{"id":27517,"date":"2023-02-23T14:21:18","date_gmt":"2023-02-23T13:21:18","guid":{"rendered":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=27517"},"modified":"2024-10-14T21:17:02","modified_gmt":"2024-10-14T19:17:02","slug":"es-wurden-kaum-frauen-in-die-zuercher-gemeindebehoerden-gewaehlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2023\/02\/23\/es-wurden-kaum-frauen-in-die-zuercher-gemeindebehoerden-gewaehlt\/","title":{"rendered":"Es wurden kaum Frauen in die Z\u00fcrcher Gemeindebeh\u00f6rden gew\u00e4hlt"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Das Wahljahr 2019 war ein Frauenwahljahr. Noch nie wurden so viele Frauen in den Nationalrat gew\u00e4hlt. Zwischen Februar und September 2022 wurden nun die Z\u00fcrcher Gemeindebeh\u00f6rden neu besetzt. Der grosse Ansturm blieb jedoch aus, trotz besseren Wahlchancen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Die Eidgen\u00f6ssischen Wahlen 2019 wurden bekannt unter dem Namen \u00abFrauenwahl 2019\u00bb. Der Anteil von Frauen im Nationalrat stieg um zehn Prozentpunkte, von 32% auf 42%. Damit werden nun 84 von 200 Sitzen im Nationalrat von Frauen gehalten. Das ist neuer Schweizer Rekord. Von den 35 Nationalratssitzen des Kantons Z\u00fcrich, sind 16 an Frauen gegangen. Nun standen in Z\u00fcrcher kommunale Gesamterneuerungswahlen an. Zwischen Februar und September 2022 wurden in allen Z\u00fcrcher Gemeinden die Beh\u00f6rden neu besetzt. Es stellte sich die Frage, ob Frauen auch in den Gemeinden die Politik erst\u00fcrmen. Ermutigt anzutreten wurden Frauen von der Frauenzentrale Z\u00fcrich, welche, in Zusammenarbeit mit der Direktion der Justiz und des Innern, das Mentoringprogramm \u00abZ\u00fcri L\u00f6winnen br\u00fcllen\u00bb ins Leben riefen. Ziel dieses Programmes war es <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/frauenzentrale-zh.ch\/kommunalwahlen-2022-zueri-loewinnen-bruellen\/\" target=\"_blank\">\u00abpolitisch interessierte Frauen jeden Alters zu einer Kandidatur ermutigen \u2013 unabh\u00e4ngig von ihrer politischen Einstellung.\u00bb<\/a> Laut der Medienmitteilung der Direktion des Innern, war vor den Wahlen 2022 nur etwa jeder vierte Sitz der Gemeindeexekutiven durch eine Frau besetzt. Genauere Zahlen, insbesondere zu den weiteren Beh\u00f6rden, sind nicht bekannt. <br>Nachdem im September 2022 die Gemeine Andelfingen als letzte Z\u00fcrcher Gemeinde ihre \u00c4mter neu besetzte, kann nun deren Zusammensetzung analysiert werden. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Frauen sind in den Gemeindeexekutiven und Rechnungspr\u00fcfungskommissionen massiv untervertreten, daf\u00fcr in den Schulpflegen leicht \u00fcbervertreten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Frauen sind in den Z\u00fcrcher Beh\u00f6rden wenig gesehen. Gerade einmal 37% machen sie insgesamt aus. Aufgeschl\u00fcsselt nach Beh\u00f6rdentyp zeigt sich ein spannendes Bild. Bei den Gemeindeexekutiven sind nur etwas mehr als ein Viertel der Sitze von Frauen besetzt. In den Rechnungspr\u00fcfungskommissionen ist der Frauenanteil noch tiefer bei 21%. Leicht in der Mehrzahl sind die Frauen hingegen in den Schulpflegen.<br>Obwohl der Frauenanteil in den Z\u00fcrcher Beh\u00f6rden sich gesamthaft auf 37% bel\u00e4uft, hat sich seit den letzten Erneuerungswahlen kaum etwas ver\u00e4ndert. Gem\u00e4ss den offiziellen Angaben des Kantones lag der Frauenanteil in den Gemeindeexekutiven bei etwa 25%. Genauere Angaben \u00fcber die Zusammensetzung der Gemeindeexekutiven sind leider nicht bekannt. In dem angegebenen Bereich liegt der Frauenanteil nach den Wahlen 2022 weiterhin bei 29%.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/perc-1024x736.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-27742\" width=\"875\" height=\"629\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/perc-1024x736.jpeg 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/perc-300x216.jpeg 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/perc-768x552.jpeg 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/perc-1536x1104.jpeg 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/perc-2048x1472.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 875px) 100vw, 875px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 1: Anteil gew\u00e4hlte Personen nach Geschlecht und Beh\u00f6rdentyp<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#e4e6e7\"><strong>Exkurs <\/strong><strong censor-style=\"excluded\" censor-exclusion=\"unmatched_url\">Beh\u00f6rdentypen:<\/strong><br>Bei den kommunalen Gesamterneuerungswahlen wurden drei Beh\u00f6rden neu besetzt: Gemeindeexekutive, Rechnungspr\u00fcfungskommission (RPK) und Schulpflegen. Die Gemeindeexekutive k\u00fcmmert sich um die <a rel=\"noreferrer noopener\" censor-style=\"excluded\" censor-exclusion=\"unmatched_url\" href=\"https:\/\/www.zh.ch\/de\/politik-staat\/gemeinden.html#-1190382459\" target=\"_blank\">\u00ab\u00f6ffentlichen Aufgaben, f\u00fcr die weder der Bund oder Kanton zust\u00e4ndig sind\u00bb<\/a>. Die Schulpflegen k\u00fcmmert sich ausschliesslich um die Angelegenheiten einer Schule. Dabei kann es sich um Primar-, Sekundar- oder Gesamtschulen handeln. Die Rechnungspr\u00fcfungskommission \u00fcberpr\u00fcft die Gesch\u00e4fte der Exekutive und Schulpflege auf Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Z\u00fcrich werden die Gemeinden von M\u00e4nnern regiert. Zwar sind bloss in f\u00fcnf Gemeinden keine Frauen in der Exekutive vertreten, eine hohe Anzahl von Gemeinden weist lediglich eine Frau in der Exekutivbeh\u00f6rde vor. Auff\u00e4llig dabei \u2013 selbst in den grossen linken St\u00e4dten Z\u00fcrich und Winterthur sind wenige Frauen vertreten. Dies obwohl in diesen St\u00e4dten die Frauenf\u00f6rderung eigentlich grossgeschrieben wird. Tats\u00e4chlich l\u00e4sst sich keinen Unterschied in den Wahlwahrscheinlichkeiten von Frauen f\u00fcr die verschiedenen geographischen R\u00e4ume finden. In den Agglomerationen und den l\u00e4ndlichen Gemeinden werden genauso wenige Frauen in Beh\u00f6rden\u00e4mter gew\u00e4hlt, wie in den St\u00e4dten. Die fehlende statistische Signifikanz mag auch auf die geringe Anzahl grosser St\u00e4dte im Kanton Z\u00fcrich zur\u00fcckzuf\u00fchren zu sein, jedoch l\u00e4sst sich ebenso kein Unterschied zwischen sehr l\u00e4ndlich gepr\u00e4gten Gemeinden und grossen Agglomerationsgemeinden finden. Die tiefe Vertretung der Frauen in den kommunalen Beh\u00f6rden ist also kein Ph\u00e4nomen von Stadt oder Land. Im Gegensatz dazu stehen Untersuchungen, die zeigen, dass konservative W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler bei gleicher Qualifikation eher M\u00e4nner w\u00e4hlen (Giger et al. 2022) und daher ein Stadt-Land Graben zu erwarten w\u00e4re. Dass dem offensichtlich nicht der Fall ist, mag auf das Naturell der Wahl zur\u00fcckzuf\u00fchren zu sein. Bei kommunalen Majorzwahlen handelt es sich vornehmlich um Personenwahlen. In den kleinen Wahlkreisen sind die Kandidierenden den W\u00e4hlenden oftmals pers\u00f6nlich bekannt. Allf\u00e4llige unterbewusste Vorurteile oder Pr\u00e4ferenzen k\u00f6nnten durch die pers\u00f6nliche Beziehung moderiert werden. So k\u00f6nnte auch die geringen Differenzen der Wahlchancen zwischen den Parteien zu erkl\u00e4ren sein. Vernetzung im Dorf und Bekanntheitsgard scheint oftmals wichtiger zu sein, als andere Pr\u00e4diktoren wie das Geschlecht oder die politische Einstellung.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/map-1024x697.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-28819\" width=\"843\" height=\"573\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/map-1024x697.jpeg 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/map-300x204.jpeg 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/map-768x523.jpeg 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/map-1536x1046.jpeg 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/map-2048x1394.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 843px) 100vw, 843px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 2: Karte der Z\u00fcrcher Gemeinden und ihrem Frauenanteil in der Exekutive<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Die Gemeinde mit dem h\u00f6chsten Frauenanteil in der Gemeindeexekutive ist die Stadt Uster. In der Stadt mit \u00fcber 36&#8217;000 Einwohnern, sind f\u00fcnf von sieben Stadtratssitzen mit Frauen besetzt. In Uster zeigt sich auch wie Einheitsgemeinden (politische und schulische Gemeinde bilden eine Einheit) das Bild tr\u00fcben k\u00f6nnen. Denn nur vier der f\u00fcnf Frauen in der Stadtregierung Usters haben ordentlichen Einsitz. Lucia Bernet (SP) wurde nicht in den Stadtrat selbst gew\u00e4hlt, sondern ist als Schulpr\u00e4sidentin von Amtes wegen im Stadtrat vertreten und f\u00fchrt dort das Ressort Bildung. In den meisten der wachsenden Anzahl von Einheitsgemeinden gilt diese Regelung, nur wenige w\u00e4hlen ein Mitglied der Gemeindeexekutive ins Schulpr\u00e4sidium. Dies f\u00fchrt zu einer \u00abk\u00fcnstlichen Erh\u00f6hung\u00bb des Frauenanteils, da in den Schulpflegen Frauen deutlich besser vertreten sind. \u00dcber den gesamten Kanton betrachtet, haben 91 Exekutivmitglieder ihren Einsitz aufgrund des Amtes des Schulpr\u00e4sidiums. Hier liegt der Frauenanteil deutlich h\u00f6her als bei den ordentlichen Mitgliedern der Gemeindexekutive (28.4%) bei 46.7 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Trotz besserer Wahlchancen schlechter vertreten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Betrachtet man die Geschlechtervertretung in den Z\u00fcrcher Gemeindebeh\u00f6rden, so k\u00f6nnte man meinen, dass Frauen deutlich weniger gew\u00e4hlt werden. Tats\u00e4chlich ist das jedoch nicht der Fall. W\u00e4hrend sich die Wahlchancen bei den bisherigen Beh\u00f6rdenmitgliedern nicht unterscheiden, weisen von den neu antretenden Personen, Frauen gut 5 Prozentpunkte h\u00f6here Wahlchancen auf (73%) als die M\u00e4nner (68%). Dieses scheinbare Paradoxon l\u00e4sst sich dadurch erkl\u00e4ren, dass sich Frauen insgesamt deutlich weniger h\u00e4ufig zur Wahl stellen als M\u00e4nner. Obwohl sie gute Karten h\u00e4tten, scheinen Frauen politische \u00c4mter, im Gegensatz zu den M\u00e4nnern, eher zu meiden. Es werden weniger Frauen gew\u00e4hlt, weil sich viel weniger Frauen zur Verf\u00fcgung stellen. Besonders gross ist dieser Gap bei den Rechnungspr\u00fcfungskommissionen. Von 847 Kandidierenden f\u00fcr die Rechnungspr\u00fcfungskommission im ersten Wahlgang, waren lediglich 181 (21%) Frauen.<br>Auch der Mythos, dass Frauen eher in die Schulpflege als in die Gemeindeexekutive gew\u00e4hlt werden, bleibt ein Mythos. F\u00fcr welche Beh\u00f6rde die Wahl stattfindet, hat keinen signifikanten Einfluss auf die Wahlchancen der Geschlechter. Auch hier ist der Grund des leichten Frauen\u00fcberschusses die Anzahl angetretener Frauen. Im Gegensatz zur Gemeindeexekutive und der Rechnungspr\u00fcfungskommission treten f\u00fcr die Schulpflegen mehr Frauen als M\u00e4nner an.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"697\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/predicts-1024x697.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-28820\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/predicts-1024x697.jpeg 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/predicts-300x204.jpeg 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/predicts-768x523.jpeg 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/predicts-1536x1046.jpeg 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/predicts-2048x1394.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 3: Vorhergesagte Wahlwahrscheinlichkeit nach Geschlecht und Beh\u00f6rde<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dass die ungleiche Vertretung der Geschlechter weniger auf die Wahlchancen, sondern eher auf die \u00fcberhaupt verf\u00fcgbaren Kandidatinnen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, ist keine neue Erkenntnis. Die Politikwissenschaftler:innen Richard Fox und Jennifer Lawless konnten in ihrer 2010 ver\u00f6ffentlichten Studie aufzeigen, dass Frauen f\u00fcr politische \u00c4mter weniger stark umworben und ermutigt werden zu kandidieren. Das Programm \u00abZ\u00fcri L\u00f6winnen br\u00fcllen\u00bb der Frauenzentrale Z\u00fcrich hat also im Grundsatz am richtigen Ort angesetzt. Weshalb diese Bem\u00fchungen scheinbar dennoch nicht viele Fr\u00fcchte getragen haben, dar\u00fcber kann nur spekuliert werden. M\u00f6gliche Gr\u00fcnde k\u00f6nnten der Fokus auf kommunale Parlamentswahlen, sowie fehlende Rekrutierung von nicht grundinteressierten Frauen sein. Von den 33 Kandidatinnen im Mentoringprogramm der Frauenzentrale, haben lediglich 8 f\u00fcr ein Exekutivamt kandidiert. Weiter\u00ad hat man mit diesem Programm in erster Linie Personen angesprochen, welche sich bereits vorstellen konnten f\u00fcr ein Amt zu kandidieren und sogar schon Mitglied einer Partei waren. Diese h\u00e4tten jedoch potentiell auch ohne Mentoringprogramm kandidiert. <br>Die langfristige Entwicklung des Frauenanteils in der lokalen Politik bleibt abzuwarten und zu verfolgen. Jedoch scheint es so, als w\u00fcrde sich in diesem Bereich noch wenig tun. Obwohl die Parteien pr\u00e4destiniert w\u00e4ren mehr Frauen f\u00fcr lokale \u00c4mter zu rekrutieren, sind sie trotz erfolgen auf h\u00f6heren Stufen dazu nicht in der Lage. Die lokalen Sektionen suchen h\u00e4nderingend um engagiertes und insbesondere auch junges und weibliches Personal. Dass dies kaum gelingen zu scheint, k\u00f6nnte auch auf die Umst\u00e4nde dieser \u00c4mter zur\u00fcckzuf\u00fchren zu sein. In der lokalen Politik ist man stark exponiert, hat hohen Aufwand und wird eher schlecht entsch\u00e4digt. Welcher Faktor tats\u00e4chlich Ausschlaggebend ist, m\u00fcsste wissenschaftlich genauer untersucht werden, um die enorm tiefe Vertretung der Frauen in den Gemeindeexekutiven und Rechnungspr\u00fcfungskommissionen effektiv anzuheben.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#adb1b5\"><strong censor-style=\"excluded\" censor-exclusion=\"unmatched_url\">Informationen zum Blogbeitrag:<\/strong><br>Autor: Nick Gl\u00e4ttli<br>Email: nick.glaettli@uzh.ch<br><br>Lehrveranstaltung: Vorbereitung zum Forschungsseminar &#8222;Politischer Datenjournalismus&#8220;<br>Dozierende: Prof. Fabrizio Gilardi, Dr. Bruno W\u00fcest, Alexandra Kohler<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#adb1b5\"><strong censor-style=\"excluded\" censor-exclusion=\"unmatched_url\">Daten, Validit\u00e4t und Methoden:<\/strong><br>Bei den verwendeten Daten handelt es sich um den bislang noch nicht ver\u00f6ffentlichten Zurich Municipality Election Results (ZMER) Datensatz. Dieser Datensatz wurde vom Autor des Blogbeitrages zwischen April und November 2022 erstellt. Der Datensatz umfasst die Wahlergebnisse der Gemeindeexekutiven, Rechnungspr\u00fcfungskommissionen, sowie der Schulpflegen aller 160 Z\u00fcrcher Gemeinden auf der individual Ebene. Die Daten bauen auf den l\u00fccken- und fehlerhaften Daten des statistischen Amtes auf (<a rel=\"noreferrer noopener\" censor-style=\"excluded\" censor-exclusion=\"unmatched_url\" href=\"https:\/\/www.zh.ch\/de\/politik-staat\/wahlen-abstimmungen.zhweb-noredirect.zhweb-cache.html?keywords=demokratie#\/datasets\/1281@statistisches-amt-kanton-zuerich\" target=\"_blank\">siehe hier<\/a>), wurden vervollst\u00e4ndigt, bereinigt und erg\u00e4nzt. Die wichtigsten Merkmale der Kandidierenden (Alter, Geschlecht, Parteizugeh\u00f6rigkeit) liegen im ZMER Datensatz vollst\u00e4ndig vor. Der Datensatz umfasst 59 Variablen und 4111 Datenpunkte.<br>Die Angaben zum Mentoringprogramm der Frauenzentrale Z\u00fcrich wurden von der Frauenzentrale ZH zur Verf\u00fcgung gestellt.<br><br>In die Analyse eingeflossen sind alle namentlich in den Wahlprotokollen aufgef\u00fchrten Personen. Die Daten der unter &#8222;Vereinzelte&#8220; zusammengefassten Personen wurden nicht ber\u00fccksichtigt, da einerseits es sich dabei weder um eine einzelne Person handelt, noch die notwendigen Indikatoren wie das Geschlecht oder Parteizugeh\u00f6rigkeit vorliegen. Die Validit\u00e4t der Analyse ist als sehr hoch einzustufen, da es sich bei der Datengrundlage um eine Vollerhebung handelt. Jedoch ist eine Schw\u00e4che feststellbar: In den meisten Gemeinden sind f\u00fcr die kommunalen Gesamterneuerungswahlen keine offiziellen Kandidaturen vorgesehen. W\u00e4hlbar ist grunds\u00e4tzlich jede stimmberechtigte Person. Auch in Gemeinden in denen eine minimale Beschr\u00e4nkung in der Form einer Mindestanzahl von Unterschriften vorgesehen ist, um an der Wahl teilnehmen zu k\u00f6nnen, ist die W\u00e4hlbarkeit nicht mit einer Kandidatur gleichzusetzen. So wurden beispielsweise in der Gemeinde Schleinikon die notwendigen Unterschriften ohne dem Wissen der betroffenen Person gesammelt und eingereicht. Aufgrund dieser fehlenden H\u00fcrde kommt es zu leichten Verzerrungen, aufgrund doppelter Nennungen f\u00fcr verschiedene Beh\u00f6rden. Ein Beispiel daf\u00fcr ist Markus Sp\u00e4th (SP), welcher in der Amtsperiode 2018 bis 2022 als Gemeinderat (Exekutive) amtete. F\u00fcr die Periode 2022 bis 2026 kandidierte er f\u00fcr die Schulpflege und deren Pr\u00e4sidium. Dennoch erhielt er f\u00fcr die Wahl des Gemeinderates eine signifikante Anzahl Stimmen und wurde daher auch dort namentlich im Protokoll aufgef\u00fchrt. Solche Einzelf\u00e4lle kommen vor, sind jedoch sehr selten und haben daher keinen grossen Einfluss auf die Ergebnisse der Analyse. Aufgrund der Tatsache, dass es eine gewisse Anzahl Stimmen ben\u00f6tigt um namentlich in den Wahlprotokollen aufgef\u00fchrt zu werden, ist es legitim in diesem Fall von einer Kandidatur auszugehen. <br><br>Um die Wahlwahrscheinlichkeiten berechnen und analysieren zu k\u00f6nnen, wurde eine logistische Regression gerechnet. Neben dem Geschlecht wurde ausserdem f\u00fcr Alter, Parteizugeh\u00f6rigkeit, bisherigen Status, bisherigen Pr\u00e4sidium Status, Wahlgang und Beh\u00f6rdentyp kontrolliert. Die vorhergesagten Wahrscheinlichkeiten wurden mithilfe des R-packages glm.predict errechnet.<br>Der gesamte R-Code kann <a href=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/R-Code.html\" data-type=\"URL\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier <\/a>eingesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-background-color has-background\"><strong censor-style=\"excluded\" censor-exclusion=\"unmatched_url\">Quelllenangaben:<\/strong><br><br>Direktion der Justiz und des Innern, Medienmitteilung (16.04.2021), <a censor-style=\"excluded\" censor-exclusion=\"unmatched_url\" href=\"https:\/\/www.zh.ch\/de\/news-uebersicht\/medienmitteilungen\/2021\/04\/kampagne-zueri-loewinnen-laeuft-an.html\">https:\/\/www.zh.ch\/de\/news-uebersicht\/medienmitteilungen\/2021\/04\/kampagne-zueri-loewinnen-laeuft-an.html<\/a>, Stand: 29.12.2022<br><br>Frauenzentrale Z\u00fcrich, <a censor-style=\"excluded\" censor-exclusion=\"unmatched_url\" href=\"https:\/\/frauenzentrale-zh.ch\/kommunalwahlen-2022-zueri-loewinnen-bruellen\/\">https:\/\/frauenzentrale-zh.ch\/kommunalwahlen-2022-zueri-loewinnen-bruellen\/<\/a>, Stand: 29.12.2022<br><br>Frauenzentrale Z\u00fcrich, Angaben zu den Mentees im Programm \u00abZ\u00fcri L\u00f6winnen br\u00fcllen\u00bb, nicht ver\u00f6ffentlicht, Genehmigung liegt vor <br><br>Gemeindeamt Z\u00fcrich, Kanton Z\u00fcrich, <a censor-style=\"excluded\" censor-exclusion=\"unmatched_url\" href=\"https:\/\/www.zh.ch\/de\/politik-staat\/gemeinden.html#-1190382459\">https:\/\/www.zh.ch\/de\/politik-staat\/gemeinden.html#-1190382459<\/a>, Stand: 29.12.2022<br><br>Natalie Giger, Denise Traber, Fabrizo Gildardi, Sarah B\u00fctikofer (2022), The surge in women&#8217;s representation in the 2019 Swiss federal elections. Swiss political science review<br><br>politanalyst.ch, ZMER Datensatz, <a censor-style=\"excluded\" censor-exclusion=\"unmatched_url\" href=\"https:\/\/politanalyst.ch\/datensaetze\/\">https:\/\/politanalyst.ch\/datensaetze\/<\/a>, noch nicht ver\u00f6ffentlicht, Stand: 29.12.2022<br><br>Richard Fox und Jennifer Lawless (2010). If only they\u2019d ask: Gender, recruitment, and political ambition.&nbsp;<em censor-style=\"excluded\" censor-exclusion=\"unmatched_url\">The Journal of Politics<\/em>,&nbsp;<em censor-style=\"excluded\" censor-exclusion=\"unmatched_url\">72<\/em>(2), 310-326.<br><br>Swisstopo, Geodaten, https:\/\/www.swisstopo.admin.ch\/de\/geodata\/landscape\/boundaries3d.html#download, Stand: 01.01.2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wahljahr 2019 war ein Frauenwahljahr. Noch nie wurden so viele Frauen in den Nationalrat gew\u00e4hlt. Zwischen Februar und September 2022 wurden nun die Z\u00fcrcher Gemeindebeh\u00f6rden neu besetzt. 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