{"id":26231,"date":"2022-02-02T15:11:10","date_gmt":"2022-02-02T14:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=26231"},"modified":"2024-10-14T21:32:00","modified_gmt":"2024-10-14T19:32:00","slug":"seit-2019-gibt-es-mehr-frauen-im-parlament-als-je-zuvor-doch-was-hat-sich-wirklich-veraendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2022\/02\/02\/seit-2019-gibt-es-mehr-frauen-im-parlament-als-je-zuvor-doch-was-hat-sich-wirklich-veraendert\/","title":{"rendered":"Seit 2019 gibt es mehr Frauen im Parlament als je zuvor, doch was hat sich wirklich ver\u00e4ndert?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>2019 wurden so viele Frauen wie noch nie in den Nationalrat gew\u00e4hlt. Die Euphorie und die Anforderungen an die folgende Legislatur waren dementsprechend gross, doch was hat die Frauenwahl wirklich ver\u00e4ndert? Eine Analyse der Gesch\u00e4fte, die vor und nach der Wahl 2019 im Nationalrat eingereicht wurden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Im Jahr 2019 wurden erstmals <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/politik\/wahlen\/frauen.assetdetail.8287603.html\">42 % Frauen in den Nationalrat<\/a> gew\u00e4hlt. Insgesamt sind das 84 Frauen, genau 20 Frauen mehr als vier Jahre fr\u00fcher. Damit r\u00fcckt die Schweiz Ende 2019 im <a href=\"https:\/\/data.ipu.org\/women-ranking?month=12&amp;year=2019\">internationalen Ranking<\/a> von Platz 38 auf Platz 17 vor. <em>\u00abFrauen stehen st\u00e4rker f\u00fcr \u00d6kologie und Nachhaltigkeit ein, legen gr\u00f6ssere Priorit\u00e4t auf Gleichstellung und Schutz vor Diskriminierung und sind st\u00e4rker sensibilisiert gegen\u00fcber Themen wie Waffengewalt\u00bb,<\/em> so wird die ehemalige Co-Chefin der Operation Libero, Flavia Kleiner, in der <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/eidgenoessische-wahlen-2019\/wahlen-2019-frauenanteil-im-nationalrat-steigt-auf-ueber-40-ld.1516697?reduced=true\">NZZ <\/a>nach der Frauenwahl zitiert. Frauen setzen andere Akzente, so die Erwartung, doch was hat dieser Wandel wirklich bewirkt? <\/p>\n\n\n\n<p>Expert*innen sind sich einig, die Frauenwahl hat Fr\u00fcchte getragen. Die Frauen in der jetzigen Legislatur sind oft f\u00e4hig \u00fcber Parteigrenzen hinweg in geschlechtsspezifischen Anliegen zusammenzuarbeiten. Die Individual-Besteuerung und die Umsetzung der Konvention gegen Gewalt an Frauen und M\u00e4dchen (Istanbul-Konvention) sind dabei <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/frauen-in-der-politik-helvetia-rief-mit-erfolg-und-ruft-erneut\">oft genannte Beispiele<\/a>. Diese verst\u00e4rkte Zusammenarbeit ist ein grosser Erfolg f\u00fcr die Frauen und zeigt bereits, dass sich tats\u00e4chlich etwas ver\u00e4ndert hat. Um jedoch das wahre Ausmasse der Wahl zu verstehen, muss ins Parlamentgeschehen eingetaucht werden. Eine Analyse der eingereichten Gesch\u00e4ft zwei Jahre vor und zwei Jahre nach der Wahl 2019 zeigt, dass Frauen im Parlament zunehmend keine &#8222;Stereotypenfrauen&#8220; mehr sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nationalr\u00e4tinnen beteiligen sich \u00fcberproportional<\/h2>\n\n\n\n<p>Wie pr\u00e4sent Frauen im Parlament sind, kann auf unterschiedliche Weise analysiert werden. Ein interessanter Ansatz ist die Analyse der eingereichten politischen Vorst\u00f6sse. Parlamentarier*innen k\u00f6nnen ihre Anliegen \u00fcber Motionen, Postulate oder Interpellationen ins Parlament einbringen. W\u00e4hrend sich diese Vorst\u00f6sse in der H\u00f6he der H\u00fcrde, um das Gesch\u00e4ft im Parlament durchzubringen und in der Reichweite unterscheiden, haben sie alle gemeinsam, dass sie zu Diskussionen in den Kommissionen und im Parlament f\u00fchren k\u00f6nnen. Je mehr politische Vorst\u00f6sse somit von Frauen eingereicht werden, umso h\u00e4ufiger m\u00fcssen sie ihre Vorst\u00f6sse im Plenum verteidigen und umso pr\u00e4senter sind sie damit im Parlament. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/barplot_item_NR-8-1024x834.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-26796\" width=\"452\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/barplot_item_NR-8-1024x834.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/barplot_item_NR-8-300x244.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/barplot_item_NR-8-768x626.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/barplot_item_NR-8-1536x1252.png 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/barplot_item_NR-8-2048x1669.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><\/figure><\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Im Nationalrat zeigt sich ein interessantes Bild: Frauen haben bereits vor der Wahl 2019 und klar auch nach der Wahl \u00fcberproportional viele politische Vorst\u00f6sse eingereicht. Das heisst, w\u00e4hrend sie vor der Frauenwahl 32 % im Parlament ausmachten, sind sie die Urheberinnen von mehr als 37 % der eingereichten Gesch\u00e4fte. Nach der Wahl haben sich 42 % ausgemacht und waren verantwortlich f\u00fcr mehr als 46 % der Vorst\u00f6sse. Sie reichen somit im Durchschnitt deutlich mehr politische Vorst\u00f6sse ein als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Linke Frauen besonders aktiv<\/h2>\n\n\n\n<p>Je nach Partei zeigen sich jedoch Unterschiede. W\u00e4hrend die Wahl 2019 eine Frauenwahl war, war es zugleich auch eine Gr\u00fcne und damit linke Wahl. In den linken Parteien, SP und die Gr\u00fcnen, machen Frauen mehr als 60 % der <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/politik\/wahlen\/frauen.assetdetail.8287140.html\">gew\u00e4hlten Parlamentarier*innen <\/a>bei der Nationalratswahl 2019 aus. Zum Vergleich, in der FDP sind es 34.5 % Frauen, in der ehemaligen CVP 28 % und in der SVP nur 24.5 %. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/barplot_parties_NR-4-1024x520.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-26792\" width=\"575\" height=\"292\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/barplot_parties_NR-4-1024x520.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/barplot_parties_NR-4-300x152.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/barplot_parties_NR-4-768x390.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/barplot_parties_NR-4-1536x780.png 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/barplot_parties_NR-4.png 1890w\" sizes=\"auto, (max-width: 575px) 100vw, 575px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Es ist daher nicht \u00fcberraschend, dass mehr als 50 % der in den linken Parteien eingereichten Vorst\u00f6sse von Frauen stammen. Gleichzeitig ist es doch interessant zu sehen, dass Frauen in linken Parteien pro Kopf viel mehr politische Vorst\u00f6sse einreichen als ihre b\u00fcrgerlichen Kolleginnen. Die SVP- und FDP-Nationalr\u00e4tinnen reichen \u00e4hnlich viele Gesch\u00e4fte ein wie der Durchschnitt der Nationalr\u00e4te. Dies obwohl der starke Frauenzuwachs in der Gr\u00fcnen Partei bei der Wahl 2019, und der damit verbundenen grossen Anzahl an Bundesbern-Neuligen, einen R\u00fcckgang der Anzahl Gesch\u00e4fte pro Frau verursacht hat. <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nationalr\u00e4tinnen sind keine Stereotypenfrauen mehr<\/h2>\n\n\n\n<p>Frauen reichen hingegen nicht in allen Themenbereichen gleich viele Vorst\u00f6sse ein. Nach der Wahl 2019 kommen in fast jedem Bereich mindestens 35 % der Gesch\u00e4fte von Frauen. Interessant ist die Entwicklung vor und nach den Wahlen 2019. <\/p>\n\n\n\n<p>In der Kernphysik gibt es den Begriff &#8222;Kritische Masse&#8220;, der sich auf die Menge bezieht, die erforderlich ist, um eine Kettenreaktion in eine unumkehrbare Situation auszul\u00f6sen. In der Sozialwissenschaft wurde dieser Begriff \u00fcbernommen, um die Entwicklung von Gruppendynamiken mit kleineren oder gr\u00f6sseren Minderheiten zu erkl\u00e4ren. Die amerikanische Soziologin <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/2777808?seq=1#metadata_info_tab_contents\">Rosabeth Moss Kanter<\/a> hat die Gruppendynamik in einem amerikanischen Unternehmen in den 70er-Jahren untersucht und geschaut, wie sich die Minderheit an Frauen in der haupts\u00e4chlich m\u00e4nnlichen Gruppe verh\u00e4lt. Die interessanteste Erkenntnis: Wenn eine Gruppe dominiert wird von M\u00e4nnern und es nur eine sehr kleine Minderheit von Frauen gibt, dann wird diese Minderheit nicht als Individuum wahrgenommen, sondern als Alibifrau. In dieser Situation herrschen vor allem Stereotypen vor, \u00fcber was Frau ist und tut. Sobald die Frauen aber eine gr\u00f6ssere Minderheit darstellen oder gleich stark vertreten sind wie die M\u00e4nner, beginnen sie sich zunehmend als Individuum voneinander zu unterscheiden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"864\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/dumbbell_NR_plot-2-864x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-26791\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/dumbbell_NR_plot-2-864x1024.png 864w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/dumbbell_NR_plot-2-253x300.png 253w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/dumbbell_NR_plot-2-768x910.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/dumbbell_NR_plot-2-1296x1536.png 1296w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/dumbbell_NR_plot-2-1728x2048.png 1728w\" sizes=\"auto, (max-width: 864px) 100vw, 864px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Diese Erkenntnis l\u00e4sst sich auf die Entwicklung im Nationalrat \u00fcbertragen. Im Nationalrat scheinen die Frauen den kritischen Wert \u00fcberschritten zu haben. Sie haben insbesondere in jenen Bereichen stark zugelegt, wo sie vor der Wahl 2019 stark untervertreten waren. Haben die Frauen vor der Wahl insbesondere in den Themen &#8222;Soziale Frage&#8220;, &#8222;Gesundheit&#8220; oder &#8222;Menschenrechte&#8220; viele Vorst\u00f6sse eingereicht &#8211; alles eher als mit dem weiblichen Geschlecht assozierte Themen &#8211; haben sie nach der Wahl 2019 in den Bereichen &#8222;Sicherheitspolitik&#8220;, &#8222;Steuern&#8220; und &#8222;Verkehr&#8220; stark zugelegt &#8211; alles eher m\u00e4nnliche Themen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was hat sich denn nun ver\u00e4ndert?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Wahl 2019 hat mehr Frauen als je zuvor in den Nationalrat gebracht. W\u00e4hrend die Nationalr\u00e4tinnen bereits vor der Wahl 2019 pro Kopf mehr politische Vorst\u00f6sse eingereicht haben als die m\u00e4nnlichen Parlamentarier, hat sich dieser Trend nach der Wahl 2019 fortgesetzt. Interessanterweise scheinen linke Frauen vor wie nach der Wahl 2019 viel aktiver zu sein als b\u00fcrgerliche &#8211; sie reichen pro Kopf im Durchschnitt deutlich mehr politische Vorst\u00f6sse ein. Was sich im Parlament jedoch wirklich ver\u00e4ndert hat, ist die st\u00e4rkere Beteiligung der Frauen in fast allen Themenbereichen. Die Analyse zeigt, Frauen haben nicht nur ein grosses Wissen und Interesse an &#8222;Frauenthemen&#8220;, sondern beteiligen sich auch gerne in &#8222;m\u00e4nnlichen&#8220; Themenbereichen. Frauen sind im Schweizer Parlament immer weniger Stereotypenfrauen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#e4e4e4\"><strong>Informationen zum Blogbeitrag<\/strong><br><br>Verfasst von: Valeria Vuk, valeria.vuk@uzh.ch<br>Titel des Blogbeitrags: Seit 2019 gibt es mehr Frauen im Parlament als je zuvor, doch was hat sich wirklich ver\u00e4ndert?<br>Abgabedatum: 02.01.2022 (angepasst am 02.02.2022)<br>Anzahl Worte: 990<br><br>Modul: Forschungsseminar Politischer Datenjournalismus (HS21)<br>Dozierende: Prof. Dr. Fabrizio Gilardi, Dr. Theresa Gessler, Alexandra Kohler<br><br><br><strong>Daten, Methode und Validit\u00e4t<\/strong><br><br>F\u00fcr die Analyse dieses Blogbeitrags wurde die Webseite <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\">parlament.ch<\/a> (https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=<em>&#8222;ID&#8220;<\/em>) gescrapt. Untersuchungszeitraum waren zwei Jahre vor und zwei Jahre nach der Wahl 2019. Von Interesse waren lediglich Motionen, Postulate und Interpellationen, w\u00e4hrenddem Gesch\u00e4fte des Parlaments, des Bundesrats oder Paralmentarische Initiativen nicht untersucht wurden. Dies aus dem Grund, da diese Gesch\u00e4fte nicht als Vorst\u00f6sse gelten und oft nicht von einzelnen Parlamentarier*innen eingereicht werden. Die Start- und End-ID (bzw. Gesch\u00e4ftsnummer) f\u00fcr das scrapen der Seite ist chronologisch geordnet. Sie reichen pro Jahr immer von 3000 bis etwas \u00fcber 4000. Daher wurde f\u00fcr jedes Jahr der letzte eingereichte Vorstoss identifiziert und entpsrechend pro Jahr die Seite gescrapt (bspw. wurden f\u00fcr das Jahr 2018 alle Gesch\u00e4fte zwischen der Start-ID 20184411 und der End-ID 20183000 gescrapt). <br><br>Die Analyse wurde zu Beginn sowohl f\u00fcr den National- wie auch St\u00e4nderat separat durchgef\u00fchrt. Jedoch habe ich entschieden, mich nur auf den Nationalrat zu konzentrieren. Wenn der St\u00e4nderat ebenfalls untersucht worden w\u00e4re, h\u00e4tte das immer eine Repetition der Analyse dargestellt und w\u00e4re nicht besonders bereichernd gewesen. Zwar wurden auch in den St\u00e4nderat mehr Frauen als je zuvor gew\u00e4hlt, jedoch ist ihr Anteil immer noch auf einem relativ tiefen Niveau und daher w\u00e4re eine Analyse des St\u00e4nderates weitaus weniger interessant. F\u00fcr die Analyse wurde jeweils der Anteil der von Frauen eingereichten Gesch\u00e4fte berechnet und f\u00fcr verschiedene Bereiche und auf unterschiedliche Weise visualisiert.<br><br>Da es sich bei dieser Untersuchung um eine rein deskriptive Analyse handelt, kann nicht viel \u00fcber die Validit\u00e4t gesagt werden. Im Nationalrat wurden jedoch vor und nach der Wahl insgesamt 4668 Gesch\u00e4fte eingereicht, was eine relativ hohe Zahl ist, um etwas \u00fcber das Verh\u00e4ltnis zwischen Frauen und M\u00e4nner aussagen zu k\u00f6nnen. Bei der Analyse der Themenbereiche sind es nach Themenbereich durchaus weniger F\u00e4lle. Daher sind die Ergebnisse der dumbbell mit Vorsicht zu geniessen. Es w\u00e4re empfehlenswert, die Analyse in einigen Jahren erneut durchzuf\u00fchren, um dann auf einen noch gr\u00f6sseren Datensatz zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen.<br><br><a href=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Vuk_Rcode.html\">R-Code<\/a><br><br><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><br><br>Beckwith, Karen und Kimberly Cowell-Meyers. 2007. \u201eSheer Numbers: Critical Representation Thresholds and Women&#8217;s Political Representation.\u201c PPS 5 (03): 553\u201365. https:\/\/doi.org\/10.1017\/S153759270707154X <span><a href=\"javascript:\"><img decoding=\"async\" identifier=\"10.1017\/S153759270707154X\" identifiertype=\"1\" title=\"Add to Citavi project by DOI\" class=\"citavipicker\" style=\"border: 0px none!important;width: 16px!important;height: 16px!important;margin-left:1px !important;margin-right:1px !important;\" src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAQCAYAAAAf8\/9hAAAAGXRFWHRTb2Z0d2FyZQBBZG9iZSBJbWFnZVJlYWR5ccllPAAAARpJREFUeNpiZEAD1zX4E4BUPBA7oEkdAOKFmjc+LkAWZETSqACk1gOxAb\/lLwZegz8MTJz\/wXL\/vjMyfL7AwvDxOBuIewGIA4EGPYAbANV8nkP2r4Bk\/HcGdpm\/DNjAzyfMDM8XcjL8eMz8Acg1BBnCBJVbD9IsV\/QVp2YQAMmB1IDUQl3LwAT1swHIZpiT8QGQGpBakB6QXpAL4kF+xmczNpeA9ID0ggxwAAUYqQCqx4EJ5ixSAUwP2ABmLtINgBsEIn6\/ZSJZIyhtwAw4AEokpAKongMgAxaCUhgokRALQGqhqXIhEzRtXwClMJizCDkdpBakB6QX5vlAUPJ81MeN1yUgOZAaaFIOJCozgWIIFMh4MxMl2RkgwACxPIMc1tjE2wAAAABJRU5ErkJggg==\"><\/a><\/span>.<br><br>Bundesamt f\u00fcr Statistik (BfS) (2019): Nationalrat Entwicklung Frauenanteil: Entwicklung des Frauenanteils in % bei den Nationalratswahlen 1971-2019. Online verf\u00fcgbar unter https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/politik\/wahlen\/frauen.assetdetail.8287603.html, zuletzt aktualisiert am 20.10.2019, zuletzt gepr\u00fcft am 26.11.2021.<br><br>Bundesamt f\u00fcr Statistik (BfS) (2019): Nationalrat Mandatsverteilung nach Geschlecht: Anzahl gew\u00e4hlte Frauen und M\u00e4nner bei den Nationalratswahlen 2019 nach Parteien und Frauenanteil in %, 20.10.2019. Online verf\u00fcgbar unter https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/politik\/wahlen\/frauen.assetdetail.8287140.html, zuletzt gepr\u00fcft am 29.12.2021.<br><br>Dahlerup, Drude. 1988. \u201eFrom a Small to a Large Minority: Women in Scandinavian Politics.\u201c <em>Scandinavian Political Studies<\/em> 11 (4).<br><br>Dahlerup, Drude. 2006. \u201eThe Story of the Theory of Critical Mass.\u201c<em> Pol Gender<\/em> 2 (04). https:\/\/doi.org\/10.1017\/S1743923X0624114X <span><a href=\"javascript:\"><img decoding=\"async\" identifier=\"10.1017\/S1743923X0624114X\" identifiertype=\"1\" title=\"Add to Citavi project by DOI\" existsinproject=\"0\" class=\"citavipicker\" style=\"border: 0px none!important;width: 16px!important;height: 16px!important;margin-left:1px !important;margin-right:1px !important;\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PD94bWwgdmVyc2lvbj0iMS4wIiBlbmNvZGluZz0idXRmLTgiPz48IURPQ1RZUEUgc3ZnIFBVQkxJQyAiLS8vVzNDLy9EVEQgU1ZHIDEuMS8vRU4iICJodHRwOi8vd3d3LnczLm9yZy9HcmFwaGljcy9TVkcvMS4xL0RURC9zdmcxMS5kdGQiPjxzdmcgdmVyc2lvbj0iMS4xIiBpZD0iRWJlbmVfMSIgeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzIwMDAvc3ZnIiB4bWxuczp4bGluaz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMTk5OS94bGluayIgeD0iMHB4IiB5PSIwcHgiIHdpZHRoPSIxNnB4IiBoZWlnaHQ9IjE2cHgiIHZpZXdCb3g9IjAgMCAxNiAxNiIgZW5hYmxlLWJhY2tncm91bmQ9Im5ldyAwIDAgMTYgMTYiIHhtbDpzcGFjZT0icHJlc2VydmUiPjxnPjxnPjxwYXRoIGZpbGw9IiNGRkZGRkYiIGQ9Ik04LjAwMSwxNS41QzMuODY0LDE1LjUsMC41LDEyLjEzNiwwLjUsOGMwLTQuMTM1LDMuMzY1LTcuNSw3LjUwMS03LjVTMTUuNSwzLjg2NCwxNS41LDhTMTIuMTM3LDE1LjUsOC4wMDEsMTUuNXoiLz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNOC4wMDEsMUMxMS44NiwxLDE1LDQuMTQxLDE1LDhzLTMuMTM5LDctNi45OTksN0M0LjE0LDE1LDEsMTEuODU5LDEsOFM0LjE0LDEsOC4wMDEsMSBNOC4wMDEsMEMzLjU4MiwwLDAsMy41ODIsMCw4czMuNTgyLDgsOC4wMDEsOEMxMi40MTgsMTYsMTYsMTIuNDE4LDE2LDhTMTIuNDE4LDAsOC4wMDEsMEw4LjAwMSwweiIvPjwvZz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNNi43NDUsMTIuNTg5Yy0wLjIyNywwLjEyMi0wLjQ5NywwLjI0Ny0wLjY4NCwwLjI0N2MtMC4zMTgsMC0wLjUwMS0wLjE2NC0wLjUwMS0wLjQ1MmMwLTAuMjA3LDAuMTQtMC4zNzUsMC41OTUtMC42MjJjMS41NDktMC45MDQsMi41OTQtMi4yNzIsMi41OTQtMy43MjFjMC0wLjgyNS0wLjIyNy0xLjExOS0wLjY4MS0xLjExOWMtMC4xMzUsMC0wLjMyLDAuMjE5LTAuNjM2LDAuMjE5SDcuMTU3QzYuMTAyLDcuMTQzLDUuMzMzLDYuMjY0LDUuMzMzLDUuMjNjMC0xLjE1MiwwLjk1OC0yLjAwNiwyLjI4LTIuMDA2YzEuNzc3LDAsMy4wNTMsMS4zNzMsMy4wNTMsMy40M0MxMC42NjYsOS4yMTUsOS4yMDMsMTEuMjcsNi43NDUsMTIuNTg5Ii8+PC9nPjwvc3ZnPg\"><\/a>.<\/span> <br><br>Hehli, Simon. 2019. \u201eWahlen 2019: Frauenanteil im Nationalrat steigt auf \u00fcber 40%.\u201c <em>Neue Z\u00fcrcher Zeitung<\/em>, 20. Oktober 2019. https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/eidgenoessische-wahlen-2019\/wahlen-2019-frauenanteil-im-nationalrat-steigt-auf-ueber-40-ld.1516697.<br><br>IPU Parline (2021): Monthly ranking of women in national parliaments. Online verf\u00fcgbar unter https:\/\/data.ipu.org\/women-ranking?month=12&amp;year=2019, zuletzt aktualisiert am 29.12.2021, zuletzt gepr\u00fcft am 29.12.2021.<br><br>Kanter, Rosabeth Moss. 1977. \u201eSome Effects of Proportions on Group Life: Skewed Sex Ratios and Responses to Token Women.\u201c <em>American Journal of Sociology<\/em> 82 (5).<br><br>Karpowitz, Christopher F., Tali Mendelberg und Lauren Mattioli. 2015. \u201eWhy women&#8217;s numbers elevate women&#8217;s influence, and when they do not: rules, norms, and authority in political discussion.\u201c <em>Politics, Groups, and Identities<\/em> 3 (1): 149\u201377. https:\/\/doi.org\/10.1080\/21565503.2014.999804 <span><a href=\"javascript:\"><img decoding=\"async\" identifier=\"10.1080\/21565503.2014.999804\" identifiertype=\"1\" title=\"Add to Citavi project by DOI\" existsinproject=\"0\" class=\"citavipicker\" style=\"border: 0px none!important;width: 16px!important;height: 16px!important;margin-left:1px !important;margin-right:1px !important;\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PD94bWwgdmVyc2lvbj0iMS4wIiBlbmNvZGluZz0idXRmLTgiPz48IURPQ1RZUEUgc3ZnIFBVQkxJQyAiLS8vVzNDLy9EVEQgU1ZHIDEuMS8vRU4iICJodHRwOi8vd3d3LnczLm9yZy9HcmFwaGljcy9TVkcvMS4xL0RURC9zdmcxMS5kdGQiPjxzdmcgdmVyc2lvbj0iMS4xIiBpZD0iRWJlbmVfMSIgeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzIwMDAvc3ZnIiB4bWxuczp4bGluaz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMTk5OS94bGluayIgeD0iMHB4IiB5PSIwcHgiIHdpZHRoPSIxNnB4IiBoZWlnaHQ9IjE2cHgiIHZpZXdCb3g9IjAgMCAxNiAxNiIgZW5hYmxlLWJhY2tncm91bmQ9Im5ldyAwIDAgMTYgMTYiIHhtbDpzcGFjZT0icHJlc2VydmUiPjxnPjxnPjxwYXRoIGZpbGw9IiNGRkZGRkYiIGQ9Ik04LjAwMSwxNS41QzMuODY0LDE1LjUsMC41LDEyLjEzNiwwLjUsOGMwLTQuMTM1LDMuMzY1LTcuNSw3LjUwMS03LjVTMTUuNSwzLjg2NCwxNS41LDhTMTIuMTM3LDE1LjUsOC4wMDEsMTUuNXoiLz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNOC4wMDEsMUMxMS44NiwxLDE1LDQuMTQxLDE1LDhzLTMuMTM5LDctNi45OTksN0M0LjE0LDE1LDEsMTEuODU5LDEsOFM0LjE0LDEsOC4wMDEsMSBNOC4wMDEsMEMzLjU4MiwwLDAsMy41ODIsMCw4czMuNTgyLDgsOC4wMDEsOEMxMi40MTgsMTYsMTYsMTIuNDE4LDE2LDhTMTIuNDE4LDAsOC4wMDEsMEw4LjAwMSwweiIvPjwvZz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNNi43NDUsMTIuNTg5Yy0wLjIyNywwLjEyMi0wLjQ5NywwLjI0Ny0wLjY4NCwwLjI0N2MtMC4zMTgsMC0wLjUwMS0wLjE2NC0wLjUwMS0wLjQ1MmMwLTAuMjA3LDAuMTQtMC4zNzUsMC41OTUtMC42MjJjMS41NDktMC45MDQsMi41OTQtMi4yNzIsMi41OTQtMy43MjFjMC0wLjgyNS0wLjIyNy0xLjExOS0wLjY4MS0xLjExOWMtMC4xMzUsMC0wLjMyLDAuMjE5LTAuNjM2LDAuMjE5SDcuMTU3QzYuMTAyLDcuMTQzLDUuMzMzLDYuMjY0LDUuMzMzLDUuMjNjMC0xLjE1MiwwLjk1OC0yLjAwNiwyLjI4LTIuMDA2YzEuNzc3LDAsMy4wNTMsMS4zNzMsMy4wNTMsMy40M0MxMC42NjYsOS4yMTUsOS4yMDMsMTEuMjcsNi43NDUsMTIuNTg5Ii8+PC9nPjwvc3ZnPg\"><\/a><\/span>.<br><br>Wanner, Christine. 2021. \u201eHelvetia rief mit Erfolg \u2013 und ruft erneut.\u201c <em>Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)<\/em>, 7. November 2021. https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/frauen-in-der-politik-helvetia-rief-mit-erfolg-und-ruft-erneut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2019 wurden so viele Frauen wie noch nie in den Nationalrat gew\u00e4hlt. Die Euphorie und die Anforderungen an die folgende Legislatur waren dementsprechend gross, doch was hat die Frauenwahl wirklich ver\u00e4ndert? Eine Analyse der Gesch\u00e4fte, die vor und nach der Wahl 2019 im Nationalrat eingereicht wurden. 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