{"id":4935,"date":"2015-05-06T23:11:27","date_gmt":"2015-05-06T22:11:27","guid":{"rendered":"http:\/\/pwipdm.uzh.ch\/wordpress\/?p=4935"},"modified":"2017-02-23T15:08:34","modified_gmt":"2017-02-23T14:08:34","slug":"grenzganger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2015\/05\/06\/grenzganger\/","title":{"rendered":"In Deutschland konsumieren, in Basel arbeiten: Die Grenzg\u00e4nger der Schweiz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Im Jahre 2014 arbeiteten durchschnittlich \u00fcber 280&#8217;000 Grenzg\u00e4nger in der Schweiz: Das ist eine Verdopplung gegen\u00fcber dem Jahre 2000. In Genf ist es gar eine Zunahme von \u00fcber 140 Prozent. Die Wirtschaft spricht von ben\u00f6tigten qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften, die politische Rechte von Rosinenpickern. Aber wer sind diese Grenzg\u00e4nger? Woher kommen, wohin gehen und was arbeiten sie? \u2013 Der Versuch, einen \u00dcberblick zu schaffen.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center; font-size: 11px;\"><strong> <a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/grenzga\u0308nger3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-5403\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/grenzga\u0308nger3-1024x585.jpg\" alt=\"grenzga\u0308nger3\" width=\"768\" height=\"439\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center; font-size: 11px;\"><em>In Basel f\u00e4hrt das \u00abTr\u00e4mli\u00bb gleich bis an die Grenze (Bildquelle: Marco B\u00fcsch).<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit dem Jahre 2000 hat die Anzahl der Grenzg\u00e4nger <em>(Definition des Begriffes am Ende des Textes) <\/em>in vielen Gemeinden drastisch zugenommen. Wenig \u00fcberraschend arbeitet die Mehrheit in den Grenzregionen der Schweiz, mit Abstand am Meisten in den St\u00e4dten Basel und Genf (siehe <em>Tabelle 1<\/em>). Schon im Jahre 2000 geh\u00f6rten diese Gemeinden zu den Spitzenreitern bei der durchschnittlichen Anzahl Grenzg\u00e4nger, nichtsdestotrotz stieg gerade in Genf die Anzahl der Grenzg\u00e4nger sehr viel st\u00e4rker an als im Schweizer Durchschnitt (Genf: +140.47%, Schweiz: +100.20%). F\u00fcr einige B\u00fcrger wohl zu stark, wie die Wahlerfolge des rechtspopulistischen \u00abMouvement citoyens genevois (MCG)\u00bb eindr\u00fccklich belegen, welche die \u00abGrenzg\u00e4ngerproblematik\u00bb ganz oben auf ihrer Agenda haben: Bei den nationalen Wahlen 2011 erhielten sie 9.8 Prozent der Stimmen aus dem Kanton Genf und der Politologe Daniel Bochsler prognostiziert ihnen f\u00fcr die nationalen Wahlen 2015 einen Stimmengewinn von bis zu drei Prozent <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nzzas\/nzz-am-sonntag\/wahlprognose-prognose-rechtsbuergerliche-legen-in-fast-allen-kantonen-zu-1.18529829\" target=\"_blank\">(siehe NZZ am Sonntag vom 26.04.2015)<\/a>. Dabei ist die schiere Anzahl der Grenzg\u00e4nger in anderen Gemeinden wohl deutlich sp\u00fcrbarer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; font-size: 14px;\"><strong>Grafik 1:<\/strong> <em>Durchschnittliche Anzahl Grenzg\u00e4nger in den Schweizer Gemeinden (Layer f\u00fcr 2000, 2005, 2010 und 2014)<\/em><\/p><p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/marcob.cartodb.com\/viz\/6085dd0c-f437-11e4-b808-0e6e1df11cbf\/embed_map\" width=\"100%\" height=\"520\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; font-size: 14px;\"><strong>Tabelle 1: <\/strong><em>Die 10 Gemeinden mit der durchschnittlich h\u00f6chsten Anzahl Grenzg\u00e4nger 2014<\/em><\/p>\n<table style=\"height: 468px;\" width=\"1240\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"39\">Rang<\/td>\n<td width=\"170\">Gemeindename<\/td>\n<td width=\"203\">Durchschnittliche Anzahl Grenzg\u00e4nger 2014<\/td>\n<td width=\"159\">prozentuale Ver\u00e4nderung zu 2000<\/td>\n<td width=\"352\">Verh\u00e4ltnis erwerbsf\u00e4hige Bev\u00f6lkerung\/durchschnittliche Anzahl Grenzg\u00e4nger<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1<\/td>\n<td>Basel (BS)<\/td>\n<td>35&#8217;167.75<\/td>\n<td>27.84<\/td>\n<td>0.32<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>2<\/td>\n<td>Genf (GE)<\/td>\n<td>28&#8217;451.40<\/td>\n<td>140.47<\/td>\n<td>0.23<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>3<\/td>\n<td>Lugano (TI)<\/td>\n<td>12&#8217;600.66<\/td>\n<td>163.72<\/td>\n<td>0.33<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>4<\/td>\n<td>Meyrin (GE)<\/td>\n<td>9&#8217;076.48<\/td>\n<td>226.98<\/td>\n<td>0.68<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>5<\/td>\n<td>Mendrisio (TI)<\/td>\n<td>8&#8217;601.68<\/td>\n<td>81.4<\/td>\n<td>0.98<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>6<\/td>\n<td>Carouge (GE)<\/td>\n<td>8&#8217;056.33<\/td>\n<td>131.5<\/td>\n<td>0.6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>7<\/td>\n<td>Chiasso (TI)<\/td>\n<td>4&#8217;853.73<\/td>\n<td>265.12<\/td>\n<td>1.02<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>8<\/td>\n<td>Plan-les-Ouates (GE)<\/td>\n<td>4&#8217;779.83<\/td>\n<td>263.11<\/td>\n<td>0.79<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>9<\/td>\n<td>Lausanne (VD)<\/td>\n<td>4&#8217;463.80<\/td>\n<td>358.61<\/td>\n<td>0.05<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>10<\/td>\n<td>La Chaux-de-Fonds (NE)<\/td>\n<td>4&#8217;081.03<\/td>\n<td>171.28<\/td>\n<td>0.18<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"color: #ff0000;\">Schweizer Durchschnitt<\/span><\/td>\n<td><span style=\"color: #ff0000;\">243.85<\/span><\/td>\n<td><span style=\"color: #ff0000;\">100.2<\/span><\/td>\n<td><span style=\"color: #ff0000;\">0.04<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ins Verh\u00e4ltnis gesetzt mit der einheimischen Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter kommen im bev\u00f6lkerungsreichen Genf auf einen Grenzg\u00e4nger 4.35 erwerbsf\u00e4hige Einheimische (oder auf einen erwerbsf\u00e4higen Einheimischen 0.23 Grenzg\u00e4nger, wie in <em>Tabelle 1<\/em>). Die absolute Zahl der Grenzg\u00e4nger verteilt sich in den dicht bev\u00f6lkerten Gemeinden besser als in den bev\u00f6lkerungsarmen, wie zum Beispiel Chiasso oder Mendrisio, in welchen das Verh\u00e4ltnis der erwerbsf\u00e4higen Einheimischen zu den Grenzg\u00e4ngern mittlerweile bei 1:1 liegt. Dies dr\u00fcckt sich auch in den Wahlergebnissen aus: Bei den kantonalen Wahlen 2015 hat die rechte \u00abLega del ticinesi\u00bb, welche den Grenzg\u00e4ngern mehr als skeptisch gegen\u00fcber steht, zwar \u00fcber zwei Prozent an W\u00e4hlerstimmen verloren, aber gerade in Gemeinden wie Mendrisio und Chiasso stieg der W\u00e4hleranteil stark an oder blieb zumindest auf \u00fcberdurchschnittlich hohem Niveau bestehen (Mendrisio: 25.70%, +4%; Chiasso: 31.26%, -0.66%). Bochsler prognostiziert wiederum f\u00fcr die nationalen Wahlen 2015 \u00fcber den ganzen Kanton Tessin hinweg einen Stimmengewinn von bis zu einem Prozent f\u00fcr die Lega.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; font-size: 14px;\"><strong>Grafik 2:<\/strong> <em>Ver\u00e4nderung der durchschnittlichen Anzahl Grenzg\u00e4nger 2000 bis 2014<\/em><\/p><p><a href=\"http:\/\/imgur.com\/v21M5RK\"><img decoding=\"async\" title=\"source: imgur.com\" src=\"http:\/\/i.imgur.com\/v21M5RK.gif\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Thematik der Grenzg\u00e4nger wird wohl so schnell nicht von der Agenda der Grenzkantone verschwinden, denn in den preisg\u00fcnstigeren ausl\u00e4ndischen Grenzregionen zu wohnen und in den Schweizer Grenzkantonen mit den h\u00f6heren Lohnniveaus zu arbeiten, scheint eine ungebrochene Attraktivit\u00e4t auszustrahlen. Die Einf\u00fchrung der Personenfreiz\u00fcgigkeit am 1. Juni 2007, mit welchem Staatsangeh\u00f6rige der Schweiz und der EU-Mitgliedstaaten das Recht erhielten, Arbeitsplatz beziehungsweise Aufenthaltsort innerhalb der Staatsgebiete der Vertragsparteien frei zu w\u00e4hlen, verst\u00e4rkte den Anstieg der Anzahl Grenzg\u00e4nger zus\u00e4tzlich. Interessanterweise nehmen die Grenzg\u00e4nger dabei innerhalb der Schweiz immer weitere Wege auf sich, um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen: So arbeiteten die Grenzg\u00e4nger in den letzten Jahren vermehrt auch in Binnenkantonen (siehe<em> Grafik 2<\/em>). Die Zahlen dazu bewegen sich jedoch auf einem \u00fcberschaubaren Niveau: Am st\u00e4rksten hat die Anzahl der Grenzg\u00e4nger in St\u00e4dten wie Bern (von 0.45 im Jahre 2000 auf 346.33 in 2014) oder Biel (0.225 auf 184.58) zugenommen. Die Wege, welche Grenzg\u00e4nger innerhalb der Schweiz zur\u00fccklegen sind aber vielfach kein Vergleich mit den Wegen, welche sie von ihren Heimatorten im Ausland bis zur Schweizer Grenze pendeln.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Mehr franz\u00f6sische Grenzg\u00e4nger in Basel als in Neuenburg<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BfS) bietet zwar keinen vollst\u00e4ndigen \u00dcberblick dar\u00fcber, woher die Grenzg\u00e4nger kommen, jedoch zeigen die vorhandenen Zahlen, dass mit der Personenfreiz\u00fcgigkeit der Begriff der \u00abGrenzregion\u00bb viel weiter gefasst wird als noch vor 15 Jahren: D\u00e4nische Grenzg\u00e4nger arbeiten im Kanton Z\u00fcrich, Ungaren im Kanton Bern und Luzern. Die Zahl der Grenzg\u00e4nger, welche nicht aus Nachbarstaaten der Schweiz stammen ist aber sehr beschr\u00e4nkt: Die meisten Grenzg\u00e4nger kommen immer noch aus Frankreich, Italien, Deutschland oder \u00d6sterreich.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; font-size: 14px;\"><strong>Grafik 3: <\/strong><em>Wohn- und Arbeitsorte der Grenzg\u00e4nger 2014<\/em><\/p><p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/jsfiddle.net\/4rtapodj\/4\/embedded\/result\" width=\"200%\" height=\"350\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<div style=\"border: 1px solid black; padding: 3px;\"><strong>Was ist ein Sankey-Diagramm und wie liest es sich?<\/strong><\/div>\n<div style=\"border: 1px solid black; padding: 3px; text-align: justify;\"><em> Das Sankey-Diagramm ist verwandt mit dem Flussdiagramm, jedoch werden die Str\u00f6me mengenproportional dargestellt. Als Beispiel steht oben links \u00abItalien\u00bb und auf der rechten Seite \u00abTessin\u00bb. F\u00e4hrt man \u00fcber die dicke Linie, welche die beiden verbindet, so steht dort geschrieben: \u00abItalien -&gt; Tessin, Weight: 61&#8217;587.6\u00bb. Dies bedeutet, dass 61&#8217;587.6 Grenzg\u00e4nger aus Italien im Tessin arbeiten. Es sind auf beiden Seite jeweils nur die zahlenm\u00e4ssig st\u00e4rksten L\u00e4nder und Kantone dargstellt, um eine gewisse \u00dcbersichtlichkeit zu gew\u00e4hrleisten. Die restlichen L\u00e4nder sind unter \u00abAndere\u00bb, respektive f\u00fcr die Kantone unter \u00ab\u00dcbrige Kantone\u00bb zusammengefasst. <\/em><\/div><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es f\u00e4llt auf, dass mit Abstand am meisten Grenzg\u00e4nger aus Frankreich stammen, von wo aus sie sich gr\u00f6sstenteils auf die Westschweizer Kantone verteilen. Es bleibt jedoch anzumerken, dass fast ebenso viele Grenzg\u00e4nger im Kanton Basel-Land arbeiten wie zum Beispiel im Kanton Neuenburg; in Basel-Stadt gar \u00fcber ein Drittel mehr. Aus Deutschschweizer Wahrnehmung ist dabei interessant zu beobachten, dass im Kanton Basel-Stadt gar ein bisschen mehr Grenzg\u00e4nger aus Frankreich arbeiten als aus Deutschland. Es wird wohl daran liegen, dass viele Franzosen, welche im Grossraum Basel arbeiten, aus dem franz\u00f6sischen, aber deutschsprachigen Elsass stammen. Grenzg\u00e4nger aus Italien und Deutschland bleiben im Gegensatz dazu fast ausschliesslich in \u00abihren\u00bb Sprachregionen: Die Italiener im Tessin und teilweise im Graub\u00fcnden; die Deutschen ungef\u00e4hr gleichm\u00e4ssig \u00fcber alle Deutschschweizer Kantone verteilt.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Techniker und Handwerker mittleren Alters sind gefragt<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Betrachtet man die Verteilung aller Grenzg\u00e4nger auf die Berufsgruppen, so f\u00e4llt auf, dass die Berufsgruppen mit eher h\u00f6heren und eher niedrigeren Lohnniveaus unterdurchschnittlich vertreten sind, sprich: Die Anzahl der Grenzg\u00e4nger in den Kategorien \u00abF\u00fchrungskr\u00e4fte und Akademiker\u00bb und \u00abHilfsarbeitskr\u00e4fte\u00bb sind deutlich niedriger als bei anderen Kategorien. Die meisten Grenzg\u00e4nger sind zwischen 35 und 49 Jahre alt und geh\u00f6ren der Berufshauptgruppe der Techniker und Handwerker an. Zumindest im Bezug auf die Grenzg\u00e4nger scheinen die Diskussionen \u00fcber den \u00abdeutschen Filz an den Universit\u00e4ten\u00bb <a href=\"http:\/\/www.20min.ch\/community\/stories\/story\/24432604\" target=\"_blank\">(O-Ton SVP)<\/a> und die \u00abosteurop\u00e4ischen Hilfskr\u00e4fte in der Landwirtschaft\u00bb <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/startseite\/arbeiter-aus-osteuropa-fuer-schweizer-bauern-1.11715482\" target=\"_blank\">(NZZ vom 31.07.2011)<\/a> am Ziel vorbei zu schiessen: Druck auf den Arbeitsmarkt machen die Grenzg\u00e4nger h\u00f6chstens in den Berufsgruppen, welche den mittleren Lohnsegmenten angeh\u00f6ren. Eine allf\u00e4llige Kontingentierung, wie sie bei einer strikten Durchsetzung der Masseneinwanderungsinitiative der Fall w\u00e4re, w\u00fcrde diese Grenzg\u00e4ngergruppen wohl am h\u00e4rtesten treffen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; font-size: 14px;\"><strong>\u00a0Grafik 4: <\/strong><em>Die durchschnittliche Anzahl Grenzg\u00e4nger 2014, in Alters- und Berufshauptgruppe eingeteilt<\/em><\/p><p><script id=\"infogram_0_grenzganger_2014_nach_beruf_und_alter\" src=\"\/\/e.infogr.am\/js\/embed.js?wh3\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<div style=\"width: 100%; border-top: 1px solid #acacac; padding-top: 3px; font-family: Arial; font-size: 10px; text-align: center;\"><a style=\"color: #acacac; text-decoration: none;\" href=\"https:\/\/infogr.am\/grenzganger_2014_nach_beruf_und_alter\" target=\"_blank\">Durchschnittliche Anzahl Grenzg\u00e4nger 2014, nach Beruf und Alter<\/a> | <a style=\"color: #acacac; text-decoration: none;\" href=\"https:\/\/infogr.am\" target=\"_blank\">Create infographics<\/a><\/div><p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Zahl der Grenzg\u00e4nger steigt \u2013 die der Skeptischen auch<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade in den letzten 15 Jahren hat sich die Anzahl der Grenzg\u00e4nger verdoppelt, in manchen Gemeinden gar vertausendfacht. In vielen Grenzgemeinden tragen sie einen essenziellen Teil zur Wirtschaftsleistung bei und pr\u00e4gen das Gemeindebild. Dabei arbeiten immer mehr Grenzg\u00e4nger nicht mehr nur in den Randregionen der Schweiz sondern auch in den Binnenkantonen, insbesondere in der Innerschweiz um den Vierwaldst\u00e4ttersee. Es bleibt abzuwarten, wie die mehr oder weniger strikte Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative diesen Trend beeinflussen wird. Und welchen (zumindest indirekten) Einfluss die Grenzg\u00e4nger auf die nationalen Wahlergebnisse in den Grenzkantonen haben werden, denn wie die Anzahl der Grenzg\u00e4nger scheint auch die Anzahl der Grenzg\u00e4ngerskeptischen stetig zu steigen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"border: 1px solid black; padding: 3px;\"><strong>Infobox: Definition Grenzg\u00e4nger<\/strong><\/div>\n<div style=\"border: 1px solid black; padding: 3px; text-align: justify;\"><em> Das Staatssekretariat f\u00fcr Migration (SEM) definiert den Begriff des \u00abGrenzg\u00e4nger\u00bb wie folgt: \u00abGrenzg\u00e4nger sind Ausl\u00e4nderinnen oder Ausl\u00e4nder, die ihren Wohnsitz in der ausl\u00e4ndischen Grenzzone haben und innerhalb der benachbarten Grenzzone der Schweiz erwerbst\u00e4tig sind. Als Grenzzonen gelten die Regionen, die in den zwischen der Schweiz und ihren Nachbarstaaten abgeschlossenen Grenzg\u00e4ngerabkommen festgelegt sind. Die Grenzg\u00e4nger m\u00fcssen w\u00f6chentlich mindestens ein Mal an ihren ausl\u00e4ndischen Hauptwohnsitz zur\u00fcckkehren <a href=\"https:\/\/www.bfm.admin.ch\/content\/bfm\/de\/home\/themen\/aufenthalt\/eu_efta\/ausweis_g_eu_efta.html\" target=\"_blank\">(SEM 2010)<\/a>\u00bb. F\u00fcr B\u00fcrger der EU-17 und der EFTA gelten seit dem 1. Juni 2007 keine Grenzzonen mehr, jedoch m\u00fcssen auch diese w\u00f6chentlich mindestens ein Mal zu ihrem ausl\u00e4ndischen Wohnsitz zur\u00fcckkehren. Im Artikel wird stehts von der \u00abdurschnittlichen Anzahl Grenzg\u00e4nger\u00bb ausgegangen, wobei es sich jeweils um den j\u00e4hrlichen Durchschnitt aus vier Quartalen handelt. Zahlen mit mehreren Kommastellen bedeuten daher nicht, dass es halbe Grenzg\u00e4nger sind, sondern dass teils Grenzg\u00e4nger nicht das ganze Jahr \u00fcber in der Schweiz t\u00e4tig waren.<br \/>\n<\/em><\/div><p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/><p>Autor: Marco B\u00fcsch | 09-728-213 | marco.buesch@uzh.ch<br \/>\nF\u00fcr: Seminar Policy-Analyse: Politischer Datenjournalismus (FS 2015)<br \/>\nDozenten: Dr. Sarah B\u00fctikofer, Prof. Dr. Fabrizio Gilardi, Dr. Michael Hermann und Dr. des. Bruno Wueest.<br \/>\nAbgabedatum: 17.05.2015<br \/>\nW\u00f6rter: 1011<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahre 2014 arbeiteten durchschnittlich \u00fcber 280&#8217;000 Grenzg\u00e4nger in der Schweiz: Das ist eine Verdopplung gegen\u00fcber dem Jahre 2000. In Genf ist es gar eine Zunahme von \u00fcber 140 Prozent. Die Wirtschaft spricht von ben\u00f6tigten qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften, die politische Rechte von Rosinenpickern. Aber wer sind diese Grenzg\u00e4nger? 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