{"id":30317,"date":"2024-09-06T18:32:53","date_gmt":"2024-09-06T16:32:53","guid":{"rendered":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=30317"},"modified":"2024-10-14T21:46:21","modified_gmt":"2024-10-14T19:46:21","slug":"die-unsaubere-haushaltsaufteilung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2024\/09\/06\/die-unsaubere-haushaltsaufteilung\/","title":{"rendered":"Die ungleiche Aufteilung im Haushalt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-left\"><em>Schweizerinnen arbeiten im Durchschnitt 15 Stunden pro Woche unbezahlt im Haushalt. Rund acht Stunden mehr als ihre Partner. In Tessiner Haushalten ist dieser Unterschied noch grosser. Umfragedaten aus dem Swiss Household Panel von 2021<\/em>, <em>zeigen welche Paare den Haushalt besonders ungleich untereinander aufteilen.<\/em> <em>Religion und Bildung spielen dabei eine Rolle, die politische Einstellung daf\u00fcr aber kaum.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Tats\u00e4chlich arbeiten M\u00e4nner und Frauen fast gleich viele Stunden pro Woche <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Wenig \u00fcberraschend d\u00fcrfte jedoch sein, dass Frauen f\u00fcr einen gr\u00f6sseren Teil dieser Stunden keinen Lohn erhalten. Sie leisten damit mehr sogenannte unbezahlte Arbeit. Die steht in der Abbildung der bezahlten Arbeit, sprich der klassischen Lohnarbeit gegen\u00fcber. Schweizerinnen verbringen pro Woche rund acht Stunden mehr mit Hausarbeiten, wie Kochen, Putzen und Waschen als ihre Partner <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Das entspricht in etwa einem Arbeitstag.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"614\" data-id=\"30366\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/plot_arbeit-1024x614.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-30366\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/plot_arbeit-1024x614.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/plot_arbeit-300x180.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/plot_arbeit-768x461.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/plot_arbeit.png 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Abbildung 1: Daten: Shp<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Was die Grafik ebenfalls zeigt, unbezahlte Care-Arbeit, also die Betreuung von Kindern und Angeh\u00f6rigen, leisten immer noch zu einem gr\u00f6sseren Teil Frauen <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Diese Verteilung spiegelt sich schliesslich im Teilzeit-Pensum wider. Die Balken zeigen, M\u00e4nner haben dadurch im Schnitt auch ein h\u00f6heres Pensum f\u00fcr die bezahlte Erwerbsarbeit, w\u00e4hrend Frauen hier reduzieren <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In welchen Kantonen Frau mehr Hausarbeit leistet:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wodurch zeichnen sich Paare mit einer traditioneller Rollenverteilung bei der Hausarbeit nun aus? Die Karte zeigt, wie viele Stunden herosexuelle Frauen im Schnitt mehr im Haushalt arbeiten als ihre Partner. Sie bildet damit eine Art der unbezahlen Arbeit n\u00e4her ab <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Beim Blick auf die Karte wird eines schnell klar: Im Schnitt gelingt es keinem Kanton, die F\u00fcnf-Wochenstunden-Unterschied zu Lasten der Frau zu unterschreiten <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"717\" data-id=\"30679\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Karte_hw-3-1024x717.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-30679\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Karte_hw-3-1024x717.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Karte_hw-3-300x210.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Karte_hw-3-768x538.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Karte_hw-3-1536x1075.png 1536w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Karte_hw-3-2048x1434.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Abbildung 2: Kartekoordinaten des BFS <a href=\"https:\/\/www.swisstopo.admin.ch\/de\/landschaftsmodell-swissboundaries3d#swissBOUNDARIES3D---Download\">[1]<\/a> mit Daten des SHP <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Westschweizerinnen sind im kantonalen Vergleich, aber am n\u00e4chsten daran, dem Pensum des Partners gleichauf zu kommen <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Genf ist mit zirka sechs Stunden der Spitzenreiter. F\u00fcr einige Kantone in der Deutschschweiz, wie Schaffhausen oder Baselland, ist dieser Trend ebenfalls erkennbar. Paare in Tessiner Haushalten bilden das Schlusslicht <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Dort sind Frauen im Schnitt rund 13 Stunden pro Woche mehr mit Hausarbeiten besch\u00e4ftigt als ihre Partner und unterscheiden sich somit von Paaren in den beiden anderen Sprachregionen <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frauen, die l\u00e4nger in Ausbildung waren, haben es im Haushalt fairer<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Genfer Wohnsitz ist aber nicht der einzige Faktor, der mit einer faireren Haushaltsaufteilung in Zusammenhang steht. Auch Einkommen und Bildung spielen eine Rolle, dabei wie gross die Unterschiede bei der verrichteten Hausarbeit von Paaren sind. Beim Gehalt klar, denn das sinkt nat\u00fcrlich mit einer h\u00f6heren Teilzeitquote <a href=\"https:\/\/wol.iza.org\/articles\/the-labor-market-in-switzerland\/long\">[2]<\/a>. Auf der anderen Seite steigt das Gehalt mit h\u00f6her formaler Bildung <a href=\"https:\/\/wol.iza.org\/articles\/the-labor-market-in-switzerland\/long\">[2]<\/a>. So sind Frauen, die mehr Zeit in Ausbildung verbrachten und einen Universit\u00e4tsabschluss haben, ebenfalls um rund drei Stunden n\u00e4her am Hausarbeitspensum des Partners als Frauen mit Pflichtschulabschluss <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. F\u00fcr den Umkehrschluss erlangte die Analyse keine eindeutigen Ergebnisse. Der Bildungsabschluss des Partners, wirkt sich nicht unbedingt auf Aufteilungen im Haushalt aus. Trotzdem kann es ein Indiz daf\u00fcr sein, dass Frauen wegen einem tiefen Einkommen, das ja stark mit der Bildung zusammenh\u00e4ngt, mehr Zeit mit unbezahlter Hausarbeit verbringen als ihre Partner <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ob politische Links oder Rechts ist bei der Hausarbeit kaum relevant<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der anderen Seite wiederum stellt sich die Frage, ob politische Positionierung und Religiosit\u00e4t auch damit im Zusammenhang stehen, wie fair Hausarbeit innerhalb von Paaren verteilt ist <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. F\u00fcr die politische Ausrichtung ist dies uneindeutigen und das spricht wohl f\u00fcr keinen Zusammenhang. F\u00fcr M\u00e4nner sind die Ergebnisse nicht allzu klar. Es gibt Indizien daf\u00fcr, dass jene, die sich politisch linker positionieren, im Vergleich etwa eine halbe Stunde mehr pro Woche im Haushalt anpacken als jene, die sich rechter der Mitte positionieren <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Die politische Orientierung der Partnerin spielt dagegen laut Analysen kaum eine Rolle. Es gibt also keinen Unterschied zwischen b\u00fcrgerlichen und linken Frauen. Hier liegt es also, falls \u00fcberhaupt, am Mann <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Religi\u00f6se Paare teilen sich die Hausarbeit ungerechter auf<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur Politik, sondern auch Religionen pr\u00e4gen. Wer mehr kocht, wascht und putzt h\u00e4ngt auch damit zusammen, wie oft man eine Kirche, Moschee, Synagoge oder andere religi\u00f6se Einrichtung betritt. Frauen, die h\u00e4ufig an religi\u00f6sen Zeremonien teilnehmen, \u00fcbernehmen auch verh\u00e4ltnism\u00e4ssig etwas mehr Hausarbeit als Frauen, die dies weniger oft tun <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Die Religion oder Konfession ist dabei nicht zwingen ausschlaggebend. Sich nur als protestantisch oder katholisch zu definieren ist also nicht das Entscheidende <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Die Umfragedaten zeigen, dass regelm\u00e4ssig praktizierende Katholik:innen und Protestant:innen eine unfairere Verteilung im Haushalt haben, als Frauen ohne Bekenntnis. F\u00fcr Christinnen, die sich den Konfessionen zwar zugeh\u00f6rig f\u00fchlen, aber sie seltener in Kirchen aus\u00fcben, zeigt die Analyse keine Unterschied zu Personen ohne Bekenntnis <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Trends &amp; Alter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Alter der Frauen spiel ebenfalls eine wichtige Rolle, wenn auch etwas anders als man vielleicht zuerst intuitiv erwarten w\u00fcrde. Die j\u00fcngste Altersgruppe, hier Frauen unter 35, sind die Gruppe mit den geringsten Unterschiede in der Haushaltaufteilung in ihren Beziehungen <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Die beiden \u00e4lteren Gruppen unterscheiden sich aber nicht allzu stark <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung k\u00f6nnte sein, dass in verschiedenen Lebensphasen mehr oder weniger Zeit in Kochen, Putzen und Waschen gesteckt wird, insbesondere in einem Alter, in dem viele Paare j\u00fcngere Kinder haben. Anders gesagt, kann angenommen werden, dass, wenn es Allgemein mehr im Haushalt zu tun gibt, dieser Unterschied im absoluten Zahlen auch gr\u00f6sser wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Daten weisen zudem auf eine etwas andere Form der Heiratsstrafe hin. So kommt bei verheirateten Paaren ein zus\u00e4tzlicher rund mehrst\u00fcndigen Unterschied pro Woche hinzu im Vergleich zu den nicht-verheirate Paaren, die in Beziehungen sind <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ordentlich Zuversicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Blick in die Vergangenheit zeigt einen positiven Trend, und zwar \u00fcber alle Altersklassen hinweg. Die ungleiche Verteilung wird von Jahr zu Jahr weniger. Am st\u00e4rksten ist dieser Trend f\u00fcr die j\u00fcngere Generation, n\u00e4mlich die der unter 35-J\u00e4hrigen, zu sehen. Dort halbierte sich der Unterschied w\u00e4hrend der letzten zw\u00f6lf Jahre <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Die beiden \u00e4lteren Altersgruppen liegen nun nahezu gleich auf, mit nur geringen Unterschieden w\u00e4hrend der letzten Jahre. Zwar zeigt sich eine langsamere Abnahme dieser Unterschiede f\u00fcr die beiden \u00e4lteren Gruppen, die immerhin stetig bleibt <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1800\" height=\"900\" data-id=\"30368\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/graph_time_all-2.png\" alt=\"hello\n\" class=\"wp-image-30368\" srcset=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/graph_time_all-2.png 1800w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/graph_time_all-2-300x150.png 300w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/graph_time_all-2-1024x512.png 1024w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/graph_time_all-2-768x384.png 768w, https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/graph_time_all-2-1536x768.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1800px) 100vw, 1800px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Abbildung 3: SHP 2021<br>Achtung, diese Darstellung enth\u00e4lt ungewichtete Daten.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">F\u00fcr viele Paare bleibt am Ende festzuhalten, dass private Entscheidungen und Planungen oft schnell in altbekannte Muster zur\u00fcckfallen. Junge, unverheiratete Genferinnen, mit einem Hochschulabschluss, und selten Kirchenbesuchen haben gute Chancen \u00e4hnlich viel Zeit mit Hausarbeit zu verbringen, wie ihre Partner <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Die politische Einstellung, egal ob die eigene oder die des Partners, spielt dabei keine grosse Rolle <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator aligncenter has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#d9cced\"><strong>Information<\/strong><br>Autorin: Camilla Bellmann<br>E-Mail: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"mailto:camilla.bellmann@uzh.ch\" target=\"_blank\">camilla.bellmann@uzh.ch<\/a><br>Lehrveranstaltung: Forschungsseminar \u00abPolitischer Datenjournalismus\u00bb (FS 2024)<br>Dozierende: Jacqueline B\u00fcchi, Prof. Dr. Karsten Donnay, Prof. Dr. Lucas Leemann und Reto Mitteregger;<br>Abgabedatum: 29.07.2024<br>Anzahl W\u00f6rter (exkl. Lead, Anhang und Fussnoten): 978<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#d9cced\"><strong>Daten &#8211; Methoden &#8211; Validit\u00e4t<\/strong><br><br>Die <em>Daten <\/em>wurden aus dem Swiss Household Panel bezogen <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Das Swiss Household Panel ist eine Panelstudie, die mittels Telefon- und Webbasierten Umfragen Daten zu Schweizer Haushalten sammelt und \u00fcber einen landesweite L\u00e4ngsschnittdaten verf\u00fcgt. Die Umfrage wird im Auftrag des Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaft (FORS) durchgef\u00fchrt <a href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/jbnst-2021-0039\/html\">[5]<\/a>.<br>Der gr\u00f6sste Teil der Analyse, alle Modellierungen, sowie Grafik 1 und Grafik 2, wurden mit den Daten aus 2021, Welle 23, erstellt <a href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/jbnst-2021-0039\/html\">[5]<\/a>. Dabei handelt es sich um die zweit aktuelle Welle, die alle Daten enth\u00e4lt, die f\u00fcr die Analyse ben\u00f6tigt werden (die Religiosit\u00e4tsvariable wird nicht j\u00e4hrlich erhoben). Gewichtungen wurden ebenso mit den Gewichtungsvariablen des Swiss Household Panels durchgef\u00fchrt <a href=\"https:\/\/www.swissubase.ch\/en\/catalogue\/studies\/6097\/latest\/datasets\/932\/3025\/overview\">[4]<\/a>. Die letzte Grafik und Beschreibung der Trends erfolgten mit Daten aus dem gesamten Befragungszeitraum. F\u00fcr diese wurden die Wellen 1-24, sprich die Umfragedaten von 1999 bis 2022 verwendet. Die Beschreibung ist rein deskriptiv. Wie bereits im Text vermerk sind diese Ergebnisse m\u00f6glicherweise verzerrt, da keine einheitliche Gewichtungsvariable verwendet werden konnte. Auf Grund der grossen Fallzahl soll argumentiert werden, dass die Ergebnisse einigermassen verl\u00e4sslich sind, wenn auch mit einem gr\u00f6sseren Stichprobenfehler. Die Unsicherheit wurde grafisch dargestellt. Die Paaranalysen beziehen sich ausschliesslich auf heterosexuelle Paare im gemeinsamen Haushalt.<br><br>Die <em>Validit\u00e4t<\/em> soll anhand der Robustheit der Modelle und der Einordnung in die Literatur besprochen werden. <br><br>Um die <em>Robustheit <\/em>der Ergebnisse festzuhalten, wurden mehrere Modelle gesch\u00e4tzt, dabei wurden einzelner Variablen hinzugef\u00fcgt oder weggelassen. Uneindeutige Ergebnisse (Variablen, die nicht in allen Modellen signifikant\/insignifikant blieben) wurde nicht oder nur \u00e4usserst vorsichtig interpretiert. So zum Beispiel der Zusammenhang zwischen der Bildung des Partners und der Unterschiede in der Hausarbeit. Da die Bildungsvariable des Partners zeigt nicht in allen Modellen signifikante Einfl\u00fcsse, die Interpretation war somit zur\u00fcckhaltend.<br>Fallzahlen wurden stets inspiziert und gegebenenfalls wurden kleine Gruppen zusammengefasst oder vernachl\u00e4ssigt. Da kleine Religionsgemeinschaften nicht in grossen Fallzahlen vertreten waren wurde die Variable vereinfacht und kleine Religionen wurden nicht ber\u00fccksichtigt und eine Einschr\u00e4nkung auf Evangelisch, Katholisch und nicht religi\u00f6s wurde vorgenommen. <br>Die kategorische Altersvariable erwies sich in univariaten Modellen als signifikant und die im Text beschriebenen Trends blieben auch den unterschiedlichen Altersklassen konstant. In den multivariaten Modellen war dies nicht immer der Fall, eine Vermutung ist, dass die Altersvariable stark mit den anderen erkl\u00e4renden Variablen (Religi\u00f6sit\u00e4t, Zivilstand, etc.) korreliert. Da es aber auf theoretischer Sicht Sinn ergab und die deskriptiven Darstellungen sehr eindr\u00fccklich sind wurde hier die deskriptive Darstellung und das univariate Modell trotzdem interpretiert. <br>Ausserdem wurden alle einzeln Variablen mit verschiedenen Tests gepr\u00fcft. Um eine Abw\u00e4gung zwischen Werten und Bildung (Proxi f\u00fcr Einkommen und d.h. finanzielle Entscheidung) zu erhalten wurde das Multivariate Modell gesch\u00e4tzt. Dieses Vorgehen und die Verwendung der Gewichtungsvariablen haben das Ziel m\u00f6glichst unverzerrte und einigermassen repr\u00e4sentative Ergebnisse zu erzielen. (Wie bereits erw\u00e4hnt konnte keine einheitliche Gewichtung f\u00fcr die deskriptive Zeitanalyse vorgenommen werden. Aus diesem Grund kann dieser Anspruch f\u00fcr Grafik 3 nicht erhoben werden.) <br>Es soll auch angemerkt werden, dass zum Leseverst\u00e4ndnis Heuristiken f\u00fcr die Interpretation angewandt wurden. Ceteris Paribus Bedingungen f\u00fcr Multivariate Modell wurden kaum erw\u00e4hnt.<br><br>Die Ergebnisse stehen in Einklang mit denen sozialwissenschaftlicher <em>Publikationen<\/em>. Makarova und Herzog (2015) kommen mit anderer Methodik und Daten auch zu grossen regionalen Unterschieden innerhalb der Schweiz <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1007\/978-3-319-14005-6_12\">[3]<\/a>. F\u00fcr die Variablen auf Individualebene konnten Voicu et al. (2009) in ihrer Europaweiten Analyse feststellen, dass Bildung, Einkommen Alter, so wie der Anstellungsgrad des Partners Hausarbeitsaufteilung beeinflussen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/academic.oup.com\/esr\/article\/25\/3\/365\/537050\" target=\"_blank\">[7]<\/a>. In einem weiteren Paper (2007) stellen die Autor:innen fest, dass sowohl Werte (zu S\u00e4kularit\u00e4t und Gleichstellungsfragen) und Ressourcen (Einkommen) eine wichtige Rolle bei der geleisteten Hausarbeit spielen <a href=\"https:\/\/www.ceeol.com\/search\/viewpdf?id=224343\">[6]<\/a>. F\u00fcr Religionen erkennen sie ausserdem, dass katholische Gesellschaften gleichm\u00e4ssigere Hausarbeitsaufteilungen anwenden, was in dieser Analyse nicht nachgewiesen werden konnte <a href=\"https:\/\/www.ceeol.com\/search\/viewpdf?id=224343\">[6]<\/a>.<br><br>Zur Replikation und Nachvollziehbarkeit kann hier der Code zur <a href=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/RS_Bellmann_Data-cleaning.html\">Datenbereinigung<\/a> und <a href=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Camilla-Bellmann_code.html\">Datenanalyse <\/a>eingesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Literaturverzeichnis<\/h2>\n\n\n\n<p>[1] Bundesamt f\u00fcr Landestopografie swisstopo. (2024, Januar 8). <em>swissBOUNDARIES3D<\/em>. <a href=\"https:\/\/www.swisstopo.admin.ch\/de\/landschaftsmodell-swissboundaries3d#swissBOUNDARIES3D---Download\">https:\/\/www.swisstopo.admin.ch\/de\/landschaftsmodell-swissboundaries3d#swissBOUNDARIES3D&#8212;Download<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[2] Lalive, R., &amp; Lehmann, T. (2020). The labor market in Switzerland, 2000\u20132018. <em>IZA World of Labor<\/em>. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.15185\/izawol.402.v2\">https:\/\/doi.org\/10.15185\/izawol.402.v2<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[3]  Makarova, E., &amp; Herzog, W. (2015). Gender Roles Within the Family: A Study Across Three Language Regions of Switzerland. In S. Safdar &amp; N. Kosakowska-Berezecka (Hrsg.), <em>Psychology of Gender Through the Lens of Culture<\/em> (S. 239\u2013264). Springer International Publishing. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-319-14005-6_12\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-319-14005-6_12<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[4] SHP Group. (2024). <em>Living in Switzerland Waves 1-24 (including a long file) + Covid 19 data<\/em> (7.0.0) [dataset]. [object Object]. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.48573\/58NW-6A50\">https:\/\/doi.org\/10.48573\/58NW-6A50<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[5] Tillmann, R., Voorpostel, M., Antal, E., Dasoki, N., Klaas, H., Kuhn, U., Lebert, F., Monsch, G.-A., &amp; Ryser, V.-A. (2022). The Swiss Household Panel (SHP). <em>Jahrb\u00fccher F\u00fcr National\u00f6konomie Und Statistik<\/em>, <em>242<\/em>(3), 403\u2013420. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1515\/jbnst-2021-0039\">https:\/\/doi.org\/10.1515\/jbnst-2021-0039<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[6] Voicu, B., Voicu, M., &amp; Strapcova, K. (2007). Gendered Housework. A Cross-European Analysis. <em>Sociol\u00f3gia &#8211; Slovak Sociological Review<\/em>, <em>21<\/em>(6), 502\u2013521.<\/p>\n\n\n\n<p>[7] Voicu, M., Voicu, B., &amp; Strapcova, K. (2009). Housework and Gender Inequality in European Countries. <em>European Sociological Review<\/em>, <em>25<\/em>(3), 365\u2013377. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1093\/esr\/jcn054\">https:\/\/doi.org\/10.1093\/esr\/jcn054<\/a><\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schweizerinnen arbeiten im Durchschnitt 15 Stunden pro Woche unbezahlt im Haushalt. Rund acht Stunden mehr als ihre Partner. In Tessiner Haushalten ist dieser Unterschied noch grosser. Umfragedaten aus dem Swiss Household Panel von 2021, zeigen welche Paare den Haushalt besonders ungleich untereinander aufteilen. Religion und Bildung spielen dabei eine Rolle, die politische Einstellung daf\u00fcr aber [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":200,"featured_media":30354,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-30317","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/200"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30317"}],"version-history":[{"count":64,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30317\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31370,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30317\/revisions\/31370"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30354"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}