height=\"500\" class=\"iframe-class\"><\/iframe><\/p><p>Die <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-10234.html\">schwierigste analysierte Rede<\/a> stammt aus der Feder von Hans-Rudolf Merz. Mit rund 15 Worten pro Satz, 2.38 Silben pro Wort und einer Textkomplexit\u00e4t von 73,9 gilt sie als sehr schwierig und m\u00fcsste laut der<em> Reading-Ease-<\/em>Klassifizierung lediglich f\u00fcr Akademiker verst\u00e4ndlich sein. Auf der anderen Seite, und nach dem oben Gesagten nicht weiter erstaunlich, sind es die SVP-Bundesr\u00e4te, welche die drei einfachsten Reden gehalten haben. Samuel Schmids Trauerrede <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-21649.html\">\u201ePetrus hat einem guten Mann die T\u00fcr ge\u00f6ffnet\u201c<\/a> aus dem Jahr 2008 ist mit einer Textkomplexit\u00e4t von 29,4 Indexpunkten die einfachste.<\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Komplexita\u0308t_Liste.html\" scrolling=\"yes\" frameborder=\"0\" allowtransparency=\"true\" width=\"900\" height=\"600\" class=\"iframe-class\"><\/iframe><\/p>\n<h2><strong>Berset punktet mit gr\u00f6sstem Vokabular<br \/>\n<\/strong><\/h2><p>Auch die Wortwahl ist ein Faktor f\u00fcr rhetorische Qualit\u00e4ten. Wer sprachliche Eint\u00f6nigkeit in seiner Rede verhindern m\u00f6chte, w\u00e4hlt am besten ein breites Vokabular. Eine Analyse der einzigartigen Worte zeigt, dass Alain Berset mit 3526 <em>unique words<\/em> \u2013 also W\u00f6rtern, die in seinen Reden nur einmal vorkommen \u2013 das gr\u00f6sste Vokabular aller MagistratInnen ben\u00fctzt. Da jeweils nur die ersten 12&#8217;209 Worte eines jeden Ratsmitgliedes untersucht wurden und sich die Analyse lediglich auf die \u00f6ffentlichen Bundesratsreden beschr\u00e4nkt, sind diese Ergebnisse nat\u00fcrlich nicht als absolut und allgemeing\u00fcltig zu betrachten und sollen den tats\u00e4chlichen Wortschatz nicht in Frage stellen.<\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/vVsgz\/4\/\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allowtransparency=\"true\" width=\"600\" height=\"556\" class=\"iframe-class\"><\/iframe><\/p><p>Als Referenz wurden zus\u00e4tzlich die letzten 20 Reden der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Untersuchung miteinbezogen. Erstaunlicherweise ist nur jedes f\u00fcnfte von ihr gebrauchte Wort einzigartig. Dies verwundert, zumal sie die einzige Person ist, deren Muttersprache Hochdeutsch ist. Ihr relativ \u00abschlechtes\u00bb Abschneiden k\u00f6nnte damit erkl\u00e4rt werden, dass nicht wenige Reden der Schweizer Ratsmitglieder mit italienischen, franz\u00f6sischen und teils r\u00e4toromanischen Worten oder Helvetismen gespickt sind und sich dadurch der Anteil einzigartiger W\u00f6rter erh\u00f6ht.<\/p><p>Wer ist nun der\/die beste RednerIn? Betrachtet man die Wortwahl sowie die Textkomplexit\u00e4t k\u00f6nnen Alain Berset, Samuel Schmid und Moritz Leuenberger als gute Redner qualifiziert werden. Rund jedes dritte von ihnen gebrauchte Wort ist einzigartig und alle bedienen sich eines nicht allzu gehobenen Sprachniveaus.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"background-color: #f0f0f0;padding-left: 25px;padding-right: 25px\">\n<h3><strong>Daten<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<h6>Die in dieser Analyse ber\u00fccksichtigten Bundesratsreden stammen von der <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/reden\/reden-der-bundesraete.html\">Medienseite der Schweizer Bundesregierung<\/a> und wurden mittels Webscraping beschafft. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich vom 13. Februar 2004 bis zum 27. Januar 2018. Reden, welche auf anderen Departementsseiten publiziert sind, wurden nicht ber\u00fccksichtigt. Aus diesem Grund ist zum Beispiel der ehemalige Bundesrat Christoph Blocher nicht im Sample, s\u00e4mtliche seiner Reden sind auf der Internetseite des EJPD ver\u00f6ffentlicht. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Simonetta Sommaruga und Guy Parmelin. Der Grossteil ihrer Ansprachen sind nicht auf admin.ch zu finden. Um Verzerrungen in den Ergebnissen zu vermeiden, wurde das neuste Bundesratsmitglied ebenfalls aus der Analyse ausgeschlossen. Die Anzahl Reden Ignazio Cassis&#8216; ist bis anhin zu gering. Die deutschsprachigen Reden wurden sodann mithilfe eines Spracherkennungs-Algorithmus identifiziert.<\/h6>\n<h3><strong>Informationen zum Beitrag<\/strong><\/h3>\n<h6>Blogbeitrag im Rahmen des Forschungsseminars \u00abPolitischer Datenjournalismus\u00bb. Eingereicht am 27.05.2018. Der Textkorpus und das R-Skript k\u00f6nnen auf Anfrage beim Autor bezogen werden.<\/h6><p>&nbsp;<\/p><p><strong>Anzahl Worte: <\/strong>1091 exkl. Infoboxen<\/p><p><strong>Verfasser:<\/strong> Alessandro Feller, Matr. Nr: 11-720-190 | alessandro.feller@uzh.ch<\/p><p><strong>Dozierende:<\/strong> Dr. des. Bruno W\u00fcest und Alexandra Kohler.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Damit das Gesagte beim Publikum ankommt, hilft gute Rhetorik, die richtige Wortwahl und ein nicht zu gehobenes Sprachniveau. Eine Analyse von 949 Bundesratsreden zeigt, welche Ratsmitglieder besonders einfache Reden halten und wer das gr\u00f6sste Vokabular braucht. Bundesr\u00e4te sind an Volksfesten, Messen, Vereinsversammlungen oder Bundesfeiern gefragte G\u00e4ste. 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