{"id":2897,"date":"2014-05-17T16:51:08","date_gmt":"2014-05-17T15:51:08","guid":{"rendered":"http:\/\/pwipdm.uzh.ch\/wordpress\/?p=2897"},"modified":"2017-02-23T15:48:33","modified_gmt":"2017-02-23T14:48:33","slug":"gripen-milo14-und-pado14-und-die-grenzen-von-twitter-analysen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2014\/05\/17\/gripen-milo14-und-pado14-und-die-grenzen-von-twitter-analysen\/","title":{"rendered":"#Gripen, #milo14 und #p\u00e4do14 und die Grenzen von Twitter-Analysen"},"content":{"rendered":"<p>Morgen steht erneut eine Abstimmung vor der T\u00fcr. \u00a0Auf Bundesebene entscheidet das Stimmvolk \u00fcber vier Vorlagen: das Bundesgesetz \u00fcber den Fonds zur Beschaffung des Kampfflugzeugs Gripen,\u00a0die\u00a0Volksinitiative &#8222;P\u00e4dophile sollen nicht mehr mit Kindern arbeiten d\u00fcrfen&#8220; (auch &#8222;P\u00e4dophileninitiative&#8220; genannt), \u00a0die\u00a0Volksinitiative &#8222;F\u00fcr den Schutz fairer L\u00f6hne&#8220; (auch &#8222;Mindestlohninitiative&#8220; genannt) und der\u00a0Bundesbeschluss \u00fcber die medizinische Grundversorgung. W\u00e4hrend letzterer wenig umstritten ist, sorgten die ersten drei Vorlagen f\u00fcr einige Schlagzeilen und Diskussionen in den letzten Monaten. Nachdem die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative hohe Wellen schlug, wird erneut eine hohe Stimmbeteiligung am morgigen Abstimmungssonntag erwartet. Die letzte Abstimmung hatte auch auf Twitter zu einem <a href=\"http:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/abstimmungen\/rekord-fuer-die-schweiz-ueber-9000-tweets-zu-abst14\">neuen Schweizer Rekord<\/a> gef\u00fchrt. Wird mit den neuen Vorlagen an diesen Trend angekn\u00fcpft?\u00a0Und gibt es dabei Unterschiede zwischen den Bef\u00fcrwortern und den Gegnern der verschiedenen Vorlagen?<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" lang=\"en\"><p><span style=\"line-height: 1.5;\">Zu den VA vom 18. Mai 2014 twittere ich allgemein unter <\/span><a style=\"line-height: 1.5;\" href=\"https:\/\/twitter.com\/search?q=%23abst14&src=hash\">#abst14<\/a><span style=\"line-height: 1.5;\"> u <\/span><a style=\"line-height: 1.5;\" href=\"https:\/\/twitter.com\/search?q=%23CHvote&src=hash\">#CHvote<\/a><span style=\"line-height: 1.5;\">, bei einzelnen Vorlagen verwende ich <\/span><a style=\"line-height: 1.5;\" href=\"https:\/\/twitter.com\/search?q=%23gripen&src=hash\">#gripen<\/a><span style=\"line-height: 1.5;\">, <\/span><a style=\"line-height: 1.5;\" href=\"https:\/\/twitter.com\/search?q=%23milo14&src=hash\">#milo14<\/a><span style=\"line-height: 1.5;\"> und <\/span><a style=\"line-height: 1.5;\" href=\"https:\/\/twitter.com\/search?q=%23p%C3%A4do14&src=hash\">#p\u00e4do14<\/a><span style=\"line-height: 1.5;\">.<\/span><\/p><p>\u2014 Claude Longchamp (@claudelongchamp) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/claudelongchamp\/statuses\/453796597068230656\">April 9, 2014<\/a><\/p><\/blockquote><p>Zum Twitter-Diskurs\u00a0forderte unter anderem Claude Longchamp auf, indem er sich zus\u00e4tzlich zu den allgemeinen Abstimmungs-Hashtags #abst14 und #CHvote auf die Verwendung der Hashtags #gripen, #milo14 und #p\u00e4do14 f\u00fcr die einzelnen Vorlagen festlegte. Wie bereits in der\u00a0<a title=\"Die #MEI auf Twitter: Aufschrei statt Diskussion?\" href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=945\">Analyse zur Masseneinwanderungsinitiative<\/a>\u00a0erw\u00e4hnt, erleichtern solche Hashtags den Austausch und die Diskussion zu einem bestimmten Thema. Im Zusammenhang mit der Masseneinwanderungsinitiative pr\u00e4gte Longchamp ebenfalls gemeinsam mit dem Schweizer Fernsehen die Verwendung der Begriffe #abst14, #chvote und #MEI.<\/p><p>Zuerst wurden analog zur Twitter-Analyse zur Masseneinwanderungsinitiative neben den zentralen Partei-Accounts all jene Twitter-Konten erfasst, welche mindestens einer politische Partei der Schweiz folgen (followen) und sich in ihrer Beschreibung eindeutig mit einer Schweizer Partei in Verbindung bringen. Dieser Liste wurden nun zus\u00e4tzlich alle <a title=\"Schweizer Politiker auf Twitter: Birds of a Feather, or Friend of a Friend?\" href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=2053\">National- und St\u00e4nder\u00e4te hinzugef\u00fcgt, die auf Twitter pr\u00e4sent sind<\/a>. Dies ergab eine Liste von 657 Schweizer Politikern, von welchen alle gesendeten Tweets von anfangs M\u00e4rz bis eine Woche vor dem Abstimmungstermin (11. Mai) gesammelt und analysiert wurden (25 User hatten noch nie einen Tweet gesendet, faktisch wurden also Tweets von 632 Accounts analysiert).<\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/cf.datawrapper.de\/2Yzqi\/1\/\" frameborder=\"0\" allowtransparency=\"true\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" webkitallowfullscreen=\"webkitallowfullscreen\" mozallowfullscreen=\"mozallowfullscreen\" oallowfullscreen=\"oallowfullscreen\" msallowfullscreen=\"msallowfullscreen\" width=\"670\" height=\"400\" scrolling=\"yes\" class=\"iframe-class\"><\/iframe><\/p><p>Eine erste Analyse zeigt, dass die &#8222;offiziellen&#8220; Hashtags zur Abstimmung sehr unterschiedlich stark verwendet wurden. Einzig das Stichwort #gripen scheint unter den 657 Politikern einigermassen verbreitet zu sein, #p\u00e4do14 hat wenigstens in den letzten zwei Wochen ganz leicht an Bedeutung gewonnen, #milo14 \u00a0indes spielt praktisch keine Rolle im Twitter-Diskurs. Dies hat einerseits vermutlich mit der Wahl der Begriffe zu tun. W\u00e4hrend #gripen relativ einfach und eindeutig ist und bereits vor Claude Longchamps Tweet verwendet wurde, scheinen sich die anderen beiden Bezeichnungen nicht durchgesetzt zu haben.\u00a0Andererseits spiegelt sich darin auch die Dominanz der Vorlage zum Gripen. Die Medienberichterstattung war <a href=\"http:\/\/www.foeg.uzh.ch\/analyse\/dossier\/Abstimmungsmonitor_180514.pdf\">gem\u00e4ss dem Forschingsinstitut f\u00fcr \u00d6ffentlichkeit und Gesellschaft<\/a>\u00a0(Foeg) stark auf die Beschaffung des Kampfflugzeuges Gripen fokussiert (Anmerkung: Die Vorlage zur Hausarztmedizin wurde in den Medien hingegen fast ausgeblendet, weshalb sie auch hier nicht weiter ber\u00fccksichtigt wird). Das Foeg f\u00fchrt die Unterschiede in der Berichterstattung unter anderem auf Nachrichtenfaktoren wie Konflikt, Skandal und Knappheit des erwarteten Resultats.\u00a0Laut der <a href=\"http:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/abstimmungen\/abstimmungen\/gripen\/gripen-es-wird-knapp\">Trendbefragung <\/a>des gfs.bern in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen wird die Entscheidung morgen in Bezug auf die Gripen-Vorlage denn auch am knappsten ausfallen. Im Gegensatz zu den untersuchten Twitter-Hashtags erfuhr allerdings auch die Mindestlohninitiative eine breite Beachtung in den Medien.<\/p><p>Die eher geringe Resonanz aller Abstimmungs-Hashtags unter den Politikern, und besonders unter den Parlamentariern, deutet aber auch darauf hin, dass Twitter nach wie vor eine geringe Rolle zukommt f\u00fcr den Meinungsaustausch und die Mobilisierung von Stimmen rund um Abstimmungen.\u00a0Ein leicht differenzierteres Bild zeigt sich, wenn\u00a0zus\u00e4tzlich zu den genannten Hashtags die Verwendung von weiteren einschl\u00e4gigen Stichworten analysiert wird. Im Zusammenhang mit der Vorlage zum Gripen wurden die Tweets dabei zum Beispiel nach Begriffen wie &#8222;Kampfjet&#8220;, &#8222;Milit\u00e4rflugzeug&#8220; und &#8222;Gripen&#8220; ohne &#8222;#&#8220; untersucht.\u00a0F\u00fcr die zweite Grafik wurden nur die Tweets der Nationalr\u00e4te analysiert, da sich diese aufgrund ihres Abstimmungsverhaltens im Parlament in Bef\u00fcrworter und Gegner der drei Abstimmungsvorlagen einteilen lassen. Die Abbildung bildet die Anzahl Tweets ab zu den drei Vorlagen im Zeitverlauf\u00a0der jeweiligen Bef\u00fcrworter bzw. Gegner .<\/p><p><!-- iframe plugin v.6.0 wordpress.org\/plugins\/iframe\/ --><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/cf.datawrapper.de\/bIBts\/3\/\" frameborder=\"0\" allowtransparency=\"true\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" webkitallowfullscreen=\"webkitallowfullscreen\" mozallowfullscreen=\"mozallowfullscreen\" oallowfullscreen=\"oallowfullscreen\" msallowfullscreen=\"msallowfullscreen\" width=\"800\" height=\"400\" scrolling=\"yes\" class=\"iframe-class\"><\/iframe><\/p><p>Auch hier zeigt sich die Dominanz des Gripen. Am Anfang dominierten dabei eher die Gegner, die auch st\u00e4rker auf die <a href=\"http:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/abstimmungen\/abstimmungen\/gripen\/der-gripen-hat-starken-gegenwind\">erste Meinungsumfrage<\/a> reagierten, gem\u00e4ss welcher der Gripen mit 52% Nein-Stimmen abgelehnt worden w\u00e4re. Die Bef\u00fcrworter wurden danach allerdings ebenfalls aktiver mit einem vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt am 17. April, der Ver\u00f6ffentlichung der zweiten Umfrageresultate, gem\u00e4ss welcher die Ja-Stimmen um 2% zulegen konnten. Gute Neuigkeiten lassen sich also m\u00f6glicherweise besser \u00fcber Twitter verbreiten. Am Tag vor der Ver\u00f6ffentlichung der zweiten Umfrage f\u00fchrte dar\u00fcber hinaus ein Beitrag in der <a href=\"http:\/\/www.srf.ch\/sendungen\/rundschau\/kampf-um-den-gripen-ueli-maurer-fall-moergeli-hans-maurer\">Rundschau<\/a> und ein Interview mit Ueli Maurer zu Diskussionen in den Medien. Dass solche Schlagzeilen zu einer erh\u00f6hten Twitter-Aktivit\u00e4t f\u00fchren, zeigt sich auch darin, dass die bislang meisten Tweets zum Gripen rund um den 28. April versendet wurden, als Ueli Maurer mit einem <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/schweiz\/standard\/Maurer-reisst-Frauenwitz--und-erntet-boese-Kommentare\/story\/13758423\">Frauenwitz <\/a>erneut f\u00fcr Schlagzeilen sorgte.<\/p><p>In Bezug auf die Mindestlohn- und die P\u00e4dophileninitiative\u00a0zeichnen sich hingegen keine klaren Reaktionen auf die Umfrageergebnisse ab. \u00a0Bei diesen Vorlagen\u00a0scheinen die Gegner mit der Zeit allerdings aktiver geworden zu sein. Besonders die Gegner der P\u00e4dophileninitiative \u00e4usserten sich bis Anfangs April praktisch nicht zu dem Thema auf Twitter, in den letzten zwei Wochen \u00fcberholten sie die Bef\u00fcrworter allerdings in der Anzahl gesendeter Tweets. \u00dcberraschend ist, dass es trotz der deutlichen \u00dcbervertretung linker Politiker auf Twitter (siehe auch <a title=\"Schweizer Politiker auf Twitter: Birds of a Feather, or Friend of a Friend?\" href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=2053\">hier<\/a>) zur Mindestlohninitiative mehr Tweets aus dem gegnerischen Lager gab. Dies l\u00e4sst sich jedoch erkl\u00e4ren, wenn man anschaut, welche Politiker die meisten Tweets zu den drei Vorlagen versendeten. Die folgenden Grafiken, die den prozentualen Anteil einzelner Politiker an allen Tweets zu einer Vorlage abbilden, verdeutlichen auch, dass der politische Twitter-Diskurs von einigen wenigen, sehr aktiven \u00a0Akteuren dominiert wird.<\/p><p><a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/PlotActMilo.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3037 alignnone\" alt=\"PlotActMilo\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/PlotActMilo.jpeg\" width=\"2866\" height=\"1670\" \/><\/a><\/p><p><span style=\"line-height: 1.5;\">Unter den Top Ten Tweetern zum Mindestlohn befinden sich die Bef\u00fcrworter (Susanne Leutenegger Oberholzer, Aline Trede, Balthasar Gl\u00e4ttli, Yvonne Feri, C\u00e9dric Wermuth und Jacqueline Badran) zwar mit sechs zu vier in der \u00dcberzahl.\u00a0Allerdings zeigt sich, dass fast ein Drittel aller Tweets zur Mindestlohninitiative allein von Ruedi Noser stammt, einem <\/span><a style=\"line-height: 1.5;\" href=\"http:\/\/www.ruedinoser.ch\/kommunikation\/news\/39-aktuell\/299-mindestlohn\">ausgesprochenen Gegner<\/a><span style=\"line-height: 1.5;\"> der Vorlage.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/PlotActGripen.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3036 aligncenter\" alt=\"PlotActGripen\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/PlotActGripen-1024x596.jpeg\" width=\"725\" height=\"421\" \/><\/a><br \/>\nAuch bei den Tweets zum Gripen stammt ein Grossteil der gesendeten Nachrichten von einigen wenigen Akteuren. Hier steht mit Christian Wasserfallen ein Bef\u00fcrworter der Vorlage an der Spitze, dicht gefolgt allerdings von vier GegnerInnen, die gemeinsam mehr als 40% der Tweets zum Thema Gripen schrieben.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/PlotActP\u00e4do.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3038 aligncenter\" alt=\"PlotActP\u00e4do\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/PlotActP\u00e4do-1024x596.jpeg\" width=\"725\" height=\"421\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Tweets zur P\u00e4dophileninitiative verteilen sich auf noch weniger Akteure. Nur 17 der 68 Nationalr\u00e4te auf Twitter haben zwischen M\u00e4rz und Mai einen Tweet zu dieser Initiative verschickt. Am aktivsten waren hier mit Barbara Schmid-Federer und Natalie Rickli jeweils eine <a href=\"http:\/\/www.schmid-federer.ch\/aktuell\/april-2014\/nein-zur-populistischen-padophilen-initiative.aspx?tagid=\">Gegnerin <\/a>und eine <a href=\"http:\/\/www.migrosmagazin.ch\/menschen\/interview\/artikel\/die-moeglichen-konsequenzen-der-paedophilen-initiative\">Bef\u00fcrworterin<\/a>, die sich beide auch sonst sehr engagierten im Zusammenhang mit dieser Vorlage. Zusammen versendeten sie fast 50% der Parlamentarier-Tweets zur Initiative.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Insgesamt hat sich die Twitter-Aktivit\u00e4t der Parlamentarier in Bezug auf Abstimmungen also nicht gesteigert in Folge der Masseneinwanderungsinitiative. Sind politische Akteure allerdings besonders engagiert f\u00fcr ein Thema, \u00e4ussern sie sich wenig \u00fcberraschend auch auf Twitter h\u00e4ufiger dazu. Dabei macht es keinen grossen Unterschied, ob eine Person klar f\u00fcr oder gegen eine Vorlage ist. Die Reaktionen im Zeitverlauf deuten allerdings darauf hin, dass die Gegner eher gegen Ende des Abstimmungskampfes aktiver werden. Die vorliegende Untersuchung zur aktuellen Abstimmung zeigt jedoch auch die Grenzen von Twitter-Analysen auf. In der Schweiz sind nach wie vor nur ein kleiner Teil der politischen Akteure auf Twitter pr\u00e4sent, wobei ein kleiner Teil sehr aktiv ist. Diese einzelnen, sehr dominanten Twitter-Nutzer beeinflussen die Ergebnisse sehr stark. F\u00fcr weitere tiefergehende Analysen wie zum Beispiel eine Sentiment Analysis erwies sich die Anzahl Tweets zu den einzelnen Vorlagen zudem als zu klein um schl\u00fcssige Aussagen daraus zu ziehen. Die Resultate aus solchen Twitter-Untersuchungen sollten deshalb nur sehr vorsichtig interpretiert werden.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong>Nachtrag vom 19. Mai 2014<\/strong><\/h2><p>Wie eine \u00a0kurze Nachanalyse ein Tag nach der Abstimmung zeigt, ist die Twitter-Aktivit\u00e4t der Nationalr\u00e4te zu den drei Abstimmungsvorlagen in der letzen Woche vor dem Abstimmungssonntag stark zur\u00fcckgegangen. Am Tag der Entscheidung wurden wiederum insgesamt die meisten Tweets zu den Abstimmungsthemen versendet. Bereits am Tag danach tweetete hingegen fast niemand aus dem Nationalrat mehr etwas zu den Abstimmungsvorlagen. Ein \u00e4hnliches Muster zeigte sich bereits in der <a title=\"Die #MEI auf Twitter: Aufschrei statt Diskussion?\" href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=945\">Analyse zur Masseneinwanderungsinitiative<\/a>, allerdings blieb nach der letzten Abstimmung vom 9. Februar die Anzahl Tweet auch nach der Abstimmung einige Tag auf erh\u00f6htem Niveau.<\/p><p><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/cf.datawrapper.de\/973iL\/1\/\" height=\"400\" width=\"800\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wiederum zeigt sich auch die klare Dominanz der Gripen-Vorlage, wobei die meisten Tweets von den Gegner des Fonds f\u00fcr die Kampfflugzeuge stammten (Diese befinden sich im Sample auch in der \u00dcberzahl), die das Nein der Stimmb\u00fcrger vermutlich mit Freude verbreiteten und kommentierten. W\u00e4hrend zum Mindestlohn von den Gegnern und den Bef\u00fcrwortern immerhin 9 bzw. 10 Tweets zur Vorlage verschickt wurden, wurde die P\u00e4dophileninitiative so gut wie nicht mehr erw\u00e4hnt.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" lang=\"en\"><p>Twitter-Fazit zu <a href=\"https:\/\/twitter.com\/search?q=%23abst14&src=hash\">#abst14<\/a>: Nur ein Drittel der Tweets von Februar 2014 (~9000 Tweets) wurden heute getwittert. ^kw <a href=\"http:\/\/t.co\/hBuzJ0GDOf\">pic.twitter.com\/hBuzJ0GDOf<\/a><\/p><p>\u2014 SRF News (@srfnews) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/srfnews\/statuses\/468068169455001600\">May 18, 2014<\/a><\/p><\/blockquote><p>Eine\u00a0<a href=\"http:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/abstimmungen\/abstimmungen\/das-sagt-das-twitter-volk-zu-gripen-und-milo14\">Twitter-Analyse des Schweizer Fernsehens<\/a>\u00a0zeigte, dass am Abstimmungstag mit ca. 3500 Tweets insgesamt nur ein Drittel so viele Nachrichten mit dem Hashtag #abst14 versendet wurden wie am 9. Februar. Der Hashtag #Gripen war indes mit ungef\u00e4hr 4500 Tweets sogar beliebter.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Daten zu den Abstimmungen im Nationalrat:<\/p><p>\u00a0<a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/abdb-de-affairs-20120085-bundesgesetz_\u00b8ber_den_fonds_zur_beschaffung_des_kampfflugzeugs_gripen.csv\">Gripen<\/a><\/p><p><a title=\"Mindestlohninitiative\" href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/abdb-de-affairs-20130014-mindestlohn.csv\">Mindestlohninitiative<\/a><\/p><p><a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/abdb-de-affairs-20120076-12.076.csv\">P\u00e4dophileninitiative<\/a><\/p><p>Skript:\u00a0<a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Skript_Post3_S.Blassnig.txt\">Skript_Post3_S.Blassnig<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgen steht erneut eine Abstimmung vor der T\u00fcr. \u00a0Auf Bundesebene entscheidet das Stimmvolk \u00fcber vier Vorlagen: das Bundesgesetz \u00fcber den Fonds zur Beschaffung des Kampfflugzeugs Gripen,\u00a0die\u00a0Volksinitiative &#8222;P\u00e4dophile sollen nicht mehr mit Kindern arbeiten d\u00fcrfen&#8220; (auch &#8222;P\u00e4dophileninitiative&#8220; genannt), \u00a0die\u00a0Volksinitiative &#8222;F\u00fcr den Schutz fairer L\u00f6hne&#8220; (auch &#8222;Mindestlohninitiative&#8220; genannt) und der\u00a0Bundesbeschluss \u00fcber die medizinische Grundversorgung. 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