{"id":27419,"date":"2023-02-23T14:20:06","date_gmt":"2023-02-23T13:20:06","guid":{"rendered":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=27419"},"modified":"2024-10-14T21:19:08","modified_gmt":"2024-10-14T19:19:08","slug":"schweizer-queers-waehlen-linker-aber-nicht-unbedingt-auf-kosten-der-svp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2023\/02\/23\/schweizer-queers-waehlen-linker-aber-nicht-unbedingt-auf-kosten-der-svp\/","title":{"rendered":"Schweizer Queers w\u00e4hlen linker \u2013 aber nicht unbedingt auf Kosten der SVP"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-normal-font-size\"><strong>W\u00e4hlen Queers anders als Heterosexuelle? Die g\u00e4ngige Vorstellung ist, dass queere Personen linker w\u00e4hlen als Heterosexuelle. Eine Analyse der Parteisympathie von Schweizer Befragten best\u00e4tigt dies \u2013 offenbart aber auch \u00dcberraschendes.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Schweiz und ihr steiniger Weg zur &#8222;Ehe f\u00fcr alle&#8220;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\">Noch bis Mitte 2022 z\u00e4hlte die Schweiz neben Italien zu den zwei <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/news\/europa\/ehe-fur-alle-in-diesen-europaischen-landern-ist-sie-noch-verboten-66011053\">einzigen westeurop\u00e4ischen Staaten<\/a>, welche die gleichgeschlechtliche Eheschliessung nicht kannten. Der Weg zu deren gesetzlicher Verankerung am 1. Juli 2022 war steinig. Nachdem die eidgen\u00f6ssischen R\u00e4te einer \u00d6ffnung der Ehe f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare zustimmten, wurde von drei Komitees erfolgreich das Referendum ergriffen und die Vorlage daher der Stimmbev\u00f6lkerung unterbreitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/swissvotes.ch\/attachments\/231daa2646fbddc28669e4c1fb8a31f73d7be5b1dbd086c6a2cdc17a4acb64c5\">Gegnerschaft der \u00abEhe f\u00fcr alle\u00bb<\/a>, zu derer neben der Mehrheit der SVP auch ein betr\u00e4chtlicher Teil der Mitte-Partei (fr\u00fcher CVP) geh\u00f6rte, sah in der Vorlage insbesondere f\u00fcr das Kindeswohl eine grosse Gefahr. Da die \u00abEhe f\u00fcr alle\u00bb homosexuellen Paaren den Zugang zur Adoption (bzw. lesbischen Paaren auch zur Samenspende) erm\u00f6glicht, entst\u00fcnden laut gegnerischen Kreisen Konstellationen, die f\u00fcr die Identit\u00e4tsbildung von Kindern sch\u00e4dlich seien. Ein Kind brauche Vorbilder von beiden Geschlechtern, was ihnen jedoch durch die Samenspende f\u00fcr lesbische Paare verwehrt w\u00fcrde. \u00dcberdies bef\u00fcrchteten die Referendumskomitees, dass die geplante Gesetzes\u00e4nderung Forderungen nach der Eizellenspende und Leihmutterschaft nach sich ziehen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem Abstimmungskampf, der vor allem durch die bunten Aktionen der Bef\u00fcrwortenden mediale Aufmerksamkeit erreichte, sprach sich die Schweizer Stimmbev\u00f6lkerung am 26.09.2021 mit einem <a href=\"https:\/\/swissvotes.ch\/attachments\/231daa2646fbddc28669e4c1fb8a31f73d7be5b1dbd086c6a2cdc17a4acb64c5\">Ja-Stimmenanteil von 64.1%<\/a> f\u00fcr die Vorlage aus. Dieser Tag stellt wohl einen Meilenstein in der Gleichstellung von queeren<sup>\u2020<\/sup> Personen in der Schweiz dar. <\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund dieser Abstimmung w\u00fcrde man einen deutlichen Unterschied in den Parteipr\u00e4ferenzen queerer und heterosexueller Personen erwarten. Insbesondere Parteien wie die SVP oder die Mitte d\u00fcrften bei Queers einen schweren Stand haben. Dagegen w\u00fcrde man vermuten, dass linke Parteien, welche sich traditionell f\u00fcr die Rechte von Minderheiten einsetzen, in dieser W\u00e4hlergruppe punkten d\u00fcrften. Doch ist dies tats\u00e4chlich so einfach? <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Queers sind im Durchschnitt linker als Heterosexuelle<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Blick auf untenstehende Grafik zeigt die durchschnittliche Selbsteinstufung auf einer Links-Rechts-Skala (von 1 bis 7) nach Geschlecht und sexueller Orientierung. Queere Frauen sch\u00e4tzen sich im Durchschnitt 0.42 Punkte weiter links ein als heterosexuelle Frauen. Auch queere M\u00e4nner sch\u00e4tzen sich linker ein als heterosexuelle \u2013 der Effekt ist jedoch mit einem Unterschied von durchschnittlich 0.24 Punkten etwas geringer.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"731\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/plot1.1-1024x731.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-28805\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/plot1.1-1024x731.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/plot1.1-300x214.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/plot1.1-768x548.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/plot1.1-1536x1097.png 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/plot1.1-2048x1463.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dies deckt sich mit den Erkenntnissen einer <a href=\"https:\/\/ejpr.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/1475-6765.12366\">aktuellen Studie<\/a> zum Einfluss der sexuellen Orientierung auf das Wahlverhalten in Westeuropa. Diese kommt unter anderem zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, dass LGB-Personen Linksparteien unterst\u00fctzen, im Durchschnitt um rund 7 Prozentpunkte h\u00f6her ist als bei Heterosexuellen. Zeigt sich dieser Effekt auch in der Schweiz?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die SVP verliert nicht bei allen Queers W\u00e4hleranteile<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die folgende Abbildung veranschaulicht die Parteisympathie von queeren Personen im Vergleich zu Heterosexuellen. Wird eine Partei von queeren Personen eher unterst\u00fctzt als von heterosexuellen, ist dies blau dargestellt, w\u00e4hrend der umgekehrte Fall rot gekennzeichnet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt kann man sagen, dass Queers tats\u00e4chlich leicht linker w\u00e4hlen als Heterosexuelle. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. W\u00e4hrend die SVP bei queeren M\u00e4nnern starke Sympathieeinbussen verzeichnet, wird diese von queeren Frauen sogar ein wenig mehr unterst\u00fctzt wie von heterosexuellen. Dies ist \u00fcberraschend \u2013 war doch die SVP die einzige der sechs gr\u00f6ssten Schweizer Parteien, welche die Nein-Parole zur \u00abEhe f\u00fcr alle\u00bb beschloss und sich mit einer Vielzahl an prominenten Vertretern vehement gegen die Vorlage stellte.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Unterschiede finden sich in der Unterst\u00fctzung von Mitte-Parteien. W\u00e4hrend diese bei queeren M\u00e4nnern Anklang finden, verlieren sie bei queeren Frauen vor allem auf Kosten der beiden Linksparteien Anteile. Ein gemeinsamer Nenner ist hingegen das gute Abschneiden der SP, die bei beiden W\u00e4hlergruppen punkten kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/plot2-1024x731.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-27934\" width=\"793\" height=\"566\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/plot2-1024x731.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/plot2-300x214.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/plot2-768x548.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/plot2-1536x1097.png 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/plot2-2048x1463.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 793px) 100vw, 793px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Queere M\u00e4nner sind Frauenquoten gegen\u00fcber skeptisch<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Warum finden sich \u00fcberhaupt Unterschiede zwischen queeren und heterosexuellen Personen im Wahlverhalten? <\/p>\n\n\n\n<p>In der erw\u00e4hnten Studie werden zwei theoretische Argumente hervorgehoben: Einerseits f\u00fchrt die von Queers erlebte soziale und institutionelle Diskriminierung dazu, dass sie sich den Problemen anderer Minorit\u00e4ten mehr bewusst sind. Andererseits haben queere Personen als eigene soziale Gruppierung gemeinsame politische Forderungen wie die zivilrechtliche Gleichstellung oder Massnahmen zum Schutz vor Hass und Diskriminierung. Dies macht linke Parteien f\u00fcr Queers besonders interessant, da sie sowohl die Probleme von Minorit\u00e4ten generell, als auch die spezifischen Forderungen von LGB-Personen adressieren. Betrachtet man die Unterschiede in der Zustimmung zu ausgew\u00e4hlten Politikmassnahmen, wird jedoch klar, dass marginalisierte Gruppen nicht zwingend Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Forderungen anderer Gruppen haben, die ebenfalls Diskriminierung erfahren. <\/p>\n\n\n\n<p>Die niedrigste Zustimmungsrate f\u00fcr Frauenquoten l\u00e4sst sich ausgerechnet bei queeren M\u00e4nnern beobachten. Dies obwohl Frauenquoten eine klassische Forderung linker Parteien sind, welche bei queeren M\u00e4nnern besser ankommen als bei heterosexuellen. Auch Massnahmen zur Schliessung der Lohnl\u00fccke zwischen M\u00e4nnern und Frauen oder eine staatliche Finanzierung der Kinderbetreuung st\u00f6sst bei queeren M\u00e4nnern im Vergleich zu den anderen Gruppen st\u00e4rker auf Skepsis. Hingegen bef\u00fcrworten Queers unabh\u00e4ngig vom Geschlecht deutlich st\u00e4rker die Einf\u00fchrung eines zus\u00e4tzlichen Eintrags in amtlichen Dokumenten f\u00fcr Personen, die sich weder als Mann noch als Frau identifizieren als dies Heterosexuelle tun. Dies scheint darauf zu beruhen, dass sich die Gleichstellung von transidenten und nicht-bin\u00e4ren Personen als eine kollektive Forderung der LGB-Bewegung etabliert hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/plot3.1-1024x731.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-28807\" width=\"867\" height=\"618\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/plot3.1-1024x731.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/plot3.1-300x214.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/plot3.1-768x548.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/plot3.1-1536x1097.png 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/plot3.1-2048x1463.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 867px) 100vw, 867px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wenig Forschung zum Effekt der sexuellen Orientierung in Europa <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Daten zeigen es deutlich \u2013 Queers w\u00e4hlen anders wie Heterosexuelle. Dass sie jedoch zwingend linke Forderungen st\u00e4rker unterst\u00fctzen und durchweg weniger Sympathie f\u00fcr rechtskonservative Parteien haben als Heterosexuelle, kann so nicht gesagt werden. Leider gibt es vor allem im europ\u00e4ischen Kontext nur wenig Forschung zum Effekt der sexuellen Orientierung auf die Parteiwahl. Dies liegt zu einem grossen Teil an einem Mangel an Daten. W\u00e4hrend die sexuelle Orientierung in der American National Election Study (ANES) seit den sp\u00e4ten 1990ern abgefragt wird, ist eine Frage dazu in keiner auf einer Zufallsstichprobe basierten Wahlumfrage in den EU-Mitgliedsstaaten enthalten. Auch in der aktuellen Schweizer Wahlstudie SELECTS findet sich leider keine Frage dazu. Um die Auswirkungen der sexuellen Orientierung auf das Wahlverhalten in Europa besser zu verstehen, braucht es mehr Daten, sowie ein Bewusstsein f\u00fcr die Existenz und Komplexit\u00e4t dieses Effektes, wozu dieser Artikel hoffentlich beitragen konnte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p><sup>\u2020<\/sup> Die Begriffe &#8222;queer&#8220;, &#8222;Queers&#8220; oder &#8222;LGB&#8220; beziehen sich im Beitrag <em>ausschliesslich<\/em> auf die sexuelle Orientierung. Damit sind Personen gemeint, die sich nicht als heterosexuell bezeichnen. Dies umfasst lesbische, schwule, bi-, pan-, und asexuelle, nicht aber transidente Personen.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group has-pale-pink-background-color has-background\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Informationen zum Beitrag<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Titel: Schweizer Queers w\u00e4hlen linker \u2013 aber nicht unbedingt auf Kosten der SVP<br>Verfasser: Lionel Saxer<br>Email: <a href=\"mailto:lionelroman.saxer@uzh.ch\">lionelroman.saxer@uzh.ch<\/a><br>Abgabedatum: 8. Januar 2023<br>Lehrveranstaltung: Vorbereitung zum Forschungsseminar Politischer Datenjournalismus<br>Dozierende: Prof. Dr. Fabrizio Gilardi, Alexandra Kohler, Valeria Vuk, Dr. Bruno W\u00fcest<br>Anzahl Worte (excl. Lead, Anh\u00e4nge und Literaturverzeichnis): 954<\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-pale-pink-background-color has-background\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Daten, Methodik und Validit\u00e4t<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die verwendeten Daten entstammen der Studie &#8222;geschlechtergerechter&#8220; der Forschungsstelle Sotomo. Die Umfrage fand online zwischen dem 29. September und dem 1. November 2021 statt. Die realisierte Stichprobe betr\u00e4gt n = 2690 Personen. Die in der Analyse verwendeten Gewichte wurden mittels IPF-Verfahren (auch Raking) ermittelt, wobei Geschlecht, Alter, Ausbildungsstand und politische Positionierung zu den Gewichtungskriterien geh\u00f6rten. Der Stichprobenfehler auf dem 95%-Konfidenzniveau f\u00fcr den 50%-Anteil betr\u00e4gt +\/- 2.2 Prozentpunkte. <\/p>\n\n\n\n<p>Die im Beitrag als &#8222;queer&#8220;, &#8222;Queers&#8220; oder &#8222;LGB&#8220; bezeichneten Personen umfassen alle Befragten, die sich nicht als heterosexuell bezeichnet hatten (also lesbisch, schwul, bi-, pan-, asexuell, oder anderes). Ihr ungewichteter Anteil in der Stichprobe betr\u00e4gt ca. 10.6%. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Parteisympathie wurden einfachheitshalber nur die sechs gr\u00f6ssten Schweizer Parteien, also FDP, GLP, GPS, Mitte, SP und SVP betrachtet. Um eine Vergleichbarkeit zwischen der zweiten und dritten Abbildung herzustellen, wurden daher f\u00fcr die dritte Abbildung nur Befragte betrachtet, welche f\u00fcr die Parteisympathie eine der sechs gr\u00f6ssten Parteien angegeben hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Um den Anteil der Unterst\u00fctzung f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Politikmassnahmen darzustellen, wurden folgende Fragen ausgew\u00e4hlt: <\/p>\n\n\n\n<p>(1) &#8222;Sind Sie f\u00fcr eine (tempor\u00e4re) Einf\u00fchrung von Quoten, wenn sich ohne diese bei F\u00fchrungspositionen kein ausgeglichenes Geschlechterverh\u00e4ltnis einstellt?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>(2) &#8222;Gem\u00e4ss der Lohnstrukturerhebung 2018 verdienen Frauen im Durchschnitt knapp 20 Prozent weniger als M\u00e4nner. Die Lohndifferenz, die sich nicht erkl\u00e4ren l\u00e4sst, liegt bei \u00fcber 8 Prozent. Sind Sie der Ansicht, dass es Massnahmen braucht, um diese Lohnl\u00fccke zu schliessen?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>(3) &#8222;Soll die Betreuung der Kinder durch die Eltern von der Allgemeinheit finanziell entl\u00f6hnt werden?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>(4) &#8222;Soll es bei amtlichen Dokumenten die M\u00f6glichkeit f\u00fcr einen zus\u00e4tzlichen Eintrag geben f\u00fcr Personen, die sich weder als Frau noch als Mann verstehen?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei wurden alle Personen ber\u00fccksichtigt, die diese Fragen entweder mit &#8222;Ja&#8220; oder &#8222;Eher ja&#8220; beantwortet hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die im Beitrag beschriebenen Zusammenh\u00e4nge sind rein deskriptiv und erlauben keine kausalen Aussagen. Das Wahlverhalten bzw. die Parteisympathie sind Ph\u00e4nomene, die von vielen verschiedenen Faktoren abh\u00e4ngen, welche nicht ber\u00fccksichtigt werden konnten. Gerade im Bildungsniveau und im Einkommen unterscheiden sich queere und heterosexuelle Personen im Durchschnitt. Nichtsdestotrotz kann der Beitrag Anhaltspunkte im Zusammenhang mit der behandelten Fragestellung liefern.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Analyse der Daten wurde die statistische Programmiersprache R GNU in der Rstudio IDE verwendet.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-3df7aff0-d6fb-45bf-a19d-e8c591fd3869\" href=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/RCoden.html\">R-Code<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p>Rebekka Affolter (2021): \u00abEhe f\u00fcr alle\u00bb: In diesen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ist sie noch verboten. <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/news\/europa\/ehe-fur-alle-in-diesen-europaischen-landern-ist-sie-noch-verboten-66011053\">https:\/\/www.nau.ch\/news\/europa\/ehe-fur-alle-in-diesen-europaischen-landern-ist-sie-noch-verboten-66011053<\/a> [Stand: 08.01.2023].<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Strasser, Matthias (2022): Fl\u00e4chendeckendes Ja zur Ehe f\u00fcr alle. <em>Swissvotes \u2013 die Datenbank der eidgen\u00f6ssischen<br>Volksabstimmungen<\/em>. <a href=\"https:\/\/swissvotes.ch\/attachments\/231daa2646fbddc28669e4c1fb8a31f73d7be5b1dbd086c6a2cdc17a4acb64c5\">https:\/\/swissvotes.ch\/attachments\/231daa2646fbddc28669e4c1fb8a31f73d7be5b1dbd086c6a2cdc17a4acb64c5<\/a> [Stand: 08.01.2023].<\/p>\n\n\n\n<p>Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p>Stuart J. Turnbull-Dugarte (2020): The European lavender vote: Sexuality, ideology and vote choice in Western Europe. <em>European Journal of Political Research<\/em> 59: 517-537.         <a href=\"https:\/\/ejpr.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/1475-6765.12366\">https:\/\/ejpr.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/1475-6765.12366<\/a> [Stand: 08.01.2023].<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hlen Queers anders als Heterosexuelle? Die g\u00e4ngige Vorstellung ist, dass queere Personen linker w\u00e4hlen als Heterosexuelle. Eine Analyse der Parteisympathie von Schweizer Befragten best\u00e4tigt dies \u2013 offenbart aber auch \u00dcberraschendes. 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