{"id":31410,"date":"2025-09-10T10:24:00","date_gmt":"2025-09-10T08:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/?p=31410"},"modified":"2025-12-10T12:25:34","modified_gmt":"2025-12-10T11:25:34","slug":"die-schweiz-und-ihre-armee-eine-zeitenwende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2025\/09\/10\/die-schweiz-und-ihre-armee-eine-zeitenwende\/","title":{"rendered":"Die Schweiz und ihre Armee: Eine Zeitenwende"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sind Bundesrat und Parlament auf Aufr\u00fcstungskurs. Umfragedaten zeigen: Die Bev\u00f6lkerung ist das schon l\u00e4nger.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>6.3 Milliarden Franken betr\u00e4gt das Jahresbudget der Schweizer Armee f\u00fcr 2025 &#8212; <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/kampf-um-das-armeebudget-die-buergerlichen-lenken-ein-aber-das-geld-fehlt-noch-immer-ld.1863207\">\u00fcber 500 Millionen Franken mehr<\/a>, als noch im letzten Jahr. Diese Erh\u00f6hung ist nur die erste Etappe eines ambitionierten Aufr\u00fcstungsprojekts, das die eidgen\u00f6ssischen R\u00e4te unl\u00e4ngst beschlossen haben: Bis 2028 soll das Jahresbudget auf 7.4 Milliarden aufgestockt werden, <a href=\"https:\/\/www.vbs.admin.ch\/de\/finanzierung-armee\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.vbs.admin.ch\/de\/finanzierung-armee\">ab 2032<\/a> soll es rund 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen &#8212; und damit rund eineinhalb mal so viel, <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/grafik-so-viel-geld-fliesst-in-die-schweizer-armee\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/grafik-so-viel-geld-fliesst-in-die-schweizer-armee\">wie noch in den 2010er-Jahren<\/a>. Begr\u00fcndet wird diese Aufr\u00fcstungswelle allem voran mit dem Ukrainekrieg: So schrieb etwa der Bundesrat in seiner <a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/fga\/2024\/563\/de\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/fga\/2024\/563\/de\">Armeebotschaft 2024<\/a> von einer sicherheitspolitischen &#8222;Z\u00e4sur&#8220;, die nunmehr einen drastischen Ausbau der Verteidigungsf\u00e4higkeit erforderlich mache. <\/p>\n\n\n\n<p>Es liegt nahe, dass der v\u00f6lkerrechtswidrige Angriffskrieg auch f\u00fcr die armeepolitischen Positionen der Bev\u00f6lkerung eine Z\u00e4sur darstellte. Aber ist dem wirklich so? Und wenn ja: Wer hat seine Haltung zur Armee ge\u00e4ndert &#8212; und wer nicht? Aufschluss bietet das Schweizerische Haushalts-Panel (SHP). Seit 1999 befragt das Umfrageprojekt repr\u00e4sentativ ausgew\u00e4hlte Schweizer:inenen zu ihrer Lebenssituation und ihren Wertehaltungen. Regelm\u00e4ssig werden sie dabei auch gefragt, wie sich die Armee ihrer Meinung nach entwickeln soll: Hin zu einer St\u00e4rkung, hin zu einer Abschaffung, oder keines von beidem. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ausserhalb des Bundeshauses kommt die Z\u00e4sur fr\u00fcher<\/h3>\n\n\n\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/jasegl_iframe_ply_pov.html\" height=\"500\" width=\"900\"><\/iframe>\n\n\n\n<p>Betrachtet man die Armee-Pr\u00e4ferenzen aller Befragten seit Anbruch des Jahrtausends, so zeigt sich dass der Wind hier schon recht fr\u00fch zu drehen begann. Hatten sich die drei Lager noch Mitte der Nuller-Jahre kurzzeitig die Waage gehalten hatten, setzte bald darauf eine Phase der Polarisierung ein: Armee-Abschaffung und Starke Armee gewannen an Popularit\u00e4t, w\u00e4hrend sich das &#8222;Weder noch&#8220;-Lager  drastisch verkleinerte. Diese Phase der Polarisierung hielt allerdings nicht besonders lange an, zumal auch der Anteil der Armee-Gegner:innen bald r\u00fcckl\u00e4ufig wurde. Zwischen 2011 und 2023 verkleinerte er sich von rund 40 auf rund 23 Prozent, w\u00e4hrend die Vorstellung einer starken Armee weiter an Beliebtheit gewannen. 2023 erreichte sie ihren H\u00f6chststand seit Beginn der Befragungen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber: Von einer Z\u00e4sur durch die Ukraine-Invasion kann nur bedingt die Rede sein, zumal dieser Trend schon lange vor 2022 eingesetzt hat; die gr\u00f6sste Verlagerung erfolgte bereits zwischen 2011 und 2014. Wenn Ereignisse in der Ukraine entscheidend zu einem Meinungswandel bei der Bev\u00f6lkerung beigetragen haben, dann also bereits zum dem Zeitpunkt, als Russlands &#8222;Gr\u00fcne M\u00e4nnchen&#8220; auf der Krim aufkreuzten &#8212; und nicht erst als der &#8222;eigentliche&#8220; Krieg begann. Ob die Krim-Annexion wirklich Grund f\u00fcr die Trendwende ist, l\u00e4sst sich anhand der Umfragedaten nicht abschliessend beurteilen. Denkbar ist, dass sie zwar den ersten gr\u00f6sseren Ansprung erkl\u00e4rt, aber dass die Fortsetzung dieses Trends prim\u00e4r der zusehends unberechenbaren Rolle der USA in der Trump-\u00c4ra geschuldet ist. <\/p>\n\n\n\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/jasegl_iframe_ply_multi.html\" height=\"600\" width=\"900\"><\/iframe>\n\n\n\n<p>Gewachsen ist die Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine Starke Armee jedenfalls in fast allen Bev\u00f6lkerungsschichten &#8212; was allerdings nicht heissen soll, dass sie \u00fcberall gleich gross ist. Nach wie vor findet sie gr\u00f6sseren Anklang unter Schweizer:innen als unter niedergelassenen Ausl\u00e4nder:innen; unter M\u00e4nnern gr\u00f6sseren als unter Frauen, und in der Deutschschweiz gr\u00f6sseren als in der Romandie und im Tessin. Am Gr\u00f6ssten sind die Unterschiede, wenn man die Anteile nach Generation aufschl\u00fcsselt: Unter den vor 1946 Geborenen ist der  Wunsch nach einer Starken Armee seit jeher verbreitetsten. Am wenigsten ausgepr\u00e4gt war er zuletzt aber nicht etwa unter den j\u00fcngsten Befragten, sondern unter den &#8222;Millenials&#8220; mit Geburtsjahrg\u00e4ngen zwischen 1981 und 1996. Zu Beginn der SHP-Befragungen, als die befragten Millenials allesamt selbst noch jugendlich waren, war der Anteil der Armeebegeisterten hier deutlich h\u00f6her. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auch Linke haben immer weniger Lust auf eine Armeeabschaffung<\/h3>\n\n\n\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/jasegl_iframe_ptymenu_selfcont.html\" height=\"400\" width=\"1000\"><\/iframe>\n\n\n\n<p>Deutlicher wird das Bild, wenn man diese Merkmale der Befragten nicht separat betrachtet, sondern sie zusammen mit deren Parteisympathie in statistische Modelle f\u00fcttert und diese bittet, die Wahrscheinlichkeit vorauszusagen, mit der sich Angeh\u00f6rige bestimmter Gruppen f\u00fcr eine Abschaffung oder eine St\u00e4rkung der Armee aussprechen. Die Resultate eines solchen Modells lassen sich in der obigen Graphik interaktiv erkunden. Hier best\u00e4tigt sich zun\u00e4chst einmal eine Erwartung, die \u00fcberaus nahe liegen d\u00fcrfte. Namentlich, dass ungeachtet der betrachteten Gruppe die Armeepr\u00e4ferenzen der Positionierung auf dem politischen Spektrum folgen. Durchs band sind SVP-Sympathisant:innen am ehesten f\u00fcr eine starke Armee und Gr\u00fcnen-Sympathisant:innen am ehesten f\u00fcr ihre Abschaffung. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Modell unterstreicht aber auch, dass Ideologie bei weitem nicht der einzig wichtige Faktor ist. So bel\u00e4uft sich beispielsweise die vorausgesagte Wahrscheinlichkeit, dass ein 45-J\u00e4hriger Gr\u00fcnen-Sympathisant aus dem Kanton Z\u00fcrich sich 2023 f\u00fcr eine Armeeabschaffung ausspricht, auf rund 44%.  Ist er stattdessen 80 Jahre alt, so reduziert sich die Voraussage auf rund 7%. Auch unter Ber\u00fccksichtigung der Parteisympathie verbleibt also ein starker Zusammenhang zwischen der Haltung zur Armee und anderen pers\u00f6nlichen Merkmalen. <\/p>\n\n\n\n<p>Allgemein l\u00e4sst sich dennoch feststellen, dass die Beliebtheit einer Armeeabschaffung in (fast) allen betrachteten Gruppen seit 2011 deutlich gesunken, und die Beliebtheit einer starken Armee deutlich gewachsen ist &#8212; auch bei der politischen Linken. Die Haltung der Schweizer:innen zu ihrer Armee scheint im Begriff, eine Zeitwendende zu unterlaufen; wenn auch eine, die nicht \u00fcberall gleich dramatisch ausf\u00e4llt. F\u00fcr 20-j\u00e4hrige SP-Sympathisantinnen aus dem Kanton Bern ist die vorausgesagte Wahrscheinlichkeit der Unterst\u00fctzung einer Starken Armee in diesem Zeitraum beispielsweise von rund 12 auf rund 27 Prozent angestiegen, f\u00fcr FDP-Sympathisantinnen indessen nur von rund 45 auf rund 50 Prozent. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Keine Kurzschlussreaktion<\/h3>\n\n\n\n<p>Zumindest vor zwei Jahren stand die Schweiz also wohl nicht v\u00f6llig geschlossen hinter dem Vorhaben einer Armee-St\u00e4rkung, das zwischenzeitlich in die Wege geleitet worden ist. Nicht wenige Sympathisant:innen von linken Parteien w\u00fcrden sie nach wie vor am liebsten abschaffen &#8212; und selbst am anderen Ende des politischen Spektrums finden sich noch immer Gruppen, die nicht restlos von der Notwendigkeit einer Starken Armee \u00fcberzeugt scheinen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber: Anders als noch vor 20 Jahren w\u00fcnscht sich heute doch eine klare Mehrheit der in der Schweiz lebenden Menschen jene Starke Armee, die Bundesrat und Parlament kreieren wollen. Aus demokratietheoretischer Sicht ist das eine beruhigende Feststellung. Umso mehr, weil diese Haltung offensichtlich keine Kurzschlussreaktion auf einen &#8222;Kriegs-Schock&#8220;, sondern Resultat eines anhaltenden Trends ist. F\u00fcr die finanziellen Priorit\u00e4ten des Parlaments mag der Ausbruch des Ukrainekriegs eine &#8222;Z\u00e4sur&#8220; gewesen sein; auf Ebene der Bev\u00f6lkerung war er wohl h\u00f6chstens Wasser auf die M\u00fchlen einer Zeitenwende, die sich schon seit langem anbahnt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-light-green-cyan-background-color has-background has-small-font-size\"><strong>Quellen<\/strong><br>&#8211; Sch\u00e4fer, Fabian. 2024. \u201eDas Parlament erh\u00f6ht das Armeebudget \u2013 kommt nun die Steuererh\u00f6hung?\u201c <em>Neue Z\u00fcrcher Zeitung<\/em>. <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/kampf-um-das-armeebudget-die-buergerlichen-lenken-ein-aber-das-geld-fehlt-noch-immer-ld.1863207\">https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/kampf-um-das-armeebudget-die-buergerlichen-lenken-ein-aber-das-geld-fehlt-noch-immer-ld.1863207<\/a> (Stand 23. Juni 2025).<br>&#8211; BBl 2024, 563: Armeebotschaft 2024 vom 14. Februar 2024. Bundeskanzlei. <a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/fga\/2024\/563\/de\">https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/fga\/2024\/563\/de<\/a> (Stand 30. Juni 2025)<br>&#8211; &#8222;Grafik &#8211; So viel Geld fliesst in die Schweizer Armee&#8220;. 2022. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/grafik-so-viel-geld-fliesst-in-die-schweizer-armee\">https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/grafik-so-viel-geld-fliesst-in-die-schweizer-armee<\/a> (Stand 23. Juni 2025).<br>&#8211; \u201eSt\u00e4nderat sagt ohne Gegenstimme Ja zum Bundesbudget\u201c. 2024. Swissinfo. <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/st\u00e4nderat-sagt-ohne-gegenstimme-ja-zum-bundesbudget\/88561426\">https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/st\u00e4nderat-sagt-ohne-gegenstimme-ja-zum-bundesbudget\/88561426<\/a> (Stand 30. Juni 2025).<br>&#8211; &#8222;\u2018Finanzierung Und Ausr\u00fcstung Der Schweizer Armee&#8220;. Eidgen\u00f6ssisches Departement f\u00fcr Verteidigung, Bev\u00f6lkerungsschutz und Sport (VBS). <a href=\"https:\/\/www.vbs.admin.ch\/de\/finanzierung-armee\">https:\/\/www.vbs.admin.ch\/de\/finanzierung-armee<\/a> (Stand 23. M\u00e4rz, 2025).<br> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-cyan-bluish-gray-background-color has-text-color has-background has-small-font-size\"><strong>Daten<\/strong><br>Die Analysen beruhen auf Version 9.0 des Schweizerischen Haushalts-Panels (SHP), die unter <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.48573\/swnc-bn46\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/doi.org\/10.48573\/swnc-bn46\">https:\/\/doi.org\/10.48573\/swnc-bn46<\/a> abrufbar ist. Die Berechnungen beruhen auf dem kombinierten &#8222;Langen&#8220; Datensatz (1999-2023) der Individualdaten, wobei diese mit einigen Variablen aus den &#8212; ebenfalls in SHP verf\u00fcgbaren &#8212; &#8222;Cross-National Equivalent File&#8220;-Datens\u00e4tzen angereichert wurden. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background has-small-font-size\"><strong>Validit\u00e4t<\/strong><br>Die ersten beiden Abbildungen sind rein deskriptiver Natur und zeigen die Verteilung der Antwortoptionen im SHP-Item &#8222;pp12&#8220; (Keine Armee\/Weder Noch\/Starke Armee) entlang unterschiedlicher soziodemographischer Gruppen; sie schliessen jeweils alle Respondent:innen mit ein, f\u00fcr welche die erforderlichen Daten verf\u00fcgbar waren, und wurden mittels dem durch das SHP berechneten Querschnittsgewicht (&#8222;wicss&#8220;) Gewichtet, sodass sie m\u00f6glichst repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Zusammensetzung der Schweizerischen Bev\u00f6lkerung in den jeweiligen Jahren sind. Die Aufschl\u00fcsselung nach Sprachregion beruht auf einer Variable, welche die Sprachregion der Wohngemeinde der &#8222;Haushalts-Referenzperson&#8220; angibt, die Aufschl\u00fcsselung nach Generationen auf einem ungef\u00e4hren Geburtsjahr (Umfragejahr &#8211; Alter). <br><br> Die interaktiven Wahrscheinlichkeits-Plots in der dritten Graphik basieren auf Simulationen, die Anhand von zwei logistischen Mehrebenenregressionen vorgenommen wurden. Beide Modelle basieren auf den selben unabh\u00e4ngigen Variablen: Alter (in Jahren), Geschlecht (M\/W), Parteisympathie (basierend auf Mitgliedschaft &gt; hypothetischer Parteiwahl &gt; sonstiger Identifikation), und Wohnkanton. Die Modelle sind ebenfalls Querschnittsgewichtet und ber\u00fccksichtigen Paneleffekte durch Verwendung von <em>Random Intercepts<\/em> f\u00fcr alle einzelnen Befragten. Sie unterscheiden sich durch ihre abh\u00e4ngigen Variablen: Das erste Modell sch\u00e4tzt den Effekt der Unabh\u00e4ngigen Variablen auf die Bef\u00fcrwortung einer starken Armee (1 wenn &#8222;Starke Armee&#8220; als Pr\u00e4ferenz angegeben wird, ansonsten 0), das zweite den Effekt der unabh\u00e4ngigen Variablen auf die Bef\u00fcrwortung einer Armee-Abschaffung (1 wenn &#8222;Keine Armee&#8220; als Pr\u00e4ferenz angegeben wird, ansonsten 0). Beide Modelle wurden  gegen alternative Spezifikationen gepr\u00fcft, um sich ihrer Robustheit zu versichern. Sie k\u00f6nnen als recht &#8222;passend&#8220; bewertet werden: Unter Ber\u00fccksichtigung der <em>Random Intercepts<\/em> decken sich ihre Vorhersagen in 88 beziehungsweise 90% der F\u00e4lle mit den beobachteten Werten, ohne Ber\u00fccksichtigung der <em>Random Intercepts<\/em> in jeweils 72% der F\u00e4lle. Bei den Simulationen f\u00fcr spezifische Personengruppen wurden jeweils 95%-Konfidenzintervalle berechnet, die durch &#8222;Schwebenlassen&#8220; des Mauszeigers auf einzelnen Datenpunkten inspiziert werden k\u00f6nnen. <br><br>Die Modelle und Graphiken bieten Auskunft \u00fcber die gemeinsame Verteilung von unterschiedlichen Faktoren, lassen aber keine Kausalaussagen zu. Um es an einem konkreten Beispiel zu formulieren: Anhand der Modelle l\u00e4sst sich die Aussage treffen, dass SVP-Sympathisant:innen im Vergleich mit FDP-Sympathisant:innen (bei Konstanthaltung aller anderen Aspekte) signifikant st\u00e4rker dazu tendieren, eine Starke Armee zu bef\u00fcrworten. Das l\u00e4sst aber <em>nicht<\/em> den pauschalen Schluss zu, dass diese Tendenz auftritt, <em>weil<\/em> SVP-Sympathien zu mehr Freude an der Armee f\u00fchren. <br><br>Die Analysen wurden in der Statistik-Software &#8222;R&#8220; durchgef\u00fchrt. Der verwendete Code ist auf mehrere Dateien aufgeteilt, und enth\u00e4lt einige ausf\u00fchrliche Kommentare zu den getroffenen methodischen Entscheidungen. Er kann online eingesehen werden: <br>&#8211; <a href=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/00_data_preparation.html\">00_data_preparation.R<\/a> (Enth\u00e4lt Datei-Import, Aufbereitung, Codierung, etc.)<br>&#8211; <a href=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/01_model_construction.html\">01_model_construction.R<\/a> (Enth\u00e4lt Konstruktion und Tests der Modelle) <br>&#8211; <a href=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/02_predictmodels.html\">02_predictmodels.R<\/a> (Enth\u00e4lt Generierung der vorausgesagten Wahrscheinlichkeiten)<br>&#8211; <a href=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/03_plots.html\">03_plots.R<\/a> (Enth\u00e4lt Code f\u00fcr die Erstellung der Graphiken)<br>&#8211; <a href=\"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/10_runner.html\">10_runner.R<\/a> (Enth\u00e4lt Dateipfad-Definitionen und eine Helferfunktion zur Installation ben\u00f6tigter Libraries)<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background has-small-font-size\"><br><strong>Autor<\/strong>: Jascha Egli<br><strong>Abgabedatum<\/strong>: 30. Juni 2025 (<em>aktualisierte Version: 15.08.2025<\/em>)<br><strong>Dozierende<\/strong>: Prof. Dr. Karsten Donnay &amp; Anielle Peterhans<br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sind Bundesrat und Parlament auf Aufr\u00fcstungskurs. Umfragedaten zeigen: Die Bev\u00f6lkerung ist das schon l\u00e4nger.6.3 Milliarden Franken betr\u00e4gt das Jahresbudget der Schweizer Armee f\u00fcr 2025 &#8212; \u00fcber 500 Millionen Franken mehr, als noch im letzten Jahr. 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