{"id":7235,"date":"2016-05-22T14:31:29","date_gmt":"2016-05-22T13:31:29","guid":{"rendered":"http:\/\/pwipdm.uzh.ch\/wordpress\/?p=7235"},"modified":"2017-02-23T13:21:04","modified_gmt":"2017-02-23T12:21:04","slug":"zuspruch-zu-mehr-lgbt-rechten-gender-gap-unter-dem-regenbogen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/blog\/2016\/05\/22\/zuspruch-zu-mehr-lgbt-rechten-gender-gap-unter-dem-regenbogen\/","title":{"rendered":"Zuspruch zu mehr LGB(T) Rechten: &#8218;Gender Gap&#8216; unter dem Regenbogen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Liberales West-, Homophobes Osteuropa. Neue Datenauswertungen von sechs ausgew\u00e4hlten Staaten werfen dieses alte Vorurteil \u00fcber Bord. Sloweniens Bev\u00f6lkerung und auch Ungarn zeigen sich f\u00fcr LGB(T)s liberaler als gedacht. Die Differenz zwischen den Geschlechtern ist hingegen wie in Stein gemei\u00dfelt: W\u00e4hrend M\u00e4nner mehr Gleichberechtigung f\u00fcr Homosexuelle zwar zunehmend bef\u00fcrworten, kommen sie nur \u00e4u\u00dferst selten an die h\u00f6heren Zustimmungswerte ihrer weiblichen Altersgenossen heran. Ebenfalls beeinflussen nationale Policies aus anderen Bereichen auch hier die Meinungsbildung.<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Der 26. internationale Tag gegen Homophobie am 17. Mai gibt Anlass, einen datenjournalistischen Blick auf die Entwicklung der LGB(T) Akzeptanz in Europa zu richten. W\u00e4hrend Frankreich und die Niederlande in den letzten Jahren die Ehe f\u00fcr Schwule und Lesben \u00f6ffneten, hinken Deutschland und die Schweiz ihnen hinterher. Die bei uns g\u00e4ngige &#8218;Eingetragene Partnerschaft&#8216; versucht ihr nahezukommen. Durch den Widerstand konservativer Kreise bestehen aber immer noch einige Einschr\u00e4nkungen, wie zum Beispiel Nachteile im Adoptionsrecht.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">Ungarn und Slowenien versperren den Weg zur &#8218;Ehe f\u00fcr Alle&#8216; bis auf weiteres von Staats wegen. Beide L\u00e4nder definieren die Ehe in ihren Verfassungen explizit als Bund zwischen Mann und Frau. <\/span><span style=\"font-size: small;\">Sind Verfassung und Positionen der Regierungen jeweils das Spiegelbild der Meinungen in der Bev\u00f6lkerung? Demnach m\u00fcsste die gr\u00f6\u00dfte LGB(T) Akzeptanz in Frankreich und den Niederlanden liegen. In Ungarn und Slowenien w\u00fcrden die Gesellschaften durch blanke Homophobie auffallen.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">Die ILGA (<span style=\"color: #1a1a1a;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">International lesbian, gay, bisexual, trans and intersex association<\/span><\/span>) gibt zu dieser Information allj\u00e4hrlich in Europa die sogenannte Regenbogenkarte heraus, welche die <b>nationale<\/b> <b>politische<\/b> Situation f\u00fcr LGBTs darstellt. Je h\u00f6her der in einem Land erreichte Wert, desto besser die juristische Gleichberechtigungssituation Homosexueller gem\u00e4\u00df ILGA. Insbesondere die &#8218;Ehe f\u00fcr Alle&#8216; vermag die relativ hohen Werte Frankreichs (65%) und der Niederlande (69%) zu erkl\u00e4ren. Deutschland und Ungarn folgen mit 56% und 50%. Weit abgeschlagen werden Slowenien (32%) und die Schweiz (28%) auf die unr\u00fchmlichen tiefen Pl\u00e4tze verwiesen, w\u00e4hrend Ungarn besser als erwartet abschneidet.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_7236\" style=\"width: 1910px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Bildschirmfoto-2016-05-07-um-12.29.02.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7236\" class=\"wp-image-7236 size-full\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Bildschirmfoto-2016-05-07-um-12.29.02.png\" alt=\"Die rechtliche Gleichstellung Homosexueller ist nicht \u00fcberall in Europa gleich.\" width=\"1900\" height=\"1344\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-7236\" class=\"wp-caption-text\">Die rechtliche Gleichstellung Homosexueller ist nicht \u00fcberall in Europa gleich.<\/p>\n<\/div>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Wie aber unterscheiden sich nicht nur die L\u00e4nder in ihrer Politik sondern Frauen und M\u00e4nner in ihrer Meinung zu gleichen Rechten f\u00fcr die LGB(T) Gemeinschaft? Eine Auswertung des <i>European Social Survey ESS<\/i> von 2002 bis 2014 kl\u00e4rt diese Fragen. In erster Linie hat das Alter der oder des Befragten einen Einfluss darauf, ob er oder sie eine vollst\u00e4ndige Gleichstellung Homosexueller bef\u00fcrwortet oder nicht. 20-J\u00e4hrige sind hier meist offener als 40- oder 60-J\u00e4hrige. Dies konnten entsprechende Berechnungen belegen. Besonders hervorstechend ist aber das Unterschied zwischen M\u00e4nnern und Frauen in ihren Antworten auf die Frage: \u201eBef\u00fcrworten Sie mehr gesellschaftliche Rechte f\u00fcr Schwule und Lesben?\u201c. In nahezu allen drei Generationen und Untersuchungsjahren des ESS zeigen Frauen eine h\u00f6here Zustimmung zu mehr rechtlicher Gleichstellung als M\u00e4nner. Diese Unterschiede sind mit wenigen Ausnahmen stets signifikant.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">Der schon in vielen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen gefundene robuste Einfluss des Geschlechts auf gesellschaftliche Ansichten kann hier \u00fcberzeugend best\u00e4tigt werden. In der Schweiz, der Niederlande, Deutschland und Ungarn ist der Gender Gap in diesem Bereich statistisch unbestreitbar. In allen Gesellschaften nahm w\u00e4hrend der letzten 12 Jahre die Akzeptanz von mehr LGB(T) &#8211; Rechten zu, lag aber auch schon zu Beginn der Erhebungen auf einem Niveau von \u00fcber 50%. Den st\u00e4rksten Zuwachs konnte aber \u00fcber beide Geschlechter und alle Untersuchungsjahre mit einem Anstieg von ca. 8% aber die Gesellschaft Sloweniens ausweisen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><b>In Europa ist Ehe nicht gleich Ehe <\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Auff\u00e4llig unterschieden sich die Staaten nicht nur in rechtlicher Gleichstellung sondern auch in ihrem Eheverst\u00e4ndnis. Frankreich und die Niederlande kennen gleichgeschlechtliche Ehen, Deutschland und die Schweiz die Eingetrage Partnerschaft, Ungarn und Slowenien nichts von beidem. Die sechs Staaten bilden in dieser untersuchung ein Most different design, variieren \u00fcber ihr Eheverst\u00e4ndnis.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_7237\" style=\"width: 673px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/wrapmap-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7237\" class=\"size-full wp-image-7237\" src=\"http:\/\/pwiweb.uzh.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/wrapmap-2.png\" alt=\"Die rechtliche Situation der gleichgeschlechtlichen Ehe in sechs ausgw\u00e4hlten L\u00e4ndern Europas. (Gr\u00fcn: Gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt, braun: Eingetragene Partnerschaft m\u00f6glich, rot: keine Form rechtlicher Bindung). \" width=\"663\" height=\"461\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-7237\" class=\"wp-caption-text\">Die rechtliche Situation der gleichgeschlechtlichen Ehe in sechs ausgw\u00e4hlten L\u00e4ndern Europas. (Gr\u00fcn: Gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt, braun: Eingetragene Partnerschaft m\u00f6glich, rot: keine Form rechtlicher Bindung).<\/p>\n<\/div>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Exemplarisch wird die Entwicklung der Zustimmungswerte von M\u00e4nnern und Frauen f\u00fcr die Alterskohorte der 20-J\u00e4hrigen zu mehr LGBT(T)-Rechten visualisiert. Die Kurve f\u00fcr 40- und 60-J\u00e4hrige verl\u00e4uft f\u00fcr beide Geschlechter nahezu analog, durch den tendenziell konservativeren Einfluss des Alters jedoch etwas tiefer.\u00a0<\/span><a name=\"__DdeLink__204_174380633\"><\/a><span style=\"font-size: small;\">Aus diesem Grund wurde f\u00fcr diese Untersuchung das Geschlecht als Untersuchungsvariable gew\u00e4hlt, da der Einfluss des Alters zwar erkennbar, jedoch weniger markant ist. Dargestellt werden im Folgenden die Ergebnisse f\u00fcr Deutschland, Frankreich und Ungarn, da in jedem der drei L\u00e4nder eine wichtige Policy\u00e4nderung stattfand, die sich auf den Zuspruch zu LGB(T) Rechten auswirkte. Diese Policy\u00e4nderungen traten in der Schweiz, Slowenien und den Niederlanden entweder nicht auf, oder hatten keinen gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf die Ergebnisse.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Mehr Rechte waren nicht immer die &#8218;Gro\u00dfe Liebe&#8216;<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">In Frankreich scheinen die Proteste f\u00fcr eine &#8218;Ehe f\u00fcr Alle&#8216; der letzten Jahre ihr Ziel von mehr LGB(T) Akzeptanz erreicht zu haben. Bevor diese im Jahr 2013 gesetzlich verankert wurde, erlebte der Zuspruch f\u00fcr die Gleichstellung Homosexueller in der franz\u00f6sischen Bev\u00f6lkerung einen Sprung von \u00fcber 15% nach oben. Dies mag der Politik den entscheidenen Impuls gegeben haben, dem &#8218;Druck der Stra\u00dfe&#8216; nachzugeben und die Ehe zu \u00f6ffnen. Auch wenn sich die Zustimmungswahrscheinlichkeiten zwischen M\u00e4nnern und Frauen nicht immer stark unterscheiden, sind diese mit Ausnahme des Jahres 2006 statistisch signifikant. Auffallend ist aber der R\u00fcckgang im Zuspruch zu LGB(T) Rechten im Jahr 2014, also direkt nach der &#8218;Ehe f\u00fcr Alle&#8216;. Franzosen \u00e4u\u00dfern sich in j\u00fcngster Vergangenheit wieder weniger f\u00fcr LGB(T) Gleichberechtigung. Dies kann damit begr\u00fcndet werden, dass sowohl Ehe als auch Adoptionsrechte f\u00fcr Schwule und Lesben ge\u00f6ffnet wurden, und diese Themen f\u00fcr die Masse der Bev\u00f6lkerung damit an unmittelbarer Salienz verloren haben.<\/span><\/p><p><script id=\"infogram_0_a5d0979b-8ef7-4995-8af4-3328dfec8430\" title=\"\" src=\"\/\/e.infogr.am\/js\/embed.js?wuf\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<div style=\"padding: 8px 0; font-family: Arial!important; font-size: 13px!important; line-height: 15px!important; text-align: center; border-top: 1px solid #dadada; margin: 0 30px;\">\n<a style=\"color: #989898!important; text-decoration: none!important;\" href=\"http:\/\/charts.infogr.am\/line-chart?utm_source=embed_bottom&utm_medium=seo&utm_campaign=line_chart\" target=\"_blank\">Create line charts<\/a><\/div><p><span style=\"font-size: small;\"><b>Gr\u00f6\u00dfter Gender Gap auf Deutscher Seite<\/b><\/span><\/p><p><span style=\"font-size: small;\">Genauso wie in Frankreich zeigen sich auch in Deutschland die Frauen weniger zur\u00fcckhaltend gegen\u00fcber einer st\u00e4rkeren LGB(T) Gleichberechtigung. Bis 2012 ist dieser Unterschied grafisch sehr deutlich im Bereich zwischen beiden Kurven ablesbar. Nach 2012 muss auch hier ein gesellschaftlicher R\u00fcckschritt eingesetzt haben. Sowohl bei Frauen als auch bei M\u00e4nnern geht die Zustimmung um bis zu 6% zur\u00fcck. Der hiesige &#8218;Gender Gap&#8216; ist in Deutschland ein ungeschriebenes Gesetz: F\u00fcr jede Alterskohorte in jedem Untersuchungsjahr sind Frauen signifikant LGB(T)-Rechte bef\u00fcrwortender als M\u00e4nner. Dass die Ver\u00e4nderung der Zustimmunsgwahrscheinlichkeit gerade im Jahr 2014 ausgemacht wird, mag an einem \u00e4hnlichen Grund wie in der franz\u00f6sischen Gesellschaft liegen. Im Jahr zuvor wurde vom Bundestag die vollst\u00e4ndige steuerliche Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften beschlossen, die Vorteile des sogenannten &#8218;Ehegattensplitting&#8216; stehen nun auch Schwulen und Lesben zu. Denkbar w\u00e4re, dass durch diese Policy\u00e4nderung die weitere Rechtsgleichheit Homosexueller bei der Bev\u00f6lkerung an Wichtigkeit eingeb\u00fc\u00dft hat und diese jetzt die Frage nach weiteren Rechten verneinen.<\/span><\/p><p><script id=\"infogram_0_9b3f73b7-d40c-4dca-a36f-2b9df51f20dd\" title=\"\" src=\"\/\/e.infogr.am\/js\/embed.js?1ZW\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<div style=\"padding: 8px 0; font-family: Arial!important; font-size: 13px!important; line-height: 15px!important; text-align: center; border-top: 1px solid #dadada; margin: 0 30px;\">\n<a style=\"color: #989898!important; text-decoration: none!important;\" href=\"http:\/\/charts.infogr.am\/line-chart?utm_source=embed_bottom&utm_medium=seo&utm_campaign=line_chart\" target=\"_blank\">Create line charts<\/a><\/div>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Im Osten etwas Neues<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Der \u00fcberraschende Au\u00dfenseiter in dieser Untersuchung kommt aus Ungarn. Abgesehen von einem Tiefpunkt im Jahr 2010 zeigen sich die Ungarn konstant sehr liberal und \u00fcbertreffen mit ihrer Bef\u00fcrwortung f\u00fcr mehr LGB(T) Rechte die Deutschen leicht, die Franzosen aber deutlich.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">Katholisch gepr\u00e4gte L\u00e4nder, welche politische Freiheiten erst seit einer Generation kennen werden oft als homophobe Gesellschaften vorverurteilt. Gerade Ungarn zeigt, dass die Politik aber nicht immer die Meinung der Bev\u00f6lkerung abbildet.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">Bis 2010 schienen die Ungarn f\u00fcr immer konservativere Gesellschaftsentw\u00fcrfe empf\u00e4nglich, wie an der zwischen 2006 und 2010 fallenden Kurve erkennbar ist und \u00e4u\u00dferten sich mit geringerer Wahrscheinlichkeit f\u00fcr mehr LGB(T) Rechte als vorher.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">Nach der Machtergreifung Viktor Orb\u00e1ns im Jahr 2010 wurden gesellschaftliche Freiheiten weiter als gedacht eingeschr\u00e4nkt und dem Land eine immer konservativere politische Leitlinie aufgezwungen. Diese definiert sich insbesondere durch pro-kirchliche und traditionelle pro-famili\u00e4re Werte. Die ungarische Elite scheint offensichtlich mit ihrer harten rechts-konservativen Politik \u00fcber das Ziel hinaus geschossen zu sein. Die Reaktion zeigt sich klar in den Positionen der Bev\u00f6lkerung im Bereich gleicher Rechte f\u00fcr Schwule und Lesben. Nach dem Regierungswechsel zur rechten Fidesz reagierte das Volk v\u00f6llig unerwartet und nicht im Sinne seiner Vertreter mit einem Trendwechsel. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person mehr LGB(T)-Rechte bef\u00fcrwortet, legte nach 2010 einen regelrechten Katapultstart hin und sprang um bis zu 10% nach oben. Erfreulicherweise scheint dem durchschnittlichen Ungarn die Politik der Fidesz in Gesellschaftsfragen zu restriktiv zu sein, weswegen entsprechende Liberalisierungen seit ihrer Wahl umso mehr bef\u00fcrwortet werden.<\/span><\/p><p><script id=\"infogram_0_4f5f866c-2428-481b-b72c-815075a53e16\" title=\"\" src=\"\/\/e.infogr.am\/js\/embed.js?SVB\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<div style=\"padding: 8px 0; font-family: Arial!important; font-size: 13px!important; line-height: 15px!important; text-align: center; border-top: 1px solid #dadada; margin: 0 30px;\">\n<a style=\"color: #989898!important; text-decoration: none!important;\" href=\"http:\/\/charts.infogr.am\/line-chart?utm_source=embed_bottom&utm_medium=seo&utm_campaign=line_chart\" target=\"_blank\">Create line charts<\/a><\/div>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Am Beispiel der Gesellschaftspolitik zeigt sich deutlich, dass die Meinungen der Bev\u00f6lkerung nicht das Abbild der Politiker sind, die sie vormals gew\u00e4hlt haben. Mehr noch ist die Bev\u00f6lkerung, wie insbesondere in Ungarn zu sehen, in der Lage allzu extreme Str\u00f6mungen wahrzunehmen und diese nicht zu unterst\u00fctzen. Ob der positive Trend weiter anh\u00e4lt oder die fallende Kurve in Deutschland und Frankreich umgekehrt wurde, wird Anfang des n\u00e4chsten Jahres der fertige ESS Datensatz 2016 zeigen.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Methodische und Designinformationen zum Blog:<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">F\u00fcr jedes der hier besprochenen 6 L\u00e4nder wurde mittels des ESS Datensatzes f\u00fcr das entsprechende Jahr eine designgewichtete, logistische Regression gerechnet. Aus dieser konnten insbesondere der Einfluss des Alters einer Person auf die abh\u00e4ngige dichotome Variable (\u201eUnterst\u00fctzen Sie mehr Rechte f\u00fcr Schwule und Lesben?\u201c: ja \/ nein) und der Einfluss des Geschlechts abgelesen werden. Um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob der Unterschied zwischen M\u00e4nnern und Frauen nicht nur \u00fcber den gesamten Datensatz signifikant ist, sondern auch zwischen M\u00e4nnern und Frauen der gleichen Alterskohorte in einem Untersuchungsjahr, wurde eine statistische Simulation angewandt. Zu diesem Zweck wurden jeweils f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen hypothetische Personen mit mittlerer Bildung, politischem Interesse, Religiosit\u00e4t, Links-Rechts-Verortung aus einer mittelgro\u00dfen Gemeinde gebildet. Ob zwischen ihnen ein signifikanter Unterschied vorhanden ist, wurde mit einer statistischen Simulation \u00fcber jeweils 10.000 Ziehungen \u00fcberpr\u00fcft. Ingesamt wurden f\u00fcr diese Analyse also 126 Simulationen (6 L\u00e4nder * 7 Untersuchungsjahre * 3 Alterskohorten) durchgef\u00fchrt. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Da die Konfidenzintervalle der statitischen Simulationen mitunter sehr klein und nicht immer gut zu erkennen sind, wurden diese zum Zweck einer verbesserten Lesbarkeit nicht in die Grafiken integriert. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Die sechs beschriebenen L\u00e4nder wurden aufgrund ihrer verschiedenen Ehedefinitionen ausgew\u00e4hlt, um mehr Varianz in der Auswertung zu erhalten. Sie bilden durch ihre unterschiedlichen Ehedefinitionen ein most different design. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Um st\u00e4rker auf die Policy\u00e4nderungen eingehen zu k\u00f6nnen, wurden die 6 L\u00e4nder bewusst ausgew\u00e4hlt, da ein gr\u00f6\u00dferes Sample den Rahmen dieses Beitrags \u00fcberschritten h\u00e4tte. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">LGB(T): Transgender steht in Klammern, da es mit im LGBT Begriff vorkommt, in der Variable des ESS aber nur nach Gay\/Lesbian gefragt wurde.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Ehegattensplitting<\/b>: M\u00f6glichkeit im deutschen Steuerrecht. Erlaubt Ehepartnern und eingetragenen Partnern nicht beide Einkommen separat, sondern zweimal den Durchschnitt beider Einkommen zu versteuern. Durch die deutsche Steuerberechnung ergeben sich so in den meisten F\u00e4llen f\u00fcr beide Partner finanzielle Vorteile.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Quellen:<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"http:\/\/www.europeansocialsurvey.org\">ESS<\/a><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"http:\/\/ilga.org\">ILGA<\/a><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"https:\/\/www.vlh.de\/wissen-service\/steuer-abc\/was-ist-das-ehegatten-splitting.html\">Ehegattensplitting<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liberales West-, Homophobes Osteuropa. Neue Datenauswertungen von sechs ausgew\u00e4hlten Staaten werfen dieses alte Vorurteil \u00fcber Bord. Sloweniens Bev\u00f6lkerung und auch Ungarn zeigen sich f\u00fcr LGB(T)s liberaler als gedacht. 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