{"id":3990,"date":"2015-03-22T18:51:11","date_gmt":"2015-03-22T17:51:11","guid":{"rendered":"http:\/\/pwipdm.uzh.ch\/wordpress\/?p=3990"},"modified":"2017-02-23T15:20:07","modified_gmt":"2017-02-23T14:20:07","slug":"arbeitstitel-twitter-und-die-quoten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2015\/03\/22\/arbeitstitel-twitter-und-die-quoten\/","title":{"rendered":"EVP antwortet am meisten auf Tweets"},"content":{"rendered":"<p><script type=\"text\/javascript\" src=\"http:\/\/cdn.mathjax.org\/mathjax\/latest\/MathJax.js?config=TeX-AMS-MML_HTMLorMML-full\"><\/script><br \/>\n<script type=\"text\/x-mathjax-config\">MathJax.Hub.Config({tex2jax: {inlineMath: [['$','$'], ['\\\\(','\\\\)']]}});<\/script><\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;text-align:justify;\">115 National- und St\u00e4nder\u00e4te haben heute einen Twitter-Account. Nicht alle davon nutzen Twitter gleich aktiv. Neben der bekannten Gr\u00f6sse der Anzahl Tweets eines Accounts gibt es jedoch auch weniger bekannte Vergleichsgr\u00f6ssen wie Eigenquote und Antwortquote. Dieser Blogbeitrag nimmt diese beiden Gr\u00f6ssen unter die Lupe. Es zeigen sich grosse Unterschiede.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das Verh\u00e4ltnis der selber geschriebenen Tweets zur Gesamtzahl der abgesetzten Tweets wird als Eigenquote definiert. Eine tiefe Quote bedeutet, dass die Person h\u00e4ufig andere Tweets retweetet. Ein Wert von 0 Prozent zeigt, dass die Person nur Tweets von anderen Accounts verbreitet, selber aber keine Inhalte auf Twitter postet. Die durchschnittliche Eigenquoten der Partei unterscheiden sich nicht fundamental. Den h\u00f6chsten Durchschnitt haben die kleinen Linksparteien, dicht gefolgt von den kleinen Rechtsparteien, wobei dort jeweils nur 28 resp. 27 Twitterer dabei sind. Beide Gruppen haben eine Eigenquote von \u00fcber 84 Prozent. Den h\u00f6chsten durchschnittlichen Anteil von Retweets haben die Gr\u00fcnen und die BDP mit 73,9 Prozent.<\/p>\n<div style=\"text-align:center;\"><a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/eigenquote.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/eigenquote.png\" title=\"durchschnittliche Eigenquote der Parteien\" alt=\"Eigenquote\" width=\"450\" height=\"264\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4285\" \/><\/a><\/div>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Antwortquote stellt die Anzahl Antworten im Verh\u00e4ltnis zu den eigenen Tweets dar. Eine Antwortquote von 0 Prozent bedeutet, dass die Person nie auf andere Tweets antwortet. Hier sticht die EVP oben aus. Sie hat mit 37,3 Prozent den mit Abstand h\u00f6chsten durchschnittlichen Antwortanteil aller Parteien. Gleichzeitig hat sie von allen bekannteren Parteien auch die h\u00f6chste Eigenquote. Die EVP hat einige sehr aktive Twitterer, die h\u00e4ufig mit anderen interagieren und auch selber viel schreiben, jedoch nicht so h\u00e4ufig retweeten. Das k\u00f6nnte damit zusammenh\u00e4ngen, dass die noch eher kleine Partei sich Geh\u00f6r verschaffen will.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Am anderen Ende der Liste finden sich die kleinen Linksparteien mit einem Wert von 15,5 Prozent. Dort sind also besonders viele Personen dabei, welche zwar h\u00e4ufig selber schreiben, jedoch weniger mit anderen interagieren.<\/p>\n<div style=\"text-align:center;\"><a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/antwortquote.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/antwortquote.png\" title=\"durchschnittliche Antwortquote der Parteien\" alt=\"Antwortquote\" width=\"450\" height=\"264\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4286\" \/><\/a><\/div>\n<p style=\"font-weight:bold\">Gezwitscher im Bundeshaus<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Schaut man sich die Politiker im National- und St\u00e4nderat an, welche einen Twitter-Account haben, zeigt sich ein differenzierteres Bild als bei den Durchschnittswerten der Parteien. Da unterscheiden sich die Quoten stark. Die gr\u00fcnliberale Nationalr\u00e4tin Isabelle Chevalley aus dem Kanton Waadt hat eine Eigenquote von 99.7 Prozent, d.h. sie hat nur einmal einen Tweet retweetet. Sie retweetet kaum, da sie dazu \u00fcber interessante Tweets stolpern m\u00fcsste. &#8222;Dazu m\u00fcsste ich jedoch stundelang auf Twitter sein, wozu mir die Zeit fehlt&#8220;, schreibt die GLP-Nationalr\u00e4tin auf Anfrage.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Auf der anderen Seite ist der SP-St\u00e4nderat und Parteipr\u00e4sident Christian Levrat aus dem Kanton Freiburg anzutreffen. Mit einer Eigenquote von 24.6 Prozent stammt nur etwa jeder vierte Tweet von ihm selbst. Er versuche sein breites Kontaktnetz auch anderen zur Verf\u00fcgung zu stellen. &#8222;Andere haben offensichtlich das Bed\u00fcrfnis ihr eigenes Empfinden st\u00e4rker zu verbreiten als ich&#8220;, schreibt der St\u00e4nderat auf Anfrage.<\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.benjaminschlegel.ch\/charts\/tabelle_twitter1\/\" width=\"340px\" height=\"400px\"><\/iframe><\/div>\n<p style=\"text-align:justify;\">Auch bei der Antwortquote zeigen sich grosse Unterschiede. Der prozentual fleissigste Antwortende ist der SP-St\u00e4nderat Didier Berberat. Seine Antwortquote liegt bei 69.7 Prozent. Jedoch benutzte er Twitter das letzte Mal vor zwei Jahren. &#8222;Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, warum ich so oft geantwortet habe&#8220;, erz\u00e4hlt der St\u00e4nderat aus dem Kanton Neuenburg am Telefon. Er benutze nur noch Facebook. Auf der anderen Seite der Liste findet sich seine Parteikollegin Bea Heim aus dem Kanton Solothurn. Sie hat nie auf einen Tweet geantwortet. &#8222;Dazu fehlt mir die Zeit&#8220;, sagt die SP-Nationalr\u00e4tin auf Anfrage am Telefon.<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold\">Gr\u00f6ssere Bandbreite in der ganzen Schweiz<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Alle politischen Twitterer in der Schweiz unterscheiden sich noch deutlicher als die Volksvertreter in Bern.  Der Politiker mit der h\u00f6chsten Eigenquote von 100 Prozent ist der Aargauer SVP-Grossrat Clemens Hochreuter. Gleichzeitig ist er auch der einzige Politiker, welcher die Antwortfunktion nie benutzt hat. Auf Anfrage schreibt er, dass er Twitter nicht aktiv nutze. &#8222;Wir haben bei uns die M\u00f6glichkeit, dass wir einen Beitrag einmal in den Social Media posten, welcher anschliessend auch auf Twitter erscheint. Ich konzentriere mich auf Facebook.&#8220; Dort g\u00e4be es durchaus Debatten.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die tiefste Eigenquote hat der CVP-Politiker Sebastian Keller. Nur rund jeden zehnten Tweet hat er selber geschrieben, sonst hat er immer den Retweet-Button bet\u00e4tigt.<\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.benjaminschlegel.ch\/charts\/tabelle_twitter2\/\" width=\"340px\" height=\"400px\"><\/iframe><\/div>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die h\u00f6chste Antwortquote hat der Parlamentsassistent von FDP-Nationalr\u00e4tin Isabelle Moret. Barry Lopez hat eine hohe Antwortquote von 91.6 Prozent oder anders ausgedr\u00fcckt: Etwa neun von zehn Tweets des Jungpolitikers sind Antworten.<\/p>\n<div style=\"font-size: 10px;font-family:verdana;border: 1px solid black;padding: 5px;\">\n<h1 style=\"font-size:12px;font-weight:bold;\">Methodik<\/h1>\n<p style=\"text-align:justify;\">Bruno W\u00fcest, Assistent am Institut der Politikwissenschaft der Uni Z\u00fcrich, hat einen Datensatz mit 1645 politisch aktiven Twitterern erstellt. Dazu hat er die eidgen\u00f6ssischen Politiker- und Partei-Accounts gesammelt und alle ihre Followers und Friends auf Parteik\u00fcrzel im Namen oder in der Beschreibung untersucht. F\u00fcr die gefundenen Accounts hat er dies wiederholt. Dies hat er total drei Mal wiederholt, um m\u00f6glichst alle politisch aktiven Politikern in der Schweiz zu finden. F\u00fcr diese Untersuchung wurden alle Partei-Accounts entfernt, damit nur Personen im Datensatz enthalten sind. Partei-Accounts sind alle eidgen\u00f6ssischen und kantonalen Accounts der Parteien (z.B. SP St. Gallen).<\/p><p><div>\n\\[<br \/>\n\\begin{aligned}<br \/>\nEigenquote = 1 -\\frac{Retweets}{totale~Tweets}<br \/>\n\\end{aligned}<br \/>\n\\]\n<\/div>\n<p style=\"text-align:justify;\">Als Retweets z\u00e4hlen alle Tweets, welche am Anfang ein RT haben. Als Antwort z\u00e4hlen alle Tweets, die am Anfang ein @, gefolgt von einem Benutzernamen haben.<\/p>\n<div>\n\\[<br \/>\n\\begin{aligned}<br \/>\nAntwortquote = \\frac{Antwort\\hbox{-}Tweets}{eigene~Tweets}<br \/>\n\\end{aligned}<br \/>\n\\]\n<\/div>\n<p style=\"text-align:justify;\">F\u00fcr die durchschnittlichen Quoten der Parteien wurden alle Accounts, welche sich mit dieser Partei identifizieren, verwendet. Accounts ohne Tweets wurden aus der Analyse ausgeschlossen. F\u00fcr die Tabelle der nationalen Politiker wurden alle Politiker verwendet, welche 100 oder mehr Tweets haben. F\u00fcr die Tabelle aller Politiker und Sympathisanten wurden mind. 1000 Tweets vorausgesetzt, um nur die wirklich aktiven zu erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Kolonne Tweets enth\u00e4lt die Anzahl der Tweets, welche f\u00fcr die Analyse benutzt wurden. Da sich nicht alle vergangenen Tweets abrufen lassen, kann die effektive Zahl h\u00f6her sein.<\/p>\n<h1 style=\"font-size:12px;font-weight:bold;\">\u00dcber den Kurs<\/h1>\n<p style=\"text-align:justify;\">Dieser Blogbeitrag ist Bestandteil des Forschungsseminars politischer Datenjournalismus am <a href='https:\/\/twitter.com\/IPZuser'>Institut f\u00fcr Politikwissenschaft<\/a> der Universit\u00e4t Z\u00fcrich. Der Kurs wird von Professor <a href='https:\/\/twitter.com\/fgilardi'>Fabrizio Gilardi<\/a>, <a href='https:\/\/twitter.com\/BrunoWueest'>Bruno Wuest<\/a>, <a href='https:\/\/twitter.com\/mhermann_'>Michael Hermann<\/a> und <a href='https:\/\/twitter.com\/SarahButikofer'>Sarah B\u00fctikofer<\/a> doziert.<\/p>\n<h1 style=\"font-size:12px;font-weight:bold;\">\u00dcber den Autor<\/h1>\n<p style=\"text-align:justify;\"><a href='https:\/\/twitter.com\/benjaminschlege'>Benjamin Schlegel<\/a> studiert im 2. Semester im Master Politikwissenschaften an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich. Er interessiert sich f\u00fcr Schweizer Politik, quantitative Methoden und Datenjournalismus.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"color:grey;font-size:8px;padding-top:15px;\">\nAutor: Benjamin Schlegel \/ kontakt@benjaminschlegel.ch \/ 10-914-786 \/ Abgabedatum 29.03.2015<br \/>\nBlog: Im Rahmen des Forschungsseminars Policy Analyse: Politischer Datenjournalismus<br \/>\nDozent: Prof. Fabrizio Gilardi, Michael Hermann, Bruno W\u00fcest und Sarah B\u00fctikofer<br \/>\nDaten: twitter \/ Bruno W\u00fcest<br \/>\nWorte: 637 (ohne Box)\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>115 National- und St\u00e4nder\u00e4te haben heute einen Twitter-Account. Nicht alle davon nutzen Twitter gleich aktiv. Neben der bekannten Gr\u00f6sse der Anzahl Tweets eines Accounts gibt es jedoch auch weniger bekannte Vergleichsgr\u00f6ssen wie Eigenquote und Antwortquote. Dieser Blogbeitrag nimmt diese beiden Gr\u00f6ssen unter die Lupe. Es zeigen sich grosse Unterschiede. Das Verh\u00e4ltnis der selber geschriebenen Tweets [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":12168,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[297],"tags":[],"class_list":["post-3990","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3990","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3990"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3990\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11357,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3990\/revisions\/11357"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12168"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3990"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3990"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}