{"id":26507,"date":"2022-02-21T11:00:53","date_gmt":"2022-02-21T10:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=26507"},"modified":"2024-10-14T21:30:07","modified_gmt":"2024-10-14T19:30:07","slug":"so-werden-frauen-im-journalismus-in-der-schweiz-diskriminiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2022\/02\/21\/so-werden-frauen-im-journalismus-in-der-schweiz-diskriminiert\/","title":{"rendered":"So werden Frauen im Journalismus in der Schweiz diskriminiert"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>Frauen sind in der Schweizer Medienlandschaft sowohl als Schreibende, als auch Beschriebene untervertreten. Diese Analyse sucht mit aktuellen Daten nach Gr\u00fcnden- und zeigt bei welchen Medienh\u00e4usern die Situation besonders prek\u00e4r ist.<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Schweizer Medienlandschaft hat ein Problem mit der Gleichberechtigung der Geschlechter. Diesen Sommer konnte man wieder p\u00fcnktlich zur Ver\u00f6ffentlichung des \u00abJahrbuch Qualit\u00e4t der Medien\u00bb vom Forschungsinstitut \u00d6ffentlichkeit und Gesellschaft&nbsp;der Universit\u00e4t Z\u00fcrich<sup><a href=\"#footnotes\" data-type=\"internal\" data-id=\"#footnotes\">1<\/a><\/sup> , bei diversen Medien die Schlagzeilen lesen, dass immer noch zu wenig \u00fcber Frauen berichtet w\u00fcrde. Die j\u00e4hrliche erscheinende Studie widmete einen ganzen Abschnitt dem Thema der Repr\u00e4sentation der Frauen in den Medien. Fazit: Je nach Ressort sind Frauen etwas schlechter oder sehr schlecht repr\u00e4sentiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch in der Berufsgattung des Journalismus sind Frauen nicht gleich oft vertreten und auch sonst nicht gleichberechtigt wie ihre m\u00e4nnlichen Kollegen. Der Schweizer Bericht des \u00abGlobal Media Monitoring Project\u00bb (GMMP) hat dazu 2020 aktuelle Daten erhoben<sup><a href=\"#footnotes\">2<\/a><\/sup>. In ihrem Sample von 669 Beitr\u00e4gen in Radio, TV, Online und im Print waren nur 39% von Frauen erstellt. Diese Daten decken sich mit einer Studie der ZHAW<sup><a href=\"#footnotes\">3<\/a><\/sup>, die 2015 einen Frauenanteil von 38.5% unter den Journalist:innen mass. Das GMMP hat zudem gemessen, in wie vielen Artikeln \u00fcber Frauen berichtet wurde. Auch hier waren die Frauen untervertreten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"332\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/ArtikelGeschlechtVerteilung-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-26652\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/ArtikelGeschlechtVerteilung-1.png 500w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/ArtikelGeschlechtVerteilung-1-300x199.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Grafik 1<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"332\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/JournalistinnenGeschlechtVerteilung-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-26653\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/JournalistinnenGeschlechtVerteilung-1.png 500w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/JournalistinnenGeschlechtVerteilung-1-300x199.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Grafik 2<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p>Dies ist problematisch, denn Journalismus hat, besonders in einer direkten Demokratie wie der Schweiz, eine repr\u00e4sentative Rolle zu erf\u00fcllen, er hat grossen Einfluss auf das Agenda Setting und Framing von Themata. Nicht umsonst gibt es das gefl\u00fcgelte Wort der \u00abvierten Gewalt\u00bb, eine ausgeglichene Berichterstattung w\u00e4re deshalb elementar. Das Problem der Unterrepr\u00e4sentation von Frauen ist schon lange bekannt, die Zahlen \u00e4ndern sich nur schleichend. In einigen Medienunternehmen wurden in den letzten Jahren Initiativen gestartet, um ihre Beitr\u00e4ge ausgeglichener zu gestalten, so zum Beispiel das Projekt \u00abChance 50:50\u00bb bei der SRG<sup><a href=\"#footnote\">4<\/a><\/sup> oder der \u00abEqual Voive Factor\u00bb bei Ringier<sup><a href=\"#footnotes\">5<\/a><\/sup>, welcher mit Hilfe eines Algorithmus Daten f\u00fcr den internen Gebrauch erhebt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Wissenschaft hat mehrere Hypothesen f\u00fcr den bestehenden Geschlechterunterschied<\/h3>\n\n\n\n<p>Welche Faktoren beeinflussen diese Repr\u00e4sentation und wer kann daran etwas \u00e4ndern? In der Wissenschaft gibt es verschiedenen Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze: Wie auch in anderen Berufssparten, existiert die Theorie des \u00abGlass Ceiling\u00bb<sup><a href=\"#footnotes\" data-type=\"internal\" data-id=\"#footnotes\">6<\/a><\/sup>, welche besagt, dass Frauen ab einer gewissen Stufe kaum mehr aufsteigen k\u00f6nnen und somit die m\u00e4chtigen F\u00fchrungspositionen nicht besetzen, welche \u00fcberhaupt die Kraft h\u00e4tten, etwas zu ver\u00e4ndern. Diese Hypothese setzt voraus, dass Frauen in F\u00fchrungspositionen, andere Frauen st\u00e4rker f\u00f6rdern als m\u00e4nnliche Kollegen. Daneben gibt es auch Theorien, welche davon ausgehen, dass Frauen im Journalismus insgesamt anders berichten als M\u00e4nner und deshalb ein h\u00f6herer Anteil an Journalistinnen in einem Medienunternehmen, zu einem anderen, weiblicheren Journalismus f\u00fchren w\u00fcrde. In einer der wenigen umfassenden Studien aus den USA wurde der Einfluss einer Ver\u00e4nderung des Frauenanteils in Medien in Form von Journalistinnen auf die Berichterstattung \u00fcber Frauen jener Medien zwischen 2004 und 2009 gemessen<sup><a href=\"#footnotes\">7<\/a><\/sup>. Wichtigste Erkenntnis: Es wurde ein leichter positiver Effekt von mehr Frauen in den journalistischen Leitpositionen auf vermehrte, positive Berichterstattung \u00fcber Frauen gefunden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dem gegen\u00fcber stehen Theorien, welche das Problem eher in der Branche oder den Unternehmen als Gesamtheit sehen. Im Journalismus herrsche immer noch eine starke \u00abMachokultur\u00bb bei welcher die durchsetzungsf\u00e4higsten und lautesten Personen geh\u00f6rt und bef\u00f6rdert werden. Um erfolgreich zu sein, m\u00fcssen sich auch Frauen daran anpassen und folglich bringen die Frauen, welche es in F\u00fchrungspositionen schaffen, keine grossen Ver\u00e4nderungen<sup><a href=\"#footnotes\">8<\/a><\/sup>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Datenlage dar\u00fcber, wie Frauen in der Schweiz \u00fcber Frauen schreiben, ob sich die Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t unterscheidet, ist mager. In den Daten vom GMMP zeigte sich, dass sich zumindest die H\u00e4ufigkeit der Berichterstattung \u00fcber Frauen nicht stark zwischen dem Geschlecht der schreibenden Journalist:in zu unterscheiden scheint.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-white-color has-css-opacity has-white-background-color has-background is-style-default\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bild_DJ1-1024x597.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-26846\" width=\"435\" height=\"253\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bild_DJ1-1024x597.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bild_DJ1-300x175.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bild_DJ1-768x448.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bild_DJ1-1536x896.png 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bild_DJ1-360x210.png 360w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Bild_DJ1.png 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Grafik 3<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/BildDJ2-1024x598.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-26847\" width=\"437\" height=\"254\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/BildDJ2-1024x598.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/BildDJ2-300x175.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/BildDJ2-768x448.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/BildDJ2-1536x897.png 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/BildDJ2-360x210.png 360w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/BildDJ2.png 1982w\" sizes=\"auto, (max-width: 437px) 100vw, 437px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Grafik 4<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Journalistinnen setzen sich schon lange f\u00fcr mehr Gleichberechtigung ein<\/h3>\n\n\n\n<p>Obwohl genaue Daten fehlen, zeigen Initiativen von Journalistinnen in der Schweiz immer wieder, dass es eine Unzufriedenheit mit der Branche gibt. 2019 forderte das medien\u00fcbergreifende B\u00fcndnis von \u00abdie Journalistinnen\u00bb \u00abPublizistische Macht, Lohngleichheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Schutz vor Bel\u00e4stigung und kein Sexismus in der Berichterstattung\u00bb<sup><a href=\"#footnotes\">9<\/a><\/sup>. Der schwere Stand der Journalistinnen in der Schweiz wurde im M\u00e4rz 2021 wieder einmal sichtbar, als 78 Angestellte von Tamedia in einem offenen Brief konkrete Verbesserungen in verschiedenen Bereichen forderten. Das zw\u00f6lfseitige Dokument ist mit etlichen Beispielen erg\u00e4nzt, welche von Alltagssexismus erz\u00e4hlen und thematisieren, auf wie viel Widerstand Journalistinnen stossen k\u00f6nnen, wenn sie \u00abschon wieder \u00fcber Frauenthemen\u00bb schreiben m\u00f6chten<sup><a href=\"#footnotes\" data-type=\"internal\" data-id=\"#footnotes\">10<\/a><\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p>In welchen Medien, wie viele Beitr\u00e4ge vor Journalistinnen geschrieben wurden und in wie viel Frauen erw\u00e4hnt werden, ist in der nachfolgenden Grafik illustriert. Zus\u00e4tzlich wurden die Daten auch nach publizistischen Verlagen geordnet, um sehen zu k\u00f6nnen, welchen Einfluss das Betriebsklima auf die M\u00f6glichkeiten der Berichterstattung hat.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Rplot1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-26848\" width=\"837\" height=\"513\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Grafik 5<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Rplot2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-26849\" width=\"837\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Rplot2.png 700w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Rplot2-300x171.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 837px) 100vw, 837px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Grafik 6<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich ist in den analysierten Daten die TX Group (Tamedia) einer der Medienh\u00e4user mit dem geringsten Anteil an Journalistinnen und gleichzeitig Berichten \u00fcber Frauen. Die SRG hat als staatlich gest\u00fctztes Medienunternehmen mit Konzessionen besondere Erwartungen zu erf\u00fcllen, auch was die Gleichberechtigung und die ausgeglichene Berichterstattung angeht. Der Anteil an Journalistinnen ist vergleichsweise hoch, der entsprechende Wert der Frauen, \u00fcber welche berichtet wird, ist immer noch tief. Hier muss angef\u00fcgt werden, dass in den Daten viele News-Formate der SRG analysiert wurden und bei Themen wie Politik und Wirtschaft sind Frauen allgemein st\u00e4rker untervertreten. Zu seiner seit 2019 laufenden Initiative \u00abChance 50:50\u00bb hat die SRG noch keine Zwischenergebnisse ver\u00f6ffentlicht. Ziel davon w\u00e4re es, den Anteil der Frauen in der Berichterstattung zu erh\u00f6hen, vor allem in den Feldern, in denen sie stark unterrepr\u00e4sentiert sind. Die vorliegenden Daten geben keinen Hinweis darauf, dass die f\u00fcr die SRG- Journalist:innen freiwillige Initiative besonders grosse Erfolge zeigt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Zusammenhang zwischen den Schreibenden und den Beschriebenen<\/h3>\n\n\n\n<p>In der Grafik oben wurde die Korrelation zwischen der Anzahl Journalistinnen und der Anzahl Frauen in den analysierten Artikeln nach Verlag mit einer blauen Linie illustriert. Es zeigt sich: Es gibt einen leichten positiven Zusammenhang. Dies kann darauf hinweisen, dass das allgemeine Arbeitsklima und auch der Anteil der Frauen in einem Medienverlag durchaus einen Einfluss darauf haben kann, wieviel dort \u00fcber Frauen berichtet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Um eine Gleichberechtigung in der Darstellung aber auch in der Journalismusbranche selbst zu erreichen, fehlt noch viel. Initiativen wie diese der SRG und Ringier sind ein Anfang. Jedoch ist einer der Argumentationen, die Ringier in ihren Werbespots f\u00fcr ihr Tool \u00abEqual Voice Factor\u00bb erw\u00e4hnt, dass dadurch \u00abstrenge Quoten\u00bb vermieden werden k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich zu einem Umdenken und mehr Achtsamkeit der Journalist:innen, wenn sie die Protagonist:innen ihrer Artikel w\u00e4hlen, braucht es auch in der Branche Gleichberechtigung, im Lohn, bei der Bef\u00f6rderungsstrategie und in der Behandlung der Kolleg:innen. Dies h\u00f6rt nicht mit dem Geschlecht auf, sondern ist ebenfalls wichtig bei zum Beispiel Migrationshintergrund, oder Bildungsgrad. Nur so kann eine repr\u00e4sentative Berichterstattung als Grundlage f\u00fcr die Meinungsbildung in unserer direkten Demokratie gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group has-background\" style=\"background-color:#cfc6da\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Information<\/strong>en<\/h3>\n\n\n\n<p>Name der Autorin: Judith Ebn\u00f6ther<\/p>\n\n\n\n<p>E-Mail: judithpilar.ebnoether@uzh.ch<\/p>\n\n\n\n<p>Abgabedatum des Blogs: 02.01.2022<\/p>\n\n\n\n<p>Name der Vorlesung: Vorbereitung zum Forschungsseminar Politischer Datenjournalismus<\/p>\n\n\n\n<p>Dozierende der Vorlesung: Theresa Gessler, Fabrizio Gilardi, Alexandra Kohler<\/p>\n\n\n\n<p>Anzahl Worte: 1056<\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group has-background\" style=\"background-color:#cfc6da\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Methoden<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Quellen: Die ausgewerteten Daten wurden im Rahmen des nationalen Berichts des Global Media Monitoring Projects 2020 erhoben und von der Fachstelle f\u00fcr Gleichberechtigung Z\u00fcrich zur Verf\u00fcgung gestellt. Es wurden darin 669 Beitr\u00e4ge von Online-Artikeln, Zeitungsartikeln, Radiobeitr\u00e4gen, Fernsehbeitr\u00e4gen und Tweets analysiert. Insgesamt umfasste das Datenset 2236 Datenpunkte. F\u00fcr die Analyse der Verlage wurden die Informationen vom Medienmonitor Schweiz verwendet, um die Medienh\u00e4user im Datenset des GMMP zu kategorisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Analysen: Da die Datenlage bei der behandelten Thematik nicht besonders gut ist, mussten Daten verwendet werden, welche in einigen Punkten bez\u00fcglich der Validit\u00e4t kritisch zu sehen sind. Die analysierten Daten wurden an einem einzelnen Stichtag erhoben und der Fokus lag auf tagesaktuellem Journalismus und News. So ist das Sample verzerrt, weil in Wochenzeitungen oder Magazinen, welche im Datenset gar nicht repr\u00e4sentiert sind, vielleicht f\u00fcr gewisse Themen mehr Platz gewesen w\u00e4re. Oft wird von Medien als Argument f\u00fcr die Unterrepr\u00e4sentation von Frauen in ihren Beitr\u00e4gen die Zeitknappheit genannt, diese ist im tagesaktuellen Journalismus besonders akut.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Daten wurden repr\u00e4sentativ f\u00fcr die vier Sprachregionen erhoben, und es wurden in den jeweiligen Sprachregionen die reichweitenst\u00e4rksten Medien analysiert. Viele Medien waren so jedoch nicht Teil des Samples. Besonders alternative Medienprodukte, welche andere Grunds\u00e4tze und Businessmodelle verfolgen, wurden so nicht ber\u00fccksichtigt. Da es aber um die repr\u00e4sentative Aufgabe der Medien als wichtiger Teil der direkten Demokratie ging, sind die reichweitenst\u00e4rksten Medien auch am relevantesten f\u00fcr die Analyse.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Grafiken zu vereinfachen, wurden mit der Analyse die verschiedenen Publikationsplattformen von einem Medienhaus (Internet, Radio, Fernsehen, Print und Twitter) zusammen kodiert. Grunds\u00e4tzlich entspricht dies auch der Entwicklung der Schweizer Medienbranche, weil Redaktionen immer \u00f6fters f\u00fcr mehrere Plattformen gleichzeitig produzieren und diese Grenzen immer mehr verschwinden. Die Praxis unterscheidet sich aber unter den einzelnen Medien, was in den Daten so nicht ber\u00fccksichtigt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den analysierten Daten war es nicht m\u00f6glich, eine Kausalit\u00e4t nachzuweisen und so wurden die Daten nur auf ihre Korrelation untersucht. Da das Datenset relativ viele NA\u2019s enthielt, waren die tats\u00e4chlich analysierten Samples teilweise relativ klein. Es wurde nicht untersucht, ob und wie zuf\u00e4llig die fehlenden Datenpunkte im Datenset auftraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese doch sehr wichtige Kritik an der Validit\u00e4t muss jedoch im Kontext gesehen werden. Das Thema hat eine, an vielen Beispielen im Artikel genannte, gesellschaftliche Signifikanz. Das Datenset des GMMP ist das einzige, welches sowohl das Geschlecht der Journalist:innen wie auch das der Personen die in den Beitr\u00e4gen genannt wurden, enth\u00e4lt. Somit bieten sie einen guten Anfangspunkt, um ein wichtiges Thema zu analysieren und damit hoffentlich noch umfangreichere Analysen anzustiften.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ganze Code ist auf Github einsehbar: <a href=\"https:\/\/github.com\/judithebnoether\/djj-project-HS21.git\">https:\/\/github.com\/judithebnoether\/djj-project-HS21.git<\/a><\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-background\" style=\"background-color:#cfc6da\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"footnotes\">Literaturverzeichnis<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Jahrbuch Qualit\u00e4t der Medien, Foeg, (2020), <a href=\"https:\/\/www.foeg.uzh.ch\/dam\/jcr:80fd64b0-c078-4ba7-8bba-e2c79bf1a654\/2021_Gesamtausgabe.pdf\">https:\/\/www.foeg.uzh.ch\/dam\/jcr:80fd64b0-c078-4ba7-8bba-e2c79bf1a654\/2021_Gesamtausgabe.pdf<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Global Media Monitoring Project, Nationaler Bericht Schweiz, (2020), <a href=\"https:\/\/www.equality.ch\/pdf_d\/210915_GMMP_Bericht_Schweiz.pdf\">https:\/\/www.equality.ch\/pdf_d\/210915_GMMP_Bericht_Schweiz.pdf<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Journalists in Switzerland, ZHAW, (2016) <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/storage\/linguistik\/forschung\/journalistik\/Swiss_Journalists_Report_Switzerland_IAM_ZHAW.pdf\">https:\/\/www.zhaw.ch\/storage\/linguistik\/forschung\/journalistik\/Swiss_Journalists_Report_Switzerland_IAM_ZHAW.pdf<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"http:\/\/www.kleinreport.ch\/news\/srg-projekt-chance-5050-was-einem-fairen-frauenanteil-im-weg-steht-95903\/\">http:\/\/www.kleinreport.ch\/news\/srg-projekt-chance-5050-was-einem-fairen-frauenanteil-im-weg-steht-95903\/<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.srginsider.ch\/service-public\/2021\/05\/03\/nachgefragt-chance-5050\/\">https:\/\/www.srginsider.ch\/service-public\/2021\/05\/03\/nachgefragt-chance-5050\/<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.equalvoice.ch\/de\/\">https:\/\/www.equalvoice.ch\/de\/<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Gender and Journalism, Linda Steiner, (2017), h<a href=\"ttps:\/\/oxfordre.com\/communication\/view\/10.1093\/acrefore\/9780190228613.001.0001\/acrefore-9780190228613-e-91#acrefore-9780190228613-e-91-div1-5\">ttps:\/\/oxfordre.com\/communication\/view\/10.1093\/acrefore\/9780190228613.001.0001\/acrefore-9780190228613-e-91#acrefore-9780190228613-e-91-div1-5<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Do Women in the Newsroom Make a Difference? Coverage Sentiment toward Women and Men as a Function of Newsroom Composition, Eran Shor; Arnout van de Rijt; Alex Miltsov, (2018) <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/content\/pdf\/10.1007\/s11199-018-0975-8.pdf\">https:\/\/link.springer.com\/content\/pdf\/10.1007\/s11199-018-0975-8.pdf<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Gender and Journalism, Linda Steiner, (2017), h<a href=\"ttps:\/\/oxfordre.com\/communication\/view\/10.1093\/acrefore\/9780190228613.001.0001\/acrefore-9780190228613-e-91#acrefore-9780190228613-e-91-div1-5\">ttps:\/\/oxfordre.com\/communication\/view\/10.1093\/acrefore\/9780190228613.001.0001\/acrefore-9780190228613-e-91#acrefore-9780190228613-e-91-div1-5<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/journalistinnen.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Forderungen_200611_DEF.pdf\">https:\/\/journalistinnen.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Forderungen200611_DEF.pdf<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/drive.google.com\/file\/d\/1s_maErEQ_2AL8CEAw0eH8xyRRDbRF7bZ\/view\">https:\/\/drive.google.com\/file\/d\/1s_maErEQ_2AL8CEAw0eH8xyRRDbRF7bZ\/view<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen sind in der Schweizer Medienlandschaft sowohl als Schreibende, als auch Beschriebene untervertreten. Diese Analyse sucht mit aktuellen Daten nach Gr\u00fcnden- und zeigt bei welchen Medienh\u00e4usern die Situation besonders prek\u00e4r ist.Die Schweizer Medienlandschaft hat ein Problem mit der Gleichberechtigung der Geschlechter. Diesen Sommer konnte man wieder p\u00fcnktlich zur Ver\u00f6ffentlichung des \u00abJahrbuch Qualit\u00e4t der Medien\u00bb vom [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":165,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[468,366,467,305],"class_list":["post-26507","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-diskriminierung","tag-frauen","tag-journalismus","tag-medien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26507","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/165"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26507"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26507\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31361,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26507\/revisions\/31361"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26507"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26507"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26507"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}