{"id":27961,"date":"2023-02-16T11:01:52","date_gmt":"2023-02-16T10:01:52","guid":{"rendered":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=27961"},"modified":"2024-10-14T21:21:54","modified_gmt":"2024-10-14T19:21:54","slug":"kompliment-oder-uebergriff-wie-erwerbstaetige-in-der-schweiz-diskriminierendes-verhalten-am-arbeitsplatz-beurteilen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2023\/02\/16\/kompliment-oder-uebergriff-wie-erwerbstaetige-in-der-schweiz-diskriminierendes-verhalten-am-arbeitsplatz-beurteilen\/","title":{"rendered":"Kompliment oder \u00dcbergriff? Wie Erwerbst\u00e4tige in der Schweiz diskriminierendes Verhalten am Arbeitsplatz beurteilen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Frauen bis und mit 30 erleben weniger diskriminierende Handlungen am Arbeitsplatz als ihre n\u00e4chst\u00e4lteren Kolleginnen. Eine Auswirkung der aktuellen #MeToo-Debatte? Nicht nur, wie Umfrageergebnisse zeigen: Auch die politische Orientierung spielt eine Rolle.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein tiefer Blick, eine fl\u00fcchtige Ber\u00fchrung am R\u00fccken oder ein Zwinkersmiley in einer Chat-Nachricht, das nicht zum Inhalt passt: Der Arbeitsplatz bietet Raum und M\u00f6glichkeiten f\u00fcr sexuelle Anspielungen. Im besten Fall \u2013 und wenn Konsens beider Parteien vorherrscht \u2013 kann daraus eine lange und gl\u00fcckliche Beziehung entstehen. Viel \u00f6fter aber l\u00f6st ein anz\u00fcglicher Spruch im Arbeitskontext, der sich auf die Kleidung, das \u00c4ussere oder die sexuelle Orientierung bezieht, beim Gegen\u00fcber ein unangenehmes, besch\u00e4mendes Gef\u00fchl aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Sexuelle Bel\u00e4stigung am Arbeitsplatz ist nach wie vor weit verbreitet. Gem\u00e4ss einer <a href=\"https:\/\/www.ebg.admin.ch\/dam\/ebg\/de\/dokumente\/sexuelle_belaestigung\/zusammenfassung_risikoundverbreitungsexuellerbelaestigungamarbei.pdf.download.pdf\/zusammenfassung_risikoundverbreitungsexuellerbelaestigungamarbei.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie des Bundes<\/a> von 2008 erlebten \u00fcber 54% der Frauen und 49% der M\u00e4nner in der Schweiz mindestens einmal ein potenziell bel\u00e4stigendes Verhalten am Arbeitsplatz. Aktuelle Zahlen einer <a href=\"https:\/\/www.pwc.at\/de\/presse\/2022\/diversitaet-und-inklusion-60-prozent-wuenschen-sich-mehr-vielfalt-am-arbeitsplatz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PwC-Studie<\/a> aus \u00d6sterreich best\u00e4tigen das Bild: Dort gaben 47% der Befragten an, Diskriminierung oder Bel\u00e4stigung im Berufsleben erlebt oder mitbekommen zu haben. Die R\u00fcckkehr ins B\u00fcro nach der Covid-19-Pandemie hat die Anzahl gemeldeter Vorf\u00e4lle von sexueller Bel\u00e4stigung ansteigen lassen, ebenso wie die laufende Gleichstellungsdebatte: Gem\u00e4ss <a href=\"https:\/\/www.20min.ch\/story\/rueckkehr-ins-buero-faelle-von-sexueller-belaestigung-am-arbeitsplatz-gestiegen-321504480093\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">20min.ch<\/a> wurden \u00fcber das Schweizer Online-Portal belaestigt.ch im letzten Jahr 25% mehr F\u00e4lle von sexueller Bel\u00e4stigung am Arbeitsplatz gemeldet als im Jahr 2019.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Frauen zwischen 31 und 45 Jahren sind besonders oft mit diskriminierendem Verhalten konfrontiert<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In allen Studien zeigt sich, dass Frauen in der Tendenz st\u00e4rker von sexuell bel\u00e4stigendem Verhalten im Arbeitsumfeld betroffen sind. Damit sind nicht ausschliesslich gewaltt\u00e4tige \u00dcbergriffe gemeint. Viel h\u00e4ufiger handelt es sich um subtilere Formen der Bel\u00e4stigung und Diskriminierung, wie zum Beispiel kurze Ber\u00fchrungen, anz\u00fcgliche Witze oder die Benachteiligung aufgrund des Geschlechts. Dies zeigen aktuelle Resultate von zwei Stimmungsbefragungen der Forschungsstelle sotomo. Das Unternehmen hat in zwei separaten repr\u00e4sentativen Umfragen f\u00fcr das Frauenmagazin \u00abAnnabelle\u00bb im Jahr 2021 \u00fcber 6&#8217;000 Frauen und 1&#8217;300 M\u00e4nner aus der deutschsprachigen Schweiz nach ihrer gesellschaftlichen, beruflichen und privaten Zufriedenheit befragt. Die Daten liefern Einblicke in die Gef\u00fchlswelt, die W\u00fcnsche an Partner:innen und das Intimleben der Frauen und M\u00e4nner in der Deutschschweiz \u2013 und \u00fcber ihre Einstellungen zu Diskriminierung am Arbeitsplatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Gefragt nach ihren Erfahrungen im Zusammenhang mit diskriminierendem Verhalten, das sie in ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn am Arbeitsplatz erlebten, zeigt sich: \u00dcber 50% der befragten Frauen waren mindestens einmal Empf\u00e4ngerinnen von sexualisierten Spr\u00fcchen und Witzen am Arbeitsplatz. \u00dcber 30% von ihnen f\u00fchlten sich aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert und fast 30% der Frauen wurden an einem Vorstellungsgespr\u00e4ch auf ihre Familienplanung (z.B. Kinderwunsch oder Schwangerschaft) angesprochen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"605\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/frauen_erfahrungen_neu-1024x605.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-28786\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/frauen_erfahrungen_neu-1024x605.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/frauen_erfahrungen_neu-300x177.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/frauen_erfahrungen_neu-768x454.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/frauen_erfahrungen_neu-1536x908.png 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/frauen_erfahrungen_neu-2048x1210.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Dabei f\u00e4llt auf, dass insbesondere Frauen zwischen 31 und 45 Jahren von sexuell diskriminierendem Verhalten betroffen sind. Ihre j\u00fcngeren Kolleginnen, die der Generation Z angeh\u00f6ren, haben im Vergleich bisher weniger Erfahrungen dieser Art gemacht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>M\u00e4nner nehmen eigenes Verhalten nicht immer als diskriminierend wahr<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der Grat ist schmal zwischen einem ehrlich gemeinten Kompliment und einer diskriminierenden Aussage. Eine un\u00fcberlegte oder gar nett gemeinte \u00c4usserung kann in einem unpassenden Kontext schnell sexuell beleidigend sein. Wie sehr sind M\u00e4nner auf solche m\u00f6glichen diskriminierenden Verhaltensweisen sensibilisiert? Gefragt nach Verhaltensweisen, die sie als \u00abv\u00f6llig in Ordnung\u00bb einstufen, gaben \u00fcber 60% der befragten M\u00e4nner an, dass ein Kompliment zum \u00c4usseren v\u00f6llig in Ordnung sei. \u00dcber 20% sahen \u00fcberdies kein Problem bez\u00fcglich Flirtens im B\u00fcro.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/maenner_ok_neu-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-28787\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/maenner_ok_neu-1024x683.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/maenner_ok_neu-300x200.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/maenner_ok_neu-768x512.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/maenner_ok_neu-1536x1024.png 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/maenner_ok_neu-2048x1365.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Auch bei den M\u00e4nnern zeigen sich sichtbare Unterschiede zwischen den Altersgruppen: So scheinen j\u00fcngere M\u00e4nner (bis und mit 30 Jahre) st\u00e4rkere Vorbehalte gegen\u00fcber potenziell sexualisierten Verhaltensweisen zu haben als ihre \u00e4lteren Kollegen zwischen 31 und 45 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Politisch links-orientierte Frauen nehmen h\u00e4ufiger sexualisiertes Verhalten am Arbeitsplatz<\/strong> wahr<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Umfrageergebnisse weisen darauf hin, dass neben dem Alter auch die politische Orientierung eine Rolle spielt, wie Frauen diskriminierende Handlungen am Arbeitsplatz wahrnehmen. Der Vergleich der Frauen der Generation Z (bis und mit 30 Jahre) mit ihren Kolleginnen zwischen 31 und 45 Jahren zeigt, dass Frauen beider Altersgruppen, die sich eher auf der politisch linken Seite einordnen, \u00f6fter Diskriminierendes am Arbeitsplatz erlebten als ihre Kolleginnen, die sich der politischen Mitte oder der Rechten zuordnen. Der Effekt ist besonders ausgepr\u00e4gt, wenn es um sexualisierte Spr\u00fcche und Witze geht: Hier betr\u00e4gt der Unterschied zwischen den politisch links und politisch rechts eingestellten gleichaltrigen Frauen \u00fcber vier Prozentpunkte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"461\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/frauen_erfahrungen_partei_neu-1024x461.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-28788\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/frauen_erfahrungen_partei_neu-1024x461.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/frauen_erfahrungen_partei_neu-300x135.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/frauen_erfahrungen_partei_neu-768x346.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/frauen_erfahrungen_partei_neu-1536x691.png 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/frauen_erfahrungen_partei_neu-2048x922.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Befinden sich Frauen, die sich politisch links orientieren, also \u00f6fter in Situationen, in welchen sie sexualisiertem Verhalten ausgesetzt sind? Oder sind sie aufgrund ihrer politischen Einstellung st\u00e4rker sensibilisiert und nehmen Handlungen und Aussagen, die potenziell sexuell bel\u00e4stigend sind, eher wahr? Falls dem so ist: Zeigt sich auch bei politisch links-orientierten M\u00e4nnern eine h\u00f6here Sensibilisierung f\u00fcr potenziell sexualisiertes Verhalten?<\/p>\n\n\n\n<p>In den Daten von sotomo findet sich keine Best\u00e4tigung dieser Wahrnehmungsverzerrung aufgrund der politischen Gesinnung. Eher im Gegenteil: Interessanterweise bef\u00fcrworten politisch links orientierte M\u00e4nner potenziell diskriminierendes Verhalten gleich (wenig) oder st\u00e4rker als ihre Kollegen, die sich politisch der Mitte oder der Rechten zuordnen. Insbesondere bei Komplimenten zum \u00c4usseren zeigen sich bei beiden Altersgruppen Unterschiede von fast f\u00fcnf Prozentpunkten zwischen politisch links und politisch rechts orientierten gleichaltrigen M\u00e4nnern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"461\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/maenner_ok_partei_neu-1024x461.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-28789\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/maenner_ok_partei_neu-1024x461.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/maenner_ok_partei_neu-300x135.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/maenner_ok_partei_neu-768x346.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/maenner_ok_partei_neu-1536x691.png 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/maenner_ok_partei_neu-2048x922.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Generation Z weniger stark betroffen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Antworten beider Geschlechter zeigen: Insbesondere Frauen und M\u00e4nner zwischen 31 und 45 Jahren sind von Diskriminierung betroffen beziehungsweise finden potenziell diskriminierendes Verhalten am Arbeitsplatz eher in Ordnung. Die Arbeitskr\u00e4fte der Generation Z, die 30 Jahre alt oder j\u00fcnger sind, scheinen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/quiet-firing-mobbing-bossing-die-psychotricks-der-chefs-ld.1712534?reduced=true\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/quiet-firing-mobbing-bossing-die-psychotricks-der-chefs-ld.1712534?reduced=true\" target=\"_blank\">dank gesellschaftlicher Entwicklungen wie der #MeToo-Bewegung oder der Gleichstellungsdebatte<\/a> besser f\u00fcr das Thema sensibilisiert zu sein. Dazu haben sie, im Vergleich zu ihren \u00e4lteren Kolleg:innen, einen nat\u00fcrlicheren Umgang mit Geschlechtervielfalt entwickelt und sind sich st\u00e4rker bewusst, welche Handlungen als potenziell offensiv eingestuft werden. Gerade wenn es um Witze oder Satire geht, versteht die Generation Z keinen Spass, wie auch Barbara Wittmann, Chefin von LinkedIn f\u00fcr Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz, in einem Interview mit der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/plus242332983\/Arbeitsplatz-Worin-sich-die-Generation-Z-von-ihren-aelteren-Kollegen-unterscheidet.html?notify=success_subscription\" target=\"_blank\">Welt<\/a> sagt: \u00abWitze sind gef\u00e4hrlich, denn sie grenzen aus, und das mag Generation Z nicht. [\u2026] Deshalb finde ich es berechtigt, Witze am Arbeitsplatz wegzulassen, da die Wahrscheinlichkeit, dass man damit jemanden verletzt, einfach zu hoch ist.\u00bb Dar\u00fcber hinaus legen insbesondere Frauen grossen Wert auf die F\u00f6rderung von Vielfalt am Arbeitsplatz. Und der Erfolg scheint ihnen recht zu geben: Laut einer <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bfh.ch\/dam\/jcr:fb6897b6-1148-405b-bad2-1ac381173c30\/W_Brosch_Studie_Diversity_221019.pdf\" target=\"_blank\">Studie der Berner Fachhochschule<\/a> unterst\u00fctzt eine offene und inklusive Unternehmenskultur nicht nur die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen mit ihrer Arbeit, sondern wirkt sich positiv auf den wirtschaftlichen Erfolg und die Gewinnung von Fachkr\u00e4ften aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>20minuten:<\/strong> Mit der R\u00fcckkehr ins B\u00fcro haben F\u00e4lle von sexueller Bel\u00e4stigung zugenommen (08.12.2022). <a href=\"https:\/\/www.20min.ch\/story\/rueckkehr-ins-buero-faelle-von-sexueller-belaestigung-am-arbeitsplatz-gestiegen-321504480093\">https:\/\/www.20min.ch\/story\/rueckkehr-ins-buero-faelle-von-sexueller-belaestigung-am-arbeitsplatz-gestiegen-321504480093<\/a> [Stand: 07.01.2023]<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Berner Fachhochschule:<\/strong> Diversity and Inclusion Management in der Schweiz 2022: Eine empirische Studie unter spezieller Ber\u00fccksichtigung der Dimension sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentit\u00e4t und Variationen der Geschlechtsentwicklung (LGBTIQ+) (2022). <a href=\"https:\/\/www.bfh.ch\/dam\/jcr:fb6897b6-1148-405b-bad2-1ac381173c30\/W_Brosch_Studie_Diversity_221019.pdf\">https:\/\/www.bfh.ch\/dam\/jcr:fb6897b6-1148-405b-bad2-1ac381173c30\/W_Brosch_Studie_Diversity_221019.pdf<\/a> [Stand: 07.01.2023]<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neue Z\u00fcrcher Zeitung:<\/strong> \u00abWarum sind so viele Chefs Irre und Psychopathen?\u00bb \u2013 Wie Vorgesetzte ihre Mitarbeiter plagen (25.11.2022). <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/quiet-firing-mobbing-bossing-die-psychotricks-der-chefs-ld.1712534?reduced=true\">https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/quiet-firing-mobbing-bossing-die-psychotricks-der-chefs-ld.1712534?reduced=true<\/a> [Stand: 07.01.2023]<\/p>\n\n\n\n<p><strong>PwC \u00d6sterreich:<\/strong> Diversit\u00e4t &amp; Inklusion: 60 % der \u00f6sterreichischen Arbeitnehmer:innen w\u00fcnschen sich mehr Vielfalt am Arbeitsplatz (14.12.2022). <a href=\"https:\/\/www.pwc.at\/de\/presse\/2022\/diversitaet-und-inklusion-60-prozent-wuenschen-sich-mehr-vielfalt-am-arbeitsplatz.html\">https:\/\/www.pwc.at\/de\/presse\/2022\/diversitaet-und-inklusion-60-prozent-wuenschen-sich-mehr-vielfalt-am-arbeitsplatz.html<\/a> [Stand: 07.01.2023]<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Strub, S. &amp; Sch\u00e4r Moser, M:<\/strong> Risiko und Verbreitung sexueller Bel\u00e4stigung am Arbeitsplatz: Eine repr\u00e4sentative Erhebung in der Deutschschweiz und in der Romandie (2008). <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Publikationen_Dienstleistungen\/Publikationen_und_Formulare\/Arbeit\/Arbeitsbedingungen\/Studien_und_Berichte\/risiko-und-verbreitung-sexueller-belaestigung-am-arbeitsplatz.html\">https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/Publikationen_Dienstleistungen\/Publikationen_und_Formulare\/Arbeit\/Arbeitsbedingungen\/Studien_und_Berichte\/risiko-und-verbreitung-sexueller-belaestigung-am-arbeitsplatz.html<\/a> [Stand: 07.01.2023]<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welt: <\/strong>Was der Generation Z am Arbeitsplatz wichtig ist (29.11.2022). <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/plus242332983\/Arbeitsplatz-Worin-sich-die-Generation-Z-von-ihren-aelteren-Kollegen-unterscheidet.html?notify=success_subscription\">https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/plus242332983\/Arbeitsplatz-Worin-sich-die-Generation-Z-von-ihren-aelteren-Kollegen-unterscheidet.html?notify=success_subscription<\/a> [Stand: 07.01.2023]<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#f6eaca\"><br><strong>Informationen zum Blog<\/strong><br><br><strong>Autorin: <\/strong>Stephanie Tabea Blum, stephanietabea.blum@uzh.ch<br><strong>Titel: <\/strong>Kompliment oder \u00dcbergriff? Wie Erwerbst\u00e4tige in der Schweiz diskriminierendes Verhalten am Arbeitsplatz beurteilen<br><strong>Modul:\u00a0<\/strong>Vorbereitung zum Forschungsseminar Politischer Datenjournalismus (HS22)<br><strong>Dozierende:\u00a0<\/strong>Alexandra Kohler, Bruno W\u00fcest, Fabrizio Gilardi<br><strong>Abgabedatum:\u00a0<\/strong>08.01.2023<br><strong>Anzahl W\u00f6rter: <\/strong>990<br><br><strong>Daten, Methoden und Validit\u00e4t<\/strong><br><br><strong>Daten und Methoden<\/strong><br>Die f\u00fcr die Analyse verwendeten Daten stammen aus den beiden Umfragen \u00abannajetzt\u00bb und \u00abannabeau\u00bb, die die Forschungsstelle sotomo im Jahr 2021 f\u00fcr die Schweizer Frauenzeitschrift <meta charset=\"utf-8\">\u00abAnnabelle\u00bb durchgef\u00fchrt hat. \u00abannajetzt\u00bb enth\u00e4lt 6&#8217;280 Datens\u00e4tze von in der deutschsprachigen Schweiz wohnhaften Frauen, w\u00e4hrend \u00abannabeau\u00bb 1&#8217;312 Datens\u00e4tze von in der deutschsprachigen Schweiz wohnhaften M\u00e4nnern umfasst. F\u00fcr die Analyse wurden die beiden Datens\u00e4tze bereinigt. Um eine Repr\u00e4sentativit\u00e4t des Samples zu erreichen, wurde ein statistisches Gewicht in den Analysen einbezogen. Die f\u00fcnf Altersgruppen (16 bis 30, 31 bis 45, 46 bis 60, 61 bis 75 sowie 76 Jahre und \u00e4lter) wurden anhand des angegebenen Alters der Frauen und M\u00e4nner erstellt. Die Parteiorientierung erfolgte aufgrund der Eigeneinsch\u00e4tzung der Teilnehmer:innen und dem anschliessenden Links-Mitte-Rechts-Mapping gem\u00e4ss der Kategorisierung der <a href=\"https:\/\/ch-info.swiss\/edition-2020\/direkte-demokratie\/parteien-von-links-nach-rechts\">Schweizerischen Bundeskanzlei<\/a>. Personen, die sich keiner politischen Partei zuordnen, wurden nicht ber\u00fccksichtigt. Die Datenbereinigung, alle Analysen und die grafischen Darstellungen wurden mit dem Statistikprogramm R vorgenommen. Der Code ist <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/VB-DDJ_Blogbeitrag_Blum-Stephanie_Anpassung.html\" data-type=\"URL\" target=\"_blank\">hier<\/a> einsehbar.<br><br><strong>Validit\u00e4t<\/strong><br>Da die beiden Datens\u00e4tze eigenst\u00e4ndig sind und somit nicht alle Teilnehmer:innen die exakt gleiche Frage bez\u00fcglich potenziell diskriminierendem Verhalten am Arbeitsplatz beantwortet haben, ist ein Vergleich zwischen den beiden Geschlechtern mit etwas Vorbehalt zu ziehen. Die Validit\u00e4t der Analyse w\u00fcrde steigen, wenn man evaluieren k\u00f6nnte, in welchen Altersgruppen M\u00e4nner diskriminierendes Verhalten erleben und welches Verhalten f\u00fcr Frauen noch als v\u00f6llig in Ordnung eingestuft wird. Die Analyse hat einen klar deskriptiven Fokus und liefert keine kausalen Zusammenh\u00e4nge. Es lassen sich aber grobe Tendenzen erkennen, die als Basis f\u00fcr weitere Analysen dienen k\u00f6nnen und erste Aussagen zum Thema zulassen.<br><br>Eine weitere Einschr\u00e4nkung der Analyse entsteht aus der Tatsache, dass die Datens\u00e4tze nur Antworten von Teilnehmer:innen aus der Deutschschweiz enthalten. F\u00fcr ein gesamtschweizerisches Stimmungsbild w\u00e4re es spannend zu sehen, welche Erfahrungen Personen aus der Romandie oder aus der italienischsprachigen Schweiz im Berufsleben gemacht haben und ob diskriminierendes Verhalten in unterschiedlichen Regionen der Schweiz anders wahrgenommen wird.<br><br>Ganz allgemein betrachtet g\u00e4be es noch viele weitere Faktoren, die einen potenziellen Einfluss auf das Erleben und Tolerieren von diskriminierendem Verhalten haben k\u00f6nnten, wie z.B. die Branche, in welcher Personen t\u00e4tig sind oder die berufliche Position innerhalb des Unternehmens. Informationen dazu wurden in den vorliegenden Datens\u00e4tzen ebenfalls nicht erhoben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen bis und mit 30 erleben weniger diskriminierende Handlungen am Arbeitsplatz als ihre n\u00e4chst\u00e4lteren Kolleginnen. Eine Auswirkung der aktuellen #MeToo-Debatte? 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